Full text: Das Leben Philipps des Großmüthigen, Landgrafen von Hessen

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Kurfürsten mit solcher Milde, daß den Bischöfen außer 
den weltlichen Rechten und Besitzungen auch die geistliche 
Gerichtsbarkeit zugestanden wurde, wenn sie ihr Amt 
christlich versähen. Philipp behielt jedoch in diesem 
Punkte der weltlichen Obrigkeit die Macht vor einzu 
schreiten „wenn man befinden würde, daß die Bischöfe 
die Ordination nicht nach dem rechten Verstand des 
Evangelii vornehmen und wiver Menschenlehre mittelbar 
oder unmittelbar einführen wollten." Sonst trat er 
ihren Vorschlägen bei. Auf dem Reichstage zu Worms 
1545, wo der Kaiser das von neuem angekündigte Con 
cilium zu Trident selbst verschrieb, und die Beschlüsse 
von Speier nicht mehr gelten ließ, wurden alle diese 
Vorschläge bei Seite gelegt. 
Niederlage Heinrichs. — Unterredung des 
Kaisers mit P hi tipp. 
Auf dem Reichstage zu Speier war auch ausführlich, 
theils mündlich, theils schriftlich, wegen des Herzogs 
von Vraunschweig verhandelt worden; der Kaiser hatte 
entschieden, daß bis nach ausgemachter Sache das braun 
schweigische Land verwaltet werden sollte, und die ver 
bündeten Fürsten von Sachsen und Hessen erklärten sich 
auch dazu bereit. Aber der Herzog Heinrich war sehr 
unzufrieden damit, und faßte den Entschluß, sich mit 
bewassncter Hand selbst wieder in den Besitz seines Lan-
	        

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