Full text: 60 Jahre Melsunger medizinische Mitteilungen

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Augenplomben 
Augenplomben 
Aus dem Gebiet der Augenheilkunde soll hier die Erfindung er 
wähnt werden, aus besonders behandeltem Polyvinylalkohol nach 
den Angaben von Prof. Thiel Augenplomben herzustellen. Prof. Thiel 
hat in den Klinischen Monatsblättern für Augenheilkunde 1939/X/XI 
auf die große Bedeutung der Polyviolplombe zur plastischen Stumpf 
bildung nach Enukleation hingewiesen, nicht ohne gleichzeitig die 
in seiner Frankfurter Klinik wie an anderen Stellen festgestellten 
günstigen Ergebnisse hervorzuheben. Auch die nach seiner Er 
fahrung beste Form hat er bestimmt, in der sie seit einiger Zeit von 
der Herstellerfirma B. Braun-Melsungen angefertigt und in den 
Handel gebracht wird. „Die Plombe liegt in einem mit einer dem 
Blutserum isotonischen und isojonischen Salzlösung gefüllten Glas 
röhrchen (Abb. 19). Sie ist steril, also stets gebrauchsfertig zur 
Alb. 19 
Hand. Kein Wässern, kein Abspülen wie beim konservierten Kalbs 
knorpel, keine Sterilisation !" Neben der Technik der Implantation 
und der Nachbehandlung wird auch auf die in selteneren Fällen be 
obachteten Abstoßungen und deren Gründe eingegangen mit dem 
Schlußergebnis : „Die Polyviolplomben erfüllen in geradezu idealer 
Weise die von H. Schmidt („Zur kritischen Würdigung der plastischen 
Stumpfbildungsmethoden'' Abhandlungen aus der Augenheilkunde 
Heft 13 Karger 1930) gestellten Forderungen an ein Implantations 
material. Die Plomben sind steril und sind den Raumverhältnissen 
der Augenhöhle jederzeit leicht anzupassen.'' 
1941
	        

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