Full text: Das Leben Philipps des Großmüthigen, Landgrafen von Hessen

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kämpfen, der, zum Spott für's Ausland, dem ganzen 
Reiche mit zwei oder drei Häusern trotze." 
In dem folgenden Frühjahre zog Philipp mit 500 
gerüsteten Pferden und 500 Fußknechten heimlich Lei 
Gernsheim über den Rhein und erwartete in Kreuznach, 
der Abrede gemäß, die mit gleicher Macht still heran 
ziehenden Bundesgenossen. Man erzählt, daß als An 
spielung auf die Rede, die Sickingen einst in Betracht 
der Jugend des Landgrafen gethan: „einen Knaben 
sühne man mit einem Apfel," sein Pferd über dem 
Schweife eine Verzierung gleich einem goldenen Apfel 
getragen. Christian von Hanstein wurde die Statthalter 
schaft in Kassel übertragen, Georg von Königstein und 
Hermann von der Malsburg waren seine Kriegsräthe, 
Sigmund von Bopneburg und Sittich von Ehrings- 
hausen seine Hauptleute. Der Landgraf versprach auch 
dem, der Sickingen gefangen nähme, 600 Gulden, und 
sandte kurz vor seinem Anzuge, nach Sickingens Bei 
spiele, demselben einen Fehdebrief. Am 18. April 1523 
ritt der Pfalzgraf aus Heidelberg mit einer wohlge 
rüsteten Kriegsmacht und kam am 22. gleichfalls nach 
Kreuznach, wo auch der Erzbischof von Trier kurz vorher 
eingetroffen war. Man beschloß, das Gerücht zu verbreiten, 
man wolle die Ebernburg nehmen, indessen aber sollte 
der Schenk von Erbach mit einem reisigen Zeuge nebst 
etlichen Fähnlein Knechten, Karthaunen und Feldschlan 
gen Sickingen in Landstuhl, wo er sich aufhielt, ein 
schließen. Zum obersten Feldhauptmann ernannten die 
Fürsten Wilhelm von Ronneburg; der Schenk von 
Erbach ward ihm beigeordnet. 
Die Burg Landstuhl oder Nannstuhl lag unter stei 
len, allenthalben einschneidenden Bergkuppen, welche 
jeden Sturm unmöglich machten, deshalb beschloß man
	        

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