Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 39, Januar/Februar 1944)

Haydau bei Altmorschen 
Ortsgruppe k^euruOrscken 
Liebe Kameraden! 
Die Gemeinden unserer Ortsgruppe liegen zur Zeit verschneit 
da, der Winter hat hier etwas verspätet Einzug gehalten. Der 
Vorwinter war gelind und fast glaubten wir, den Frühling 
greifen zu können. Die Gänse haben zu legen angefangen, ja, 
zum Teil brüten sie schon und nun ist der Winter noch einmal 
gekommen. Am gestrigen Sonntag, dem 20. Februar, war Hoch 
betrieb am Helberg. Die Rodelschlitten fausten nur so unseren 
schönen Helberg herunter. Heute jedoch ist es schon wieder gelinder 
geworden und ich denke, daß, wenn die Gänse aushecken, dann 
auch Grünfutter da ist, denn Schnee fressen die Gänse bekanntlich 
nicht. 
Was ich sonst noch mitteilen muß, wäre, daß Mayfarts 
Otto für Soldatennachwuchs sorgt. Innerhalb 11 Monaten 3 
Iungens! Hut ab! Das ist Infanterie. Die Zwillinge find 
ein Paar prächtige Kerle. Wir gratulieren alle herzlich! 
Die Parteitätigkeit geht in alter Pflicht weiter. Heimat 
und Front erfüllen ihre Pflicht bis zum Siege und nach dem 
Siege wird es so weiter gehen. In Kürze soll ein Dorfabend vom 
BDM. durchgeführt werden, von welchem ich in der nächsten 
Nummer berichten werde. 
Für heute grüße ich Euch im Namen der Heimatorts 
gruppe Euer August H a st. 
Ort8Fruppe Körte 
Liebe Kameraden! 
Sonntag! Die Glocke läßt ihr Lied erschallen. Auf den 
Straßen nicht der gewohnte Werktagsbetrieb. Männer gehen zur 
Eisenbahn, um auch am Sonntag in ihrem Betrieb zu arbeiten. 
Der Krieg stellt eben seine besonderen Anforderungen. Die Feuer 
wehr ist am Gerätehaus angetreten. Nach einigen kurzen Infor 
mationen rücken die Gruppen in ihre Bezirke und haben dif 
Aufgabe, an besonderen schwierigen Objekten zu üben, um im 
Ernstfälle in der Lage zu sein, schnell und sicher einzugreifen, 
um Hab und Gut des Nächsten zu schützen. Fast jeder Sonntag 
nachmittag ist ausgefüllt mit irgend einer Versammlung, Sitzung 
oder Besprechung, wo Planungen besprochen, Organisationspläne 
aufgestellt und dies und jenes geregelt wird, wozu an den Wo«- 
chentagen keine Zeit ist. Die jungen Mädchen machen ihren üb 
lichen Sonntagsspaziergang. Sehr oft sind in ihrer Begleitung 
in Urlaub weilende Soldaten zu sehen. Auch trifft man besonders 
jetzt im Winter beim Glase Bier Doppelkopf- und Skatspieler 
an. Langsam senkt sich die Nacht hernieder und der nächste Mor 
gen bringt wieder das Alltagsgetriebe. 
Der Winter war bisher sehr gelinde. Kohlenkeller und Holz 
stall sind darüber nicht böse. Es wird viel Brennmaterial ge 
spart. Den Nachteil hat die Jugend, die bisher noch nicht einmal 
Schlittenfahren oder Schurren konnte. Durch diese Witterung 
können viele Arbeiten jetzt verrichtet werden, die sonst dem Früh 
jahr vorenthalten blieben. So wird in Körle mit dem Bau vop 
zwei Doppelhäusern begonnen, die für durch Feindeinwirkung 
obdachlos gewordene Familien bestimmt sind. Der Standort dieser 
Häuser ist zwischen HI.-Heim und der neuen Schule. Auch der 
Ausbau einer Anzahl Dachgeschosse soll demselben Zweck dienen. 
So hat die Heimat immer neue Aufgaben. 
Noch einige Wochen und der Winter gehört wieder der Ver 
gangenheit an und muß sein Tätigkeitsfeld wieder anderen Jah 
reszeiten überlassen, die wieder unsern Bauerndörfern ihre be 
sondere Aufgabe stellen: Nahrung zu schaffen für Front und 
Heimat. 
Neben allen guten Wünschen entbietet Euch, liebe Kame 
raden, die Grüße der Heimat 
Euer A. A r e n d. 
Ortsgruppe Guxhagen 
Liebe Kameraden in der Ferne und in der Heimat ! 
Wie entflieht doch die Zeit und rast das Weltrad weiter 
auf dem Wege der Ewigkeit! Waren in dem letzten Heimat- 
gruß unsere Herzen noch erfüllt vom Zauber des Weihnachts 
festes und der Wintersonnenwende und freuten wir uns der 
zahlreichen Urlauber, welche gerade in diesen Tagen wieder 
einmal daheim sein konnten, so sind wir jetzt schon wieder so 
tief in das neue Jahr hineingeschritten, daß neues Ahnen und 
Hoffen zukünftigen Lebens in uns erwacht und Frühlings 
sehnsucht sich leise zu regen beginnt. Und doch hat nach dem 
ungewöhnlich milden Januar der Winter noch einmal sein Regi 
ment angetreten und unseren Kindern wenigstens für einige 
Tage seine Freuden gespendet. 
Nun wollt Ihr wieder Einiges aus der Heimat hören, 
liebe Kameraden. Ach, es wird gar still bei uns und das alte 
Leben wird erst wieder beginnen, wenn Ihr einst zurück 
gekehrt seid. Möchte das Jahr 1944 uns allen diese Freude 
bringen und Euern Waffen den Sieg geben, um den so bitter 
unser Volk jetzt kämpfen muß. Der Himmel war uns in diesem 
Winter gnädig, sodaß ein gut Teil Brennmaterial eingespart 
und der Kriegswirtschaft zugeführt werden konnte. Immer 
wieder helfen unsere Kinder fleißig mit, Altmaterial zu sam 
meln und es ist oft staunenswert, was sie an Eisen und 
Papier aus Häusern und Winkeln zusammentragen. Unsere 
Schule wächst seit dem Terrorangriff auf Kassel von Tag 
zu Tag. Weit über 50 Kinder nahmen wir auf. Lehrerin Frl. 
Lilli Schmidt aus Kassel, eine alte Breitenauer, wurde hier 
eingesetzt und versieht nachmittags ihren Dienst. So sind wir 
in der glücklichen Lage, wenigstens einen geordneten Schul 
betrieb aufrecht zu erhalten. 
Alle Räder laufen für den Sieg. Wenn auch mancher wieder 
zur Fahne fort gemußt und mancher Alte zur großen Armee ein 
ging, wir stehen nicht still, sondern tuen unsere Pflicht. Leider 
griff der Tod mehrfach in unsere Reihen. Für Führer und 
Reich fanden den Heldentod Uffz. Hellmut G e r h o l d , dessen 
wir in stiller Stunde gedachten. Um ihn trauert seine liebe 
junge Gattin. In den letzten Tagen kam die Nachricht vom 
Heldentode eines einzigen Kindes: Panzerschütze Gg. Krieger. 
Am 20. Dezember brachten wir den Lagerhalter Friedrich 
Kruhm zur letzten Ruhe und am 2. Weihnachtstage den Pg. 
Lehrer Georg Siebert. Durch Unglücksfall kam der Oberbahn 
wärter Justus Bartholmai unweit des hiesigen Bahnhofes zu 
einem jähen Ende. Kurz nach seinem 95. Geburtstage starb 
der Schreinermcister Johannes Günther und am 24. Januar der 
Reichsbahnvorschlosser i. R. Werner Sinning, nur einige Tage 
nach seiner noch glücklich gefeierten Goldenen Hochzeit. Ebenfalls 
verschied in den Tagen nach kurzer Krankheit ein treuer 
Veteran der Arbeit: Heinrich Opfermann. So hat der Tod 
manchen unserer alten Generation weggerafft. Sie alle ehrt 
das Andenken, ein arbeitsreiches Leben durchgekämpft zu haben. 
Nach einer gut überstandenen Operation befand sich in Ur 
laub und zwar in alter Frische: Uffz. Heinrich Sinning. 
Uffz. Willi Vaupel wird gegrüßt von Peterle. 
Und nun begleitet Euch noch ein Wunsch, daß Euch allen 
das Soldatenglück treu verbleiben möge! 
Euere Ortsgruppe. 
Heil Hitler! Riese. 
enn wir tapfer und treu der 3c\t 
dienen, wird sie uns am Ende auch 
gehören. Dr. Goebbels. 
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