Full text: Zur Aufklärung und Belehrung über die Tuberkulose, ihre Entstehung, Verhütung und Heilung

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Uebertmgung 
durch 
verstäubten 
Auswurf. 
Uebertragung 
durch 
verspritzten 
Auswurf. 
heit nichts wissen will, der an seinem Körper und seinen Kleidern 
unsauber ist und achtlos um sich herumhustet nitd herumspuckt. 
Wir haben bereits an ariderer Stelle erwähnt, daß die 
Lungentuberkulose die häufigste Tuberkuloseform ist. Demgemäß 
ist auch die Aufnahme des Tuberkelbazillus mit der 
Atmungsluft die wichtigste und am meisten zu fürchtende. Wie 
gehen nun die Tuberkelbazillen uriter natürlichen Verhältnissen in 
die atmosphärische Luft über, rrm mit dieser eingeatmet werden 
zu können? Der in die Außenwelt gelangte Auswurf der 
Schwindsüchtigen trocknet auf beliebigen festen Gegenständen an und 
zerfällt mit der Zeit irr feinsten Staub. Oder aber man tritt 
dahin, wo ein Schwindsüchtiger ausgespuckt hat, oder fegt mit der 
Schleppe darüber hin, bringt an den Stiefelsohlen oder am 
Kleidersaume die Bazillen ins Hans und ladet sie hier am 
Fußboden, ans Läufern und Teppichen ab. Wird nun dieser 
Staub durch Zugluft oder beim Reinemachen ausgewirbelt, so 
schweben in ihm und mit ihm die Tuberkelbazillen in der be 
wegten Luft und können mit der Atmung aufgenommen werden. 
Eine gleiche Bedeutung ist der Tatsache beizumessen, daß 
schwindsüchtige Menschen beim Husten mit offenem Munde 
kleinste bazillenhaltige Schleim- und Speicheltröpfchen verspritzen. 
Auch diese schweben eine Zeitlang in der Lust, senken sich dann 
auf den Erdboden, uni bei der nächsten Gelegenheit mit dem 
Bodenstaub aufzuwirbeln und in die Atmungsluft überzugehen. 
Es kann also wahrlich nicht an Tuberkelbazillen fehlen in 
der Luft eines Raumes, in dem ein Schwindsüchtiger lebt, der 
mit seinem Auswurf unvorsichtig umgeht und viel hustet. Es 
wird uns jetzt auch klar, daß gerade diejenigen am meisten 
gefährdet sein müssen, Bazillen zu schlucken, die sich dem Erdboden 
am nächsten befinden, die kleinen Kinder. Ebenso muß es als 
selbstverständlich erscheinen, daß in der nächsten Umgebung des 
Kranken die Gelegenheit, Krankheitskeime in sich aufzunehmen, 
am größten sein wird. Beide Uebertragungsmöglichkeiten fallen 
um so schwerer ins Gewicht, je kleiner der Raum ist, je 
mehr Bewohner er zählt, je unsauberer er gehalten wird, 
und je mehr die Krankheitskeime aufgewirbelt werden. 
IV. Die Verhütung der Tuberkulose. 
Die Verhütung der Tuberkulose muß auf zwei Ziele 
hinarbeiten, einmal die Widerstandskraft des einzelnen 
Menschen zu erhöhen und zweitens die Ansteckung mit 
dem Tuberkelbazillus zu verhindern.
	        

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