Full text: Leipziger Königstage

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Landesherr die Schwelle des Hauses. Der Redner erbat von Sr. Maj. 
die Erlaubnis, vor Antritt des Rundganges einige Daten über die 
Entwicklung des Industriezweiges und den heutigen Stand des Unter 
nehmens vorausschicken zu dürfen, und führte folgendes aus: 
Das Haus Hupfeid ist aus der Firma J. M. Grob & Co. in 
Eutritzsch hervorgegangen, einer Kunsthandlung, welche sich Mitte 
882 der Musik zuwandte. Dieser Vorgang fällt mit der Begründung 
der Leipziger Musikinstrumentenindustrie zusammen, denn damals 
erschien das Drehinstrument «Ariston», dessen General vertrieb die 
Firma Grob übernahm. Die hier angewandte Technik wurde durch 
Grob weiter entwickelt durch die im Jahre 1887 erfolgte Konstruk 
tion eines anfänglich sehr primitiven Klavierspielapparates, welcher 
als der Ausgangspunkt unserer heutigen Fabrikation anzusehen ist. 
Im Jahre 1892 ging das Unternehmen in meine Hände über, das im 
Jahre 1904 in" eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Unser 
Unternehmen ist namentlich in den letzten zehn Jahren außerordent 
lich gewachsen. Die im Jahre 1899 aufgeführte Fabrik in Leipzig, 
in der Nähe des Berliner Bahnhofes, erwies sich sehr bald als un 
zureichend, und trotz aller Vergrößerungen blieb der Raummangel 
bestehen, welcher uns zwang, nochmals zu bauen und die gegen 
wärtige Anlage aufzuführen. Im Klavierspielinstrumentenbau hat 
unser Unternehmen durch organische Fortentwicklung der Technik 
Pionierdienste geleistet. Das bekannteste Instrument ist die im Jahre 
1902 erschienene «Phonola», deren System der geteilten Baß- und 
Diskant-Nuancierung zur Grundlage für die gesamte Entwicklung 
dieses Industriezweiges geworden ist. Der Phonola, einem pneu 
matischen Organismus, welcher als letzte Ergänzung des Klaviers zu 
betrachten ist, folgte das erste selbstspielende Klavier mit künst 
lerischer Nuancierung, dessen System wiederum weiter vervoll 
kommnet ist. Auch im Orchestrionbau hat sich unsere Firma, die als 
erste in Leipzig diesen Zweig pflegte, erfolgreich betätigt. Sie darf 
sich schmeicheln, durch organische Verschmelzung ihrer pneuma 
tischen Instrumente mit den Pianos und Flügeln das Höchste im 
Klavierspielinstrumentenbau nach dem heutigen Stande der Technik 
vollbracht zu haben. Trotzdem hat unsere Firma keinen Augenblick 
gerastet, sondern ist an die Lösung eines Problems herangetreten, 
das man bisher für unlösbar bezeichnet hat: die selbstspielende
        

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