Full text: Leipziger Königstage

Violine. Unser Erfolg, der sich in der Phonoliszt-Violina verkörpert, 
beweist nicht nur fortschrittlichen Sinn, sondern auch eine hohe 
Intelligenz unserer Mitarbeiter. 
Wir konnten in diesem monumentalen Fabrikbau, der in einem 
63 Meter hohen Turme ein besonderes Merkmal besitzt, in bezug auf 
1 nneneinrichtung und Architektur etwasAußergewöhnliches schaffen. 
Unser Unternehmen, welches mit einem Kapital von 4Y2 Millionen 
Mark arbeitet, beschäftigt zurzeit ungefähr 1500 Arbeiter und Be 
amte und unterhält in Leipzig, Berlin, Hamburg, Dresden, Frank 
furt a. M., Wien, Haag und Amsterdam Filialen. — Der schon er 
wähnte Turm ist mit Fahrstuhl ausgerüstet und wird als Materialien 
lager und Wasserreservoir voll ausgenutzt. Er dient ferner der 
Propaganda, denn in seiner Kuppel befinden sich in riesigen Lettern 
die Namen Hupfeid und Phonola, die während der Dunkelheit durch 
leuchtet werden und die Aufmerksamkeit der auf den Thüringer Linien 
Reisenden erregen. 
Es erfüllt uns mit Stolz und Freude, Ew. Majestät Einblick in 
unsere Betriebseinrichtungen und in das bedeutendste Unternehmen 
Europas eines verhältnismäßig noch jungen Industriezweiges geben 
zu dürfen, welches den Kampf gegen eine damals übermächtige ameri 
kanische Konkurrenz wagemutig aufnahm und die Leipziger Musik- 
instrumentenindustrie unserem Vaterlande erhalten hat. 
Nunmehr erbat Herr Generaldirektor Hupfeid vom König die 
Erlaubnis zum Beginn des Rundganges. Der König, gefolgt von allen 
eingangs erwähnten Herren, begab sich zunächst in einen großen Aus 
stellungsraum, wo ein volltöniges Orchestrion den Parademarsch des 
18. Königshusaren-Regimentes vortrug, ln demselben Raume besich 
tigte der Monarch ein das Fabrikgebäude bis ins kleinste Detail nach 
bildendes Modell, das schon auf der Weltausstellung in Turin gezeigt 
wurde, und hörte die dazu gegebenen Erläuterungen. Ferner wurde 
ein Tableau in Augenschein genommen, enthaltend die 55 der Firma 
bisher zuteil gewordenen hohen und höchsten Auszeichnungen, dar 
unter zwei Ehrenschilder über Königlich Sächsische Staatspreise.— 
Der Weg zum Orchestrionsaal führte an der Telephonzentrale, den 
Bureaus für Lohnwesen, Einkauf, Kalkulation und der Betriebs 
leitung vorüber, welche Abteilungen allein ein kleines Heer von 
Beamten beschäftigen. Hierauf wurde der Orchestrion-Fabrikations- 
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