Full text: Ein Ausflug nach Madeira

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Alljährlich im Frühjahr und Herbst ergiesst sich ein riesiger Fremden- 
strom nach den schönen Gestaden der Riviera und nach dem Gebiet 
der Oberitalienischen Seen — teils wirklich Kranke, die unter dem 
milden Klima Heilung und Linderung ihrer Leiden erhoffen, teils 
Nervöse und Überanstrengte, die sich von den Anstrengungen und 
Mühen des Berufes oder der „Saison“ erholen wollen, endlich von 
reinen Vergnügungsreisenden, die nur in anderer schöner Umgebung 
frohe Tage zu verbringen gedenken. 
Jahraus, jahrein flutet dieser grosse Strom in derselben Richtung 
— immer sind es dieselben Orte, die als Heilstätten berühmt oder als 
Vergnügungsorte Mode sind und die Hauptmasse aller Erholungs- und 
Vergnügungsreisenden anziehen — wenigstens insoweit die Bewohner 
des Kontinents in Frage kommen. Die soviel unternehmungslustigeren 
und weltbekannteren Engländer sind uns übrigen Europäern in dieser 
Beziehung erheblich über, sie haben längst entdeckt, dass es auch 
anderswo in der Welt Orte gibt, die an Schönheit der Landschaft und 
Gesundheit des Klimas völlig mit den berühmtesten Stellen der Riviera 
und Oberitaliens wetteifern können und dabei den Vorzug haben, dass 
sie nicht so von Menschen überschwemmt sind, und sie haben infolge 
dessen einige sozusagen spezifisch englische Erholungsorte, die von 
Tennis spielenden Damen und Herren hoch geschätzt und regelmässig 
besucht, den übrigen Europäern aber fast unbekannt sind. 
Wohl der schönste dieser in erreichbarer Nähe von 
Europa gelegenen Orte ist die Insel Madeira mit ihrer herr- 
lichen Gebirgsnatur, ihrer fast tropischen Vegetation und 
dem unvergleichlich milden, gleichmässigen Klima — einer 
Vereinigung von Schönheiten, wie sie in dieser Vollendung in 
oder so dicht bei Europa nicht zum zweiten Male Vorkommen 
dürfte.
	        

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