Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 42, Juli/August 1944)

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S o h l, Schwarzenberg, Haus 2OV2, am 17. 6.; Erich Schmidt 
Bartenstein, Karlstr. 6 und Maria Kath. Eber Hardt, Mel 
sungen, Spangerweg 2, am 17. 6.; Heinrich Justus T r i e s ch - 
m a n n, Rengshausen, Niederbeisheimerstr. 65 und Anna Elisab. 
Landgrebe, Röhrenfurth, Nürndergerlandstr. 19, am 24. 6. 
Sterbefälle: Kath. Elisab. Schmoll geb. Bockeroth, Mel 
sungen, Kaiserau 2. 
Heil Hitler! Euer Ortsgruppenschulungsleiter L. Scharf 
Schwarzenberg. 
Liebe Schwarzenberger Soldaten! Eure Heimat strahlt in 
des Sommers schönster Pracht. Dunkelgrün rmifcljen die Wälder 
an Haarberg und Höbach, ährenstrotzend stehen die Felder vom 
Huberg bis zur 5)ude, z. 3. schon unterbrochen von den Hügeln 
der Gerste und des Rapses, saftig grün leuchten die Wiesen 
von der Schlade bis zum Werr, und dazwischen glitzern die 
Wellen unserer lieben Fulda und singen ihr Lied der Ewigkeit. 
Sie und wir bringen Euch herzliche Grüße allerorts dahin, wo 
Ihr z. 3. auch sein möget. Wir sind gewiß, Eure Herzen werden 
in der Erinnerung an die alte, angestammte Heimat und in der 
festen Hoffnung auf eine glückliche Heimkehr fühlbar höher 
schlagen und neue Kräfte spenden für Durchhalten und Aushalten 
dis zum sieghaften Ende. 
In diesem Sinne nehmt auch herzliche Grüße von 
Eurem P. S ch m i d t. 
G ü n st e r 0 d e. 
Ihr lieben Kameraden aus Günsterode! Kamerad Pfusch, der 
nun wieder seit einigen Wochen Soldat ist, läßt Euch alle 
grüßen. In Günsterode ist alles in bester Ordnung. Das Heu 
ist mal wieder unter Dach und prima trocken eingebracht worden. 
Jetzt wird etwas Kraft gesammelt für die kommenden Ernte 
monate. Hoffentlich gibt uns der Herrgott schönes Wetter, 
dann wird es schon gelingen, die Ernährung zu sichern. Ihr 
könnt beruhigt sein, die Dreschmaschine wird schon wieder 
brummen. Sonst gibt es keine Neuigkeiten. 
Seid vielmals gegrüßt von Eurem 
Heimatdörfchen Günsterode. 
Ortsgruppe ^Itmorsebeu 
Liebe Kameraden! Allezeit hat es Meckerer gegeben. Das 
Meckern ist aber in mancher Angelegenheit nicht ungefährlich, 
deshalb hat der Wettergott in diesem Jahr ihnen Gelegenheit 
gegeden, sich ohne Bedenken einmal so richtig auszumeckern. 
Er hat ihnen aber auch gleichzeitig bewiesen, daß das Meckern ein 
unsinniges Unternehmen ist. Im Frühjahr hatte es lange Ieit 
nicht geregnet. Da wurde die Iukunft der Landwirtschaft so 
schwarz gemalt, wie sie nicht schivärzer sein konnte. Die Kühe 
und Iiegen mußten verkauft werden und es gab schon keine 
Butter und Milch mehr. Einer Frau sagte ich einmal, sie möchte 
nicht immer nur schwarz sehen, sie müßte auch mal ein bißchen 
Rot dazwischen mengen. Der Regen kam auch zur richtigen 
Ieit, sodaß noch reichlich gutes Futter wachsen konnte. Kaum 
hatte es ein paar Tage geregnet, da war schon wieder die Heu 
ernte in Frage gestellt. Da kam wieder gutes Wetter und das 
Trockenfutter kam auch gut rein. Bis Euch diese Feilen erreichen, 
ist die Getreideernte in vollem Gange. Sie verspricht eine sehr 
gute zu werden, sodaß unsere Feinde wieder einmal verkehrt 
hoffen, wenn sie glauben, der Hunger würde die Moral des 
deutschen Volkes zermürben. Sollte das Wetter den Meckerern 
wieder Gelegenheit geben in Tätigkeit zu treten und die Ernte 
kommt gut unter Dach und Fach, dann mögen sie sich einbilden, 
sie hätten mit ihrem Meckern den Wettergott beeinflußt. Neben 
den Meckerern gibt es auch noch viele Wetterpropheten, die auch 
meistens daneben hauen. Da hört man oft die wunderbarsten 
Regeln. Eine davon möchte ich Euch nicht vorenthalten. Ein 
Volksgenosse sagte einmal: „Ich setze mich im Kuhstall in einen 
Spreukorb und schlafe. Fällt der Korb dabei um, dann gibt es 
Regenwetter, bleibt er aber stehen, dann gibt es gutes Wettet." 
Es gibt hier jemand, der sagt uns über das Wetter immer die 
Wahrheit, weil er die richtige 3eit abwartet und das ist der 
Stausee zwischen Altmorschen und Eubach. Wenn er trocken ist, 
dann hat es lange Feit nicht geregnet, ist er aber voll Wasser, 
dann hat es viel geregnet. Eigentlich soll er ja immer voll sein. 
Wäre das.so, dann würde ich einen Forellensee daraus machen 
und dann könnten die Forellen nicht mehr mit der Hand gefangen 
werden, was ja im Bach reichlich geschehen sein soll. Vielleicht 
wissen ja auch von Euch, liebe Kameraden, einige Bescheid. Wer 
lacht da? Die Hauptsache ist, das; die Forellen geschmeckt haben. 
Ich wünschte, ich könnte Euch alle, wenn Ihr als Sieger heim 
kehrt, zu einem großen Forellenessen einladen. 
Am 9. 7. fand eine gut besuchte Kundgebung auf dem Do 
mänenhof statt. Es sprach der Reichsredner Pgj. Stöber aus 
Schwetzingen. — Familien-Nachrichten: Geboren: Helmut Maa 
ßen, Altmorschen, 1 Junge. Hans H 0 r ch l e r, Altmorschen. 1 
Junge. — Silberhochzeiten: Bürgermeister Beisheim und 
Frau, Heina, Heinrich Kurz rock und Frau, Heina, Gastwirt 
Groh und Frau, Heina. — Auf dem Felde der Ehre blieben: 
Leutnant Heinrich Möller, Altmorschen, Gefreiter Wilhelm 
Rode, Heina. 
Wir denken täglich an Euch, grüßen Euch und drücken auch 
weiterhin den Daumen für Euer Wohlergehen. 
Elier Otto Möller, Ortsgr.-Schulungsl. 
Ortsgruppe Neumorsclien 
Liebe Kameraden! „Front und Heimat" heißt die neue 
große Soldatenzeitung, ivelche auf Befehl des Führers allen 
Soldaten aus dem Eher-Berlag in Millionen-Auflage zugestellt 
wird. Somit werdet Ihr durch eine Heimatzeitung über alle 
politischen und militärischen Ereignisse unterrichtet. Ich hoffe, 
das; durch diese Ieitung, welche von Euch allen sehr begrüßt wer 
den wird, das weitere Erscheinen unseres Heimatbrieses „Unser 
ist der Sieg" nicht gefährdet ivird. Die Verbindung mit der 
engen Heimat, das ist es, was mit unserer Ieitung erreicht 
werden soll und was auch immer in den vergangenen Kriegs 
jahren erreicht worden ist. Als wir kürzlich bei unserem Wehr 
schießen am Vornberg angetreten waren, war uns der Auftrag 
erteilt, über den Begriff Heimat zu den Wehrmannschaften zu 
sprechen. Von diesem schönen Fleck aus war das verhältnismäßig 
leicht. Vor uns lag das Fuldotal mit seinen herrlichen Fel 
dern, Wäldern, Bergen und Wiesen, der Alheimer im Hinter 
grund, Konnefeld, Heinebach. Alt- und Ncumorschen, Eubach. 
Heina, Binsförth, ja selbst Elfershausen und Wichte waren zu 
sehen. Wenn der Wehrwille durch das Wehrschießea selbst 
unter den Aeltesten in der Heimat durchgeführt wird, so soll 
damit erreicht werden, das; wir wehrfähig bleiben wollen, solange 
wir leben, und daß wir gewillt sind, diese herrliche Heimat, 
die da vor uns liegt, und die ja nur ein kleines Stück unserer 
schönen deutschen Heimat ist, zu verteidigen bis zum letzten Atem 
zuge. Wie oft seht Ihr meine Kameraden und Freunde diese 
schöne Heimat vor Euch im Geiste auftauchen. Wie oft ivird 
Euch im Traum diese schöne Heimat schon erschienen sein. 
Wie denke ich da an meine Soldaten- und Kriegszeit. Immer 
wieder denke ich an das schöne Soldatenlied, das wir 83er 
immer so gern gesungen haben: „Die Nacht spannt ihren Schleier 
über Tal und Hügel aus, es ruht vom Schlachtgetümmel der 
müde Krieger aus." In diesem Lied erscheint dem Krieger 
im Traum seine Heimat, er sieht seine Eltern, er weint vor 
Freud und Lust, er drückt sein teures Liebchen entzückt an seine 
Brust. Doch plötzlich rollt die Trommel dumpf durch die stille 
Nacht und dann gehts erneut zur neuen Schlacht. Und so seid 
Ihr oft im Traum und in Gedanken in den schönen Dörfern, 
die ich vorher nannte und wir sind bei Euch. Wir alle sind 
bereit, für diese Heimat zu kämpfen und zu arbeiten, bis der 
Sieg errungen ist. 
Im Auftrage der Ortsgruppe grüßt Euch August Hast. 
Ortsgruppe Heinebach 
Liebe Kameraden! Wie das menschliche Leben seinen Höhe 
punkt hat, so auch die Natur im Sommer. Das Wachsen und 
Blühen hat seine Feit überschritten, die 3eit der Ernte ist ge 
kommen. Fleißige Hände werden sich mühen, um das kostbare 
Gut, den Segen der Ernte, zu bergen. Die Heu-, Raps- und 
Gerstenernte kann man als gut bezeichnen. Lonnes Engelhard. 
Hartmanns Jakob, Wagners und Salzmanns August fahren mit 
großen Wagen die wertvolle Oelfrucht, den Raps, schon ein. 
In gemeinsamer Arbeit hatten Partei und Gemeinde 
hinter der Schule den Bau von 15 Behelfsheimen begonnen, dile 
nun bereits vor der Fertigstellung stehen. Eine würdige Ge- 
dächtnisstätte für die in diesem Krieg gefallenen tapferen 
Helden ist geplant. — Am Sonntag, den 9. Juli, abends hatten 
wir eine Großkundgebung der Partei vor dem Jugendheim. 
Etwa 450 Personen waren hier zusammengekommen. Ein Reichs 
redner aus Berlin sprach in fesselnden Ausführungen zur 
heutigen Lage. — Leider hat der Krieg auch in der Ortsgruppe 
wieder schmerzliche Lücken gerissen. Es sind gefallen: Gefr. 
Georg H ä d e-Heinebach, Uffz. Michael K e r st-Niederellenbach, 
tödlich verunglückt Feldwebel Ludwig Werner und Leutnant 
Hans Viereck. Mein Sohn, Uffz. Martin H e ck ma n n, hat 
den Fliegertod gefunden. Nach erfolgreichem Angriff auf London 
ist er mit seinem Flugzeugführer kurz vor dem Landeziel mit der 
Maschine abgestürzt. Alle in der Heimat sind tief erfüllt vom 
Wissen um die Opfer, die schweigend für das Vaterland gebracht 
werden müssen. 
Heimatliche Grüße sendet und alles Gute für die Iukunft 
wünscht Euch die Ortsgruppe Heinebach. 
Heil Hitler! Euer Otto H e ck m a n n. 
* 
Liebe Soldaten! Heute will ich euch einmal etwas von dem 
schönen Landstädtchen Spangenberg erzählen und zwar eine 
wahre Geschichte. Viel zu wenig sind die Einwohner des Kreises 
Melsungen mit diesem historischen Städtchen bekannt. Der Alter 
tumsforscher würde hier eine lohnende Arbeit finden. Könnte uns 
jetzt aus einmal die alte ehrwürdige Rathausschenke erzählen, 
was sie in den langen Jahrhunderten alles erlebte, so brauchten 
auf einige Wochen im Kreise Melsungen keine Ieitungen zu 
erscheinen.
	        
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