Full text: Das Leben Philipps des Großmüthigen, Landgrafen von Hessen

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Vertrag zu Ka-an. Die münsterischcn 
Unruhen. 
Der Kurfürst von Sachsen wünschte zwar die Ein 
setzung Ulrichs, doch billigte er weniger die Art und 
Weise, welche Philipp nun angewandt hatte. Auch war 
die Lage der Dinge damals so beschaffen, daß man aus 
jeder ausgebrochenen Kriegshandlung die gefährlichste 
Erweiterung des Streits und große Erschütterungen be 
fürchtete. So schrieb Melanchthon an Camerarius: 
„wenn nicht die macedonischen Geschäfte (so nannte er 
den Kriegszug des Landgrafen in Beziehung auf dessen 
Namen) jetzt zur Ruhe gebracht werden, so steht ein 
unendlicher Krieg bevor, der vorzüglich die Unseren ver 
wickeln wird; werden jetzt nicht die Dinge beigelegt, wie 
Vieles und wie Trauriges ist zu befürchten, du siehst 
den Zustand der Republik, und weithin wird jenes Uebel 
um sich greifen." — Und die Abgeordneten Ferdinands 
erklärten zu Gelnhausen dem Kurfürsten von Sachsen: 
„der würtembergische Zug sei nur ein Vorwand, man 
wolle Kaiser und König verdrängen; wenn der Landgraf 
von Hessen, der mit dem Könige von Frankreich eine 
geheime Zusammenkunft gehalten, umgeben von den 
Gesandten fremder Mächte, im Laufe seines Sieges, 
und, unterstützt von dem ganzen Volke der lutherischen 
Sekte, sich zum deutschen Könige ausgeworfen; dann 
würde die Reue des säumigen Kurfürsten zu spät kommen." 
Es wurden daher erst wegen Verhinderung und nun 
wegen Beilegung der Streitigkeiten beständige Unter-
	        

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