Full text: Das Leben Philipps des Großmüthigen, Landgrafen von Hessen

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zum dritten wegen der gegen das Kammergericht be 
schlossenen Untersuchung und der Beschwerden ihrethalben 
übergeben, und zum vierten wegen des Berichts des 
evangelischen Bundes in der braunschweigischen Sache. 
Daß wir nun diejenigen, die unsre ärgsten Feinde sind, 
über unser Leib und Gut sollten sprechen lassen, das 
wäre uns hoch beschwerlich. So begehren wir auch ihre 
Verkleinerung nicht, sondern daß sie mit Ehren beur 
laubt werden. 
Kaiser: Er wollte sehen und der Sache nachdenken. 
Landgraf: E. M. zu Gefallen will ich noch acht 
Tage bleiben, länger kann ich nicht verziehen. E. M. 
wollt selbst bedenken, sollte ich noch lange hier tage- 
leihten, und es sollte mir an Land und Leuten Schaden 
geschehen, daß mir das ungelegen sein würde." 
Der Landgraf reiste ab, von dem Könige Ferdinand 
und dessen beiden Söhnen eine Strecke Wegs begleitet, 
und der Kaiser verlangte darauf von den Protestirenden 
ihm die Fassung des Abschiedes zu überlassen, wogegen 
die Katholischen zwar protestirtcn, jedoch hinzufügten: 
„sie müßten es dulden, wenn der Kaiser aus Machtvoll 
kommenheit etwas beschließe." Und so kam aus politi 
schen Rücksichten, um der Hülfe der Protestanten gegen 
Frankreich sich zu versichern, jener vortheilhafte Abschied 
zu Stande, welcher als Anfang einer Gleichstellung der 
Evangelischen mit den Katholischen gelten konnte. Der 
Kaiser bestimmte nämlich: „ein allgemeines, freies, 
christliches Concil, ohne des Pabstes dabei 
zu erwähnen, oder einen Reichstag bis zum 
nächsten Herbste oder Winter; hierzu sollten 
der Kaiser und die Reichsstände Reforma- 
tionsentwürfc verfassen, und aus beiderlei 
Reformationen sollte dann eine freundliche
	        

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