Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 42, Juli/August 1944)

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Unsere schöne Heimat: Blick von Bergheim auf Spangenberg. Foto: F u n g e r m a n n 
Ortsgruppe Korle 
Liebe Kameraden! Leichter 
Morgennebel liegt auf den 
Wiesen des Fuldatales. Der 
Bahnhof ist bevölkert von Rei 
senden beiderlei Geschlechts, die 
mit den Frühzügen zu ihren 
Arbeitsstätten fahren wollen. 
Basalt- und Sägewerk las 
sen ihre Sirenen zum Beginn 
der Arbeit ertönen. Aus den 
Aeckern die Gespanne zum 
Zinholen des Grünsutters für 
den anbrechenden Tag. Im 
Dorf brummt schon der be 
kannte Ton der Dreschmaschine. 
Wintergerste und Raps find 
zum Teil eingefahren und wer 
ben gedroschen. An der Rode 
sah ich heute morgen auch 
schoin Roggengarben liegen. 
Also, liebe Kameraden, die 
Heimat steht vor der Ge-, 
treideernte, die eine gute zu 
werden verspricht. Wenn Euch 
diese Zeilen erreichen, werden 
die Getreidehllgel das Feld 
zieren und vielleicht schon zuni 
großen Teil eingefahren sein. 
Hoffentlich ist uns in den 
nächsten Wochen Petrus hold 
und schickt uns das Wetter, 
um den Segen des Himmel- 
zu bergen und wieder für 
die nächste Zeit die Sicherung unserer Ernährung zu gewähr 
leisten. — An Behelfsheimen haben wir in Körle zwei und in 
Wagenfurth eins im Rohbau fertig gestellt. Mit dem Bau 
eines weiteren ist in Körle begonnen. Ferner wurden Körle 
einige fabrikmäßig hergestellte Holzbauten zugeteilt. 
Der verbrecherische Anschlag auf das Leben des Führers hat 
auch im Bereiche der Ortsgruppe, wie überall, berechtigte Em 
pörung ausgelöst. Ein Achtjähriger sagte zu mir: „Onkel, desse 
Kärlen mitten die läwendigem Leime üssenanger gerässen 
wären." Dankbar sind wir der Vorsehung, daß uns Adolf 
Hitler erhalten blieb. 
Henner Dieling und Georg Schaumburg beauftragten mich, 
ihren Gruß allen Kameraden zu übermitteln. 
Alle guten Wünsche und innige Grüße der Heimat entbietet 
Euch mit frohem „Sieg Heil" Euer A. Arend. 
Ortsgruppe Guxhagen 
Liebe Kameraden! Zuversicht und Vertrauen bilden das 
Fundament unserer Heimat, die unverdrossen in stiller Pflicht 
erfüllung weitermarschiert im Gleichschritt mit der Front und 
nichts unterläßt, in „Tuchfühlung" mit Euch draußen zu bleiben. 
Diesen Glauben Zu stärken, besuchten die Parteigenossen Wolf 
ram, Gießler und Riese-Guxhagen und Lengemann-Grebenau 
vom 24.-29. 4. die Gauschulungswoche auf Schloß Frred- 
richstein in Alt-Wildungen und empfingen dort Eindrücke aus 
dem großen Geschehen unserer Zeit. Eingehenden Bericht er 
stattete Pg. Riese in der PL!.°Besprechung am 12. Mai im 
Lokal Grunewald. — Leider mußte in diesen Tagen wieder einer 
unserer tapfersten Söhne, Fliegerleutnant Karl Becker, sein 
junges Leben im Kampf gegen einen englischen Bomberverband 
über dem Reichsgebiet für das Vaterland opfern. Am 14. Mai 
betteten wir ihn unter militärischen Ehren und größter Betei 
ligung von Heimat und Partei auf dem Heldenfriedhof zur 
letzten Ruhe. Kreisleiter Dr. Reinhardt widmete ihm höchste 
Worte des Dankes und der Anerkennung. — Kamerad Adam 
Brüne liegt immer noch im Lazarett, wo er seiner Genesung 
entgegengeht. Wir wünschen ihm weiter gute Heilung seiner 
schweren Verwundung und baldige glückliche Heimkehr! Ebenso 
wünschen wir Kamerad Ernst Ammann baldige Wiederher 
stellung. 
Ein frohes Pfingstfest verlebte die Familie Correus. Der 
Obergefr. Martin Correus schreibt unserer Frontzeitung: „Das 
Schönste war doch eins: Seit 5 Fahren haben wir sechs Brüder 
uns mit fünf unserer Frauen zusammen zum ersten Mal wieder 
gesehen. Es hat gepaßt, daß alle vier bei der Wehrmacht 
auf Urlaub waren." Die Mutter war stolz, wie sie unter ihren 
sechs Söhnen und fünf Schwiegertöchtern und ihrer einzigen 
Tochter war. Es konnten sich also alle sieben Geschwister be- 
grüßen. Rur einer fehlte, der Mann meiner Schwester, der 
auf Kreta ist. Der jüngste Bruder hat das Kriegsverdienstkreuz 
2. Kl. mit Schwertern erhalten. Bei der Wehrmacht sind 
wir alle zwischen vier und fünf Fahren." Auch wir wünschen 
den tapferen Brüdern weiter alles Soldatenglück. 
Am 2. Juli zeigte unser schöner Sportplatz gach langer 
Zeit wieder ein altgewohntes Bild: Der HF.-Bann Melsungen 
war zum Bannspvrtfest angetreten. Schon am frühen Morgen 
sah man die Fugend von nah und fern durch unsere Straßen 
ziehen, um am Vormittag die leichtathletischen Wettkämpfe 
durchzuführen. Die Endkämpfe fanden nachmittags statt. Helle 
Freude und Bewunderung lösten die Sprünge und Saltos des 
Fanfarenzuges Guxhagen aus. Begeisternde Worte richtete Kreis- 
leiter Dr. Reinhardt an die Fugend und wies auf die Be 
deutung des Tages und das große Geschehen unserer Zeit hin. 
einschließend fand die Siegerehrung statt. — Zum ersten Mal 
sahen wir auch Gauleiter Pg. Gerland in Guxhagen, der die 
Ortsführungen der benachbarten Gemeinden zu einer Besprechung 
der wichtigsten Tagesfragen geladen hatte. — Zu einem wuch 
tig ausklingenden Wochenende gestaltete sich eine politische 
Kundgebung am 8. Fuli unter den knorrigen Eichen vor unse 
rem Sportplatz. Schmetternde Klänge unseres Fanfarenzuges 
und ein BDM.-Chor eröffneten den Abend, in dessen Mittel 
punkt die Ansprache des Reichsredners Pg. Stöber stand. 3n 
klaren und passenden Worten umriß er die dringendsten Forde 
rungen für unser im Endkampf stehendes Volk. Mit neuer 
Hoffnung und starken Herzen gingen wir in den Alltag und 
an unsere Arbeit zurück. 
Am 10. Fuli verschied nach kurzer, schwerer Krankheit 
plötzlich unser alter Mitkämpfer und Pol. Leiter, der Auf 
seher Pg. Heinrich Klag es und wurde am 13. d. M. 
unter großer Beteiligung der Ortsgruppe und der SA. zur 
ewigen Ruhe geleitet. Kreisobmann Pg. S ch ü l b e - Mel 
sungen widmete dem treuen Kameraden und dessen Angehörigen 
herzliche Worte des Mitfühlens, der Dankbarkeit und des An 
sporns. Zahlreiche Kränze wurden niedergelegt und die Fahnen 
senkten sich zum letzten Gruß. 
Doch stärker als der Tod ist das Leben. 3n das G e b u r t s- 
r e gift er konnten wir eintragen von Konrad Eber-Guxhagen 
das 3. Kind (Tochter), von Willi Schäfer-Guxhagen das 2. 
Kind (Knaben), von Helmuth Gerhold-Guxhagen das 1. Kind 
(Knaben), von Hermann Schürg-Guxhagen das 1. Kind (Knaben), 
von Heinrich Hartung-Büchenwerra das 2. Kind (Knaben) und 
Steinmetz-Ellenberg das 3. Kind (Knaben). 
Ein seltenes Fubiläum wurde in diesem Monat in Gux 
hagen begangen: Frau Gertrud Kruhm versieht seit 25 
Fahren für Guxhagen und umliegende Ortschaften das Amt der 
Hebamme. Fn Dankbarkeit gedenken wir deshalb auch an 
dieser Stelle dieser pflichtgetreuen Frau, wissen doch die Müt 
ter ihres Wirkungsbereiches am besten, mit welcher Pflicht 
treue und Gewissenhaftigkeit Frau Kruhm ihrer Aufgabe bis 
heute nachgekommen ist. Es ist doch eine hohe Berufung, das 
kleine, werdende Leben der Vollendung zuzuführen. 1066 Kinder 
hat Frau Kruhm gebracht. Wir danken der Fubilarin für ihre
	        

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