Full text: 60 Jahre Melsunger medizinische Mitteilungen

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Referate 
Zur Technik der Lumbalpunktion 
recht gut erfüllt, jedoch hat der oben angegebene Glaskonus diefer 
gegenüber noch einige befondere Vorzüge: 
1. Billigkeit, 
2. Widerflandsfähigkeit (da eine Spritze mit feflem Glasanfatz gebrech 
licher i(l als eine folche mit (eparatem), 
3. Ein einziger Glaskonus paßt für fämtliche Spritzen mit Rekordanfatz. 
4. Bei Bruch ifi nur Erfatz einzelner Teile nötig. 
übrigens ijl der Glaskonus gut auskochbar und (labil und hat feine 
gute Haltbarkeit in der Praxis bewährt. 
Referate. 
Zur Technik der Lumbalpunktion. 
Von Dr. S. Seeliger, Facharzt für innere Krankheiten**). 
Verfaffer führt für die bekanntlich auffallend geringe Anwendung 
der Lumbalpunktion im Gegenfatz zu ihrer Bedeutung drei Gründe an: 
ihre Gefahren, die mitunter recht quälenden fubjektiven Befchwerden 
und endlich die immer noch recht umfländliche Technik. 
Schönbeck wies 1915 aus der Literatur 71 Todesfälle als Folgen 
der Lumbalpunktion nach. Als Folge zu rafcher Blutdruckfenkung können 
ausgedehnte Blutungen der Pia Vorkommen. Auch bei Urämie und 
gefäßreichen Tumoren find tödliche Hirnblutungen bekannt geworden. 
Bei Hirntumoren, auch bei Hydrocephalus internus befiehl die Gefahr, 
daß das verlängerte Mark, felbfl Teile des Groß- und Kleinhirns in das 
Hinterhauptloch eingepreßt werden und dadurch Lähmung, befonders des 
Atem-Zentrums, eintritt. Einen derartigen Fall konnte Verfaffer mit 
beobachten. Unter den fubjektiven Befchwerden fpielt der konflant auf 
tretende örtliche Schmerz an der Einflichflelle, der noch am nächflen 
Tage gefpürt wird, fchon eine größere Rolle als vorübergehende Störungen 
einzelner Hirnnerven oder Beinfehmerzen infolge Anflechens der hinteren 
Wurzeln. Viel flörender aber ift der aus Schwindel, Brechreiz und 
Hinterkopffchmerz zufammengefetzte Symptomkomplex, der (ich unter 
Umfländen bis zu den Erfcheinungen von Maeningismus, Nackenfleifigkeit 
und Kernig fleigern kann. Verfaffer ifl der Anficht, daß die Folgezu- 
**) Münchener Medizin. Wochenfdir. Nr. 35 vom 28. Augufl 1925, S. 1467.
	        

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