Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 39, Januar/Februar 1944)

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ists Winter geworden. Zauberisch sauber, in weis; gezuckert, liegt 
die Landschaft da und friedlich lacht die Sonne, als ob nicht weit 
draußen die Männer aaßeinanderschlügen und als ob nicht 
in jedem Augenblick Terror und Tod über uns hinwegfliegen 
oder auf uns einstürzen, könnten. Daran denken wir. Und 
dennoch! Wir freuen uns der schönen Stunde, die die unsichtbar« 
Allmacht uns schenkt. Wir nehmen aus ihr neue Kraft für unser 
Alltagswerk. 
Ueber die lange Eiche, die Schleifgasse und die Hasenlücke 
schaut die liebe Sonne in dieser Morgenstunde strahlend in 
unser Tal, die breite Feldlage von Pfieffe ist schon fchattenfreii. 
Klar grüßen die Dächer von Kriegs Mühle herüber. Die Wäl 
der an der Franzosenstraße mit der Tanzbuche als höchstem 
Punkt, bilden im Osten den Hintergrund. Graue und weiße 
Wolken liegen wie eine wuchtige Mauer darüber. Am Stadtbad 
vorbei glitzert die Pfieffe ihr silbriges, mannigfach gewundenes 
Band. Noch sendet die tiefstehende Sonne lange Schattenstreifen 
quer durchs Tal, wie sie drüben vom Wildsberg bis nach Mörs 
hausen reichen. Die Höhen mit dem dunklen Markwald und der 
Lichtung von Elfershausen schieben sich im Westen jenseits 
der Fulda wie ein starker Riegel vor unser Tal. Hell wird im 
Augenblick das Dachwerk des Schlosses angestrahlt. Die Fen 
ster glitzern in den Morgen. Der Herrgott läßt seine Sonne 
eben über Guten und über Bösen scheinen. Eigenartig, wie das 
Schicksal spielt. Da oben aber saßen einst im grauen Mittelalter 
Raubritter als Herren — und heute ? 
Hinter dem Schloßberg lugt der Malsberg und der Rosen 
berg mit den freundlichen Häusern von Kaltenbach hervor. 
Bor meinen Augen, drüben in Goldhenners Garten, springt 
ein Eichhörnchen vom Zaun zum Busch und vom Busch zum 
hohen Nußbaum, um sich spielerisch in ihm hochzuwinden und sich 
schnell zu verstecken, als die blonde Anneliese mit der Milch 
kanne für die kleineren Geschwister forsch durch das Schulgüßchep 
geschritten kommt. Der Buntspecht, der eifrig wie jeden Tag in 
Zinns Garten seinen dürren Ast abklopft, läßt sich dagegen 
nicht in seinem Frühstück stören. Er hämmert weiter. Zierlich 
neigen in ihrem leuchtenden Gelb die Schäfchen der Nuß« 
baumblüten über den Zaun und sagen uns, daß bald der 
Frühling kommt. Die Morgenglocken klingen weit ins Tal. 
Vielleicht klingen sie im Erinnern in dieser Stunde auch Euch 
im Norden, im Osten, im Süden und Westen. Die Heimat ist 
Euch für Euren ausdauernden Einsatz dankbar und grüßt Euch 
herzlich mit allen guten Wünschen und einem gläubigen Heil 
Hitler durch Euern Ortsgruppenleiter Th. Senner. 
Ortsgruppe Felsberg 
Wieder sank ein Fahr ins Meer der Unendlichkeit. Heraus 
stieg ein neues Fahr, von dem wir noch nicht wissen, was es 
uns an Schwerem bringt, was es an Opfern von uns fordert. 
Eines aber wissen war: Die uns vom Schicksal gestellte Aufgabe 
müssen wir lösen. Gehen wir unseren Weg furchtlos und zuver 
sichtlich, so wird die Erfüllung des „Traumes vom Reich" 
Wirklichkeit. Verwirklicht auch wird das Verlangen nach freier 
und sonnenvoller Erfüllung des Lebens. An der Kraft unserer 
Seelen wird die Seelenlosigkeit der Feinde zerbrechen. Weder 
Fhr, Kameraden an den Fronten, noch die Abbeitskameraden 
in der Heimat könnten sich ein anderes siegreiches Ende dieses 
Ringens zweier Weltanschauungen denken. Oder könntest Du 
Kamerad, Dir vorstellen, daß es einmal eine Weihnachtszeit gebep 
könnte, in der kein Baum brennt, keine Lieder aufklingen, dcch 
die ganze vorweihnachtliche und weihnachtliche Stimmung, die 
wir trotz mancher Nöte auch beim letzten Fest fühlten, ein Raub 
finsterer Gewalten würde? Nein, Du kannst das nicht. Du fühlst, 
wie hier Dein Volk, für das Du Dich einsetzest, in seinem Volks 
tum die tiefe Quelle des Lebens verborgen hält, die uns Deutschen 
das Leben erst lebenswert macht. Volkstum ist Heimat der 
Seele für die Festigkeit, das Durchhalten, die Entscheidung im 
Kampf und Tat von Mann und Frau, von Soldaten, Arbeitern 
und Bauern. Wir alle kennen die seelischen und natürlich auch die 
materiellen Werte, für deren Erhaltung unser Volk angetreten 
ist in einem Ringen, in dem die Heimat ihr Bestes gibt, um 
Euer, Kameraden der Front, würdig zu sein. 
„Sieg durch Glauben" war das Thema, über das dev 
Kreisschulungsleiter, Pg. Elb recht, am Jahresende in einer 
Parteimitgliederversammlung sprach. Diesen Geist atmete auch die 
morgendliche Politische Leiterzusammenkunft zum Jahresbeginn. 
Die Feier am 30. Januar im Schwanenfaal stand unter dem 
Motto: Der Sieg wird unser sein! 
Leider brachten sowohl das zu Ende gegangene wie auch das 
beginnende Jahr Trauerkunden. Vor dem Feinde blieben Ober- 
gefr. Fakob Senge, Gefr. Hans Breiter, Ferdinand Bern 
hardt und Uffz. Hch. F m m i n g. 
Am 28. Fanuar bewegte sich ein langer Trauebzug durch 
unser Städtchen. Wehrmacht, Partei, alle angeschlossenen Ver 
bände und viele Bürger gaben dem Flieger Georg Rejnbolddas 
letzte Geleit. Ein einsatzfreudiger, lieber junger Kamerad trägt, uns 
unsichtbar, das Siegesbanner voraus. 
Auf Urlaub weilte der schon als vermißt gemeldete Grien 
Hch. Eckhardt nach seiner zweiten Verwundung. Gefr. Kar/ 
Reitz benutzt den Urlaub nach seiner schweren Verwundung dazu, 
in seiner alten Stelle an der Stadtsparkasse tätig zu sein. 
Außerdem waren in der Heimat: Gefr. Theile, Uffz. Hochhaus, 
Stabsgefr. Schütz, Obergefr. Wolf, OP.-Mann Thielemann, 
Obergefr. Griesel, Gpen. Schließer, Oberg^r. Henkel, Obergefr. 
Wagner, Gefr. Dittmar, Uffz. Kurzrock, Oberarzt Dr. Roepke, 
Berw.-Fnsp. Heil, Uffz. Alter, Hptm. Schließer, Obergefr. 
Bernhardt, Feldw. Beck, Lt. Brede, Obepgefr. Servos, Uffz. 
Stock, Gren. Haupt, Gefr. Kiebach, Obergefr. Fleischhut, Ober- 
zahlm. Knöpfet, Uffz. Lohmann, Uffz. Maifarth, Feldw. Schrei? 
ber, Gefr. Witzel, Gefr. Hell, OT.-Mann Füllig, StuÄmmann 
Simmling, Gefr. Lieberum. Gefr. Heise, Lt. Bölp, Obergefr. 
Kalsow, Obersotdat Lichau, Gefr. Schwarz, Obergefr. Hans 
Wagner, Gefr. Griesel, OD.-Mann Schanz, Gefr. Wüstemann, 
Obergefr. Schaub, Stabsgefr. Lumm, Obergefr. Karl Schaub 
Pion. Wiederhold. Gefr. Hans Fenge, Feldw. Dr. Muster!, 
Oberpion. Schneider, Gefr. Mehrling, Soldat Schiebeler, Pion. 
Brandenstein, Obergefr. Brömel und Obergefr. Georg Schaub. 
Das hiesige Standesamt weist für Dezember 1943 und 
Fanuar 1944 folgende Eintragungen auf: Geburten: Karl Hein/ 
Heller, Gertrud Sieglinde Strippel, Renate Nerling, Christa 
Fingerhut. Eheschließungen: Obergefr. Karl Wolf aus Altenbur^ 
mit Hildegard Arnold,- Fohann Bernhardt mit Elisabeth Rer- 
Feldw. Hch. Christian Belz, Gießen, mit Martha Großkurth. 
Sterbefälle: Emil Zapp. 
Fn Lohre wurden geboren: 2 Mädchen. Es sind dies die Töchter 
von Ernst Pippert und Ernst Strack. Es heirateten: Walter 
Strack und Elisabeth Kördel; Heinrich Wingefeld und Elisabeth,' 
Becker; Wilhelm Scherp und Else Dittmar. Gestorben ist Auguste 
Heine!. 
Es fielen im Freiheitskampf Hermann Kn au st und Adam 
Cybik. 
Es grüßt Euch mit den besten Wünschen und Heil Hitler! 
die Ortsgruppe Felsberg durch Euren 
B. L e n g e m a n it
        

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