Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 39, Januar/Februar 1944)

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Blick zum Schloß Spangenberg. Foto: 5) e i n e l. 
Vor dem Standesamt Spangenberg wurden im Jahre 
1943 23 Ehen geschlossen. 2n der letzten Zeit waren es zu-- 
meist Soldatenhochzeiten. Es heiratete im September der Geft. 
Herbert Hoffmanu aus Klu-Iurra die Herta Schellhase, im Ok 
tober dev Ton Künstler Reinhard Wolfs-Berlin die Dolmetscherin 
Fuge Müller gus Berlin, der Maurer Karl Heinrich August 
Schaumburg aus Nienhagen die Textilarbeiterin Gertrud Jacob, 
der kaufmännische Werksangestellte Albert Reinhold Beer aus 
Darmstadt die Webmeifterin Gertrud Else Vogel und der 
Schreinergeselle Christian Happach die Maria Nehm, im No 
vember der Stabsgefreite Otto Vaupel aus Kirchhain die 
Auguste Ciffert und der Obergefreite Eduard Frank die Anna 
Elife Clobes aus Schnellrode, am Heilig-Abend der Gefreite 
Jakob Möller aus Melsungen, die Dora Riehm aus Schnell 
rode. Das erste Ehepaar des neuen Fahres sind der Installateur 
und Obergefr. Georg FleischmaNn und die Katharina Koller 
geb. Laubach. 
Auf Grund des Terrorangriffs auf Kassel starben hier in 
letzter Zeit auch einige auswärtige Volksgenossen. Ich führe 
Euch nachstehend jedoch nur die Spangenberger auf, die seit 
vergangenem Herbst durch den Tod aus unseren Reihen ge 
rissen wurden. Es sind dies: Der Hegemeister i. R. Jürgen 
Friedrich Dirking, die Witwe Anna Martha Arnhold geb. 
Schreiber, der Invalide und langjährige Stadtarbeiter Georg 
Eckel, die Witwe Anna Katharina Ludolph geb. Weppncr, der 
Schuhmachermeister Konrad Entzeroth, dann der zweitäliteste Ein 
wohner unserer Stadt Schuhmachermeister Wilh. Carll, er 
bat ein Alter von 90 Jahren erreicht. Ferner die Anna Elisa 
beth Schmidt geb. Jakob, die Konradine Werner geb. Kerste, 
Witwe des Stadtschreibers Heinrich Werner, und schließlich 
der Lehrer i. R. Heinrich Pfeil. Er hatte kurz vor seinem Tode 
in völliger geistiger Frische sein 80. Lebensjahr vollendet. 
Arnhold Rübenköndg, der nach seiner Kriegsteilnahme im Werk 
von Eberhardt rüstig geschafft hat, wurde Anfang Dezember 
lltn Krankenhaus zu Melsungen plötzlich! und unerwartet vom 
Tode abberufen. 
3m Geburtenbuch von Spangenberg sind im Jahre 1943 
55 Geburten eingetragen. 1942 waren es dagegen nur 42. 
1941 45, 1940 41 und 1939 57 Geburten. Wir haben also so 
zusagen den Vorkriegsstand erreicht und erbringen damit das 
beste Zeugnis für den Lebenswillen von Front und Heimat. Die 
Kinder von Spangenbergern find seit dem Herbst: Willi 
Wolfgang Kirchner. Dörnbach, bei Hptm. Löffert kam der 
Stammhalter Udo an, Claus Bödicker, Klosterstraße, Georg 
August Breßler. Bürgertor, Helmut Niedt, Bratekachel. Sieg 
fried und Horst Sinning, Zwillinge bei Georg und Martha 
Sinning im Iunkerhaus, Ernst Justus Kratt, Schafhof. Claus 
Beter Hedderich, Schiffhöfe. Der erste Ankömmling im neuen 
Jahr ist die Rosemarie Susdorf am Obertor. 
Das gelinde Wetter der letzten Zeit ließ manche Arbeit zu, 
die sonst ini Winter nicht möglich ist. So baute Ludwig Rü 
diger seiUe Gartenlaube kurz entschlossen in ein richtig bewohn- 
bäres Blockhaus um, als Pg. Dr. Ley die Parole gab, Bef- 
helfsheime zu bauen. Die Stadt stellte den Bauplatz zur 
Verfügung. Und nun steht das Häuschen unter den Kiefern vom 
..Buddenwäldchen", als wenn es dahin gehörte und schon immer 
da stand. Die Familie Rüdiger ist glücklich darin. Stolz kann 
der Hausvater sein, der als Invalide mit seines Kopfes und 
seiner Hände Arbeit alles allein geschafft hat, genau wie Kuno 
in der Liebenbachsage. Er hat vorbildlich gezeigt, was Selbst 
hilfe ist. Ich hoffe, viele machens ihm nach. Denn die Behelfss- 
heime werden gebraucht. Die Partei mit der Ortsgruppe und die 
Stadt werden helfen, soweit sie nur irgend können. Fünf 
Baustellen sind schon ausgeschachtet, an einer sind die Mauern 
hoch. Aber vor allem Oswald Eberhardt hat sein Be 
helfsheim schon lange fertig und es zwei ausgebombten 
Familien aus Kassel zur Berfügung gestellt. Es sieht recht 
schmuck aus und dürfte das erste bewohnte Behelfs 
heim i m Gau K u r h e s s e n s e I n. 
In Elbersdorf 
ist bei Willhuhns ein Töchterchen Margret angekommen. Hein 
rich Hupfeld in Ackermanns Haus mar 'Weihnachten in Urlaub. 
Noch ehe das Jahr zu Ende ging, starb sein Pater nach kuvzem, 
schwerem Ringen an dem alten Leiden, das ihm Steinmetzknüppel 
und Eisen vorzeitig aus den geschickten Händen genommen hatte. 
Sonst konnten wir im Urlaub sehen: Obergefr. Konrad Stöcker. 
Obergefr. Friedrich Bachmann und Wilhelm Herwig, Uffz. 
Willi! Blumenstein. Obergefr. Erich Krause, Gefr. Heinrich Blu 
menstein, Obergefr. Karl Bernhardt, Gefr. Wilhelm Lückert u. a. 
Obergefr. August Biermann schreibt aus dem Osten. Er grüßt 
alle Kameraden in der Heimat und an den Fronten. 
In Mörshausen 
waren u. a. im Urlaub Fritz Strube, Heinrich Schmoll, Georg 
Werkmeister, Ernst Köpperling, Ernst Koch. Martin Siemon 
erhielt das Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern 2. Klasse. 
Aus dem Osten erreichte uns die Nachricht, daß Justin Reinbold 
den Heldentod gefunden hat. .Adolf Reinbold schreibt als 
Unteroffizier der Ortsgruppe aus dem Osten. Er läßt alle 
Kameraden, besonders die vom Sturm 15/173, herzlich grüßen. 
Bei Georg Wagner und Frau ist das dritte Töchterchen. 
klein Waltraud, geboren. Frau Marth geb. Hellwig ist kurz nach 
dem Tode ihres Sohnes Wilhelm gestorben. Unerwartet wird 
Euch die Nachricht treffen, die wir heute erhielten. Im Krankeni- 
haus zu Hersfeld ist heute der Bauer Pg. August Schmidt einen? 
schweren Lungenentzündung — 50 Jahre alt — erlegen. Unsere 
Volksgenossen aus Kassel haben sich bei dem milden Wetter hier 
gut eingelebt. Am 22. 12. hielten wir mit ihnen eine schöne 
Weihnachtsfeier. Es gab Berge von Kuchen und Brezeln für 
die Kinder und allerlei Unterhaltung und Spiele. 
In Nausis ! 
waren Gustav Hehlgans aus dem Westen, Fritz Jung und Hein 
rich Bücking aus dem Süden und Georg Kehl aus dem Osten 
zusammen als Urlaubsgäste. Der Mafch.-Obergefr. Christian 
Knoche wurde für besondere Tapferkeit mit dem EK. 2. ausgezeich 
net. Im nächsten Urlaub will erheiraten. Wen. hat mirMell- 
Hans nicht geschrieben: aber das werdet Ihr schon wissen. Mit un 
seren Bombengeschädigten hatten wir im Schulsaal eine hübsche 
Weihnachtsfeier. Das ganze Dorf war erschienen. Den Höhe 
punkt brachte der Weihnachtsmann mit seinen Gaben für die 
Kleinen und mit Humor und Witz für die Altem 
Schließlich meldet Stolzhausen 
noch eine Auszeichnung. Der Gefr. Franz Heintzeroth erhielt 
das EK. 2 für tapferen Einsatz im Kampf gegen den Bolsche 
wismus. Die anderen Dörfer kommen das nächste Mal zu Wort. 
Nun sende ich Euch noch einen Sonntagsgruß. 
Lange hatten wir keinen Winter, vom Oktober bis jetzt 
war fast immer Novemberwetter. Kein Kind brauchte mit seiner 
Zippe, seinem Rodel, oder seinen Brettern auf der Bratekachel, 
der Gickelhahnsrutsche oder gar „auf der Höhle" vor den 
„Schandarmen" auszureißen. Jeder Fremde in Feldgrau oder Zi 
vil konnte wohl über unsere steilen und holprigen Gassen, nicht 
aber auch noch über Gleitglätte meckern. Aber heute, zum 
Sonntagmorgen, jauchzen die Kinder hell auf, denn über Nacht
        

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