Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

VorberLcht. 
daslatemischenichtzusamt dem deutschen- preiß 
geben- sondern letzteres seinem Schicksal allein 
überlassen wollen. Dienet es gleich zu weiter 
nichts- so wird Vernunft doch so viel erkennen 
müssen- daß es schon genug sey/ wenn man bey an 
scheinender Nutzbarkeit- nur den Vorsatz gehabt/ 
das Gute zu befördern-da denn die redliche Ab 
sicht dem etwaigen Mangel zustatten kommen- 
und ich mit dem Ausspruche des jüngern Plins* 
mich befriedigen müßte- der da behauptet- daß 
derjenige schon viel Gutes an sich habe- der das 
Gute an einem andernso hochschätzet. So viel 
kann ich versichern-daß die Mühe manchen Aus 
druck recht eigentlich zu machen-größer gewesen 
es ich wohl anfangs gemeynet. WennHoraz von 
den erfoderlichen Eigenschaften eines Dichters 
handelt- so gebraucht er sich dieser Worte:** 
I^uäcnrir {seciern dabit, ct torquebitur. 
Es scheint nur Spielewerk das doch den Kopf zerbricht. 
In wie weit ersteres in gegenwärtiger Ueberse- 
tzung statt finde- gebe dem Urtheil rechtschaffener 
Kenner anheim: von letzterem aber kan ich die Ge 
wehr leisten-daß diese Arbeit zu denenjenigen zu 
rechnen sey-davon Horaz spricht: *** 
Multa dies et raulta litura coercuit, atque 
Perfcctum decios non castigavit ad unguem. 
t s Lin Werk, das nicht so manche Nacht 
So manches Tages Fleiß recht ins Geschick gebracht, 
L)bs gleich sein Meister jo in Worten als in Sprüchen, 
Wohl zehnmal übersehn, wohl zehnmal ausgesmchen. 
o IS- 
** L, 2. Epist, 2. v, 134, 
*** Art. Poet, v. 294,. 
* Plin, S«c, L. I. Epist, 17, 
fin.
	        

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