Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 37, September/Oktober 1943)

Ortsgruppe Malsfeld 
Zelle Beiseförth. 
Liebe Beiseförther Kameraden! 
Nachdem die Getreideernte gut eingebracht ist, und die 
Dreschmaschine im Dorf ihr Gebrumm eingestellt hat, regen 
sich fleißige Hände bei der Kartoffelernte. Alt und jung sind 
bemüht, den reichen Segen zu bergen; selbst die Urlauber 
lassen es sich, trotz der verdienten Ruhe, nicht nehmen, auch 
hier tüchtig zuzufassen. Ist es doch für sie eine besondere 
Freude, wieder auf heimatlichen Boden ernten zu dürfen. 
Folgende Kameraden sind z. Zt. auf Urlaub: Hans Hof- 
mann, Louis Beinhauer, Erich Rößner und Willi Walther, 
die durch die Frontzeitung Euch Kameraden da draußen be 
sonders herzliche Heimatgrüße senden. 
Die Kameraden Hans Reichmann und Franz Ziegler 
furo verwundet, und wir yoffen, sie bald in unserem Hei- 
rnatiazarett Melsungen begrüßen zu dürfen. Kamerad Ziegler 
wird diesen Tag ganz besonders herbeisehnen, um sein wenige 
Tage altes Töchterchen in die Arme nehmen zu können. Wie 
stolz aber wird ersi Kamerad Fritz Harbusch auf feinen 
Stammhalter sein! Unserm gefallenen Kameraden Heinrich 
Botte wurde ein zweites Söhnchen geboren. 
Kriegsgetraut wurden Marschen Ellenberger mit Kame 
rad Schuhmacher aus Hanau. 
Euch Kameraden, an allen Fronten, grüßt mit Heil Hitler! 
‘ Euer Heimatdörfchen Beiseförth. 
Zelle Elfers hausen. 
Ihr lieben Elfershäuser Kameraden! 
Wenn ich an dieser Stelle einige Worte zu Euch spreche 
und mit der diesjährigen Kriegsernte beginne, so bitte ich alle 
Kameraden, dieses zu verstehen. Unsere Soldaten, an welchen 
Fronten sie auch kämpfen mögen, werden in dem nun zu 
Ende gegangenen Sommer sicherlich oft in Gedanken bei 
ihren Lieben zu Hause geweilt und an die Pflichten gedacht 
haben, welche die Heimat in diesem schweren Ringen zu 
erfüllen hat. Besonders die Kameraden vom Lande werden 
um die Einbringung der Ernte besorgt gewesen sein, wissen 
sie doch, daß diese schwere Arbeit zu einem großen Teil von 
ihren Frauen zu bewältigen war. Diese Frage aber braucht 
unsern Soldaten keine Sorge zu bereiten. Die Getreideernte ist 
überall mit Hilfe aller noch daheim verbliebenen Männer und 
der tatkräftigen Unterstützung unserer immer einsatzbereiten 
Frauen und Mädchen — wenn es auch oft harte Arbeit war 
— gut und sicher geborgen worden. Das gute sommerliche 
Wetter erleichterte noch dem Landmann die Arbeit, so daß 
es dis zum Beginn der Kartoffelernte noch eine kleine be 
gehrliche Ruhepause gab. Das Einbringen der Kartoffeln, 
Herbstbestellung, Aussaat usw. erfordern noch einmal die 
Anspannung aller Kräfte. Daß der Einsatz möglich ist und 
gelingt, dafür bürgt das Landvolk selbst. Dem Einsatz der 
Heimat ist es gelungen, allen Schwierigkeiten, die nun ein 
mal das vierte Kriegsjahr als solches mit sich Machte,- 
Herr zu werden. Dadurch ist, was die setzt verkündeten 
Erhöhungen der Brotrationen und Mehrzuteilungen an Wei 
zenmehl usw. am besten beweisen, die Ernährung des im 
Daseinskampf stehenden deutschen Volkes — allen Hoff 
nungen unserer Feinde zum Trotz — für ein weiteres Jahr 
gesichert. Wir konnten somit rtlhig und zuversichtlich die 
Schwelle zum 5. Kriegsjahr überschreiten. Das möge für 
unsere Soldaten ein Trost snn, ihnen aber und uns allen soll 
es die Gewißheit zum endgültigen Siege über unsere Feinde 
geben. Unseren Soldaten wollen wir an dieser Stelle danken 
für ihren heldenmütigen Kampf, in dein sie sich an allen 
Fronten des abgelaufenen vierten Kriegsjahres befanden. Wir 
aber geloben, in Zukunft in der Heimat noch härter und 
entschlossener zu arbeiten zum Wohle des gesamten Volkes. 
Der Sieg wird und muß unser sein. So sende ich allen 
Elfershäusern, an welchen Fronten sie auch stehen- mögen, 
die herzlichsten Heimatgrüße und wünsche Euch allen fernerhin 
recht viel Soldatenglück. 
Es waren in Urlaub während der Ernte: Helmut Iber, 
Heinrich König, August König und Wilhelm König und 
Karl Lieblich. Augenblicklich weilen hier in Urlaub: Wilhelm 
Haaß, Heinrich Gießler, Friedrich Klum, Hans Brandt, Hein 
rich Möller, Heinrich Ploch und Hans Geller. 
Helmut Rösener starb den Heldentod. Heinz Ploch ist 
zum zweitenmal verwundet, er wurde mit dem Eisernen Kreuz 
2. Klasse ausgezeichnet. Zellenleiter Georg Lieblich. 
Ortsgruppe Altmorschen 
Liebe Soldaten! 
Ein heißer, aber schöner Sommer liegt hinter uns. Das 
schnelle Einbringen der Ernte machte Spaß, wenn auch man 
cher Schweißtropfen vergossen wurde. Run ist der Herbst 
wieder über unsere Höhen und durch unser Tal gegangen. Das 
Bunt der Wälder, das Braun der frischgepflügten Aecker und 
das letzte satte Grün der Wiesen verleihen der Heimat herbst 
lichen Zauber und stille Schönheit. Alt und jung ist fleißig 
dabei, die letzte Ernte in Garten und Feld einzuheimsen lmd 
die neue Saat dem Boden anzuvertrauen. Dichter Nebel 
braut morgens über der Fulda oder hängt an den Bergen, aber 
wenn die Sonne durchbricht, gibt es noch schöne, sonnige Tage. 
Wenn ich Euch nun einiges vom Heimatgeschehen der 
vergangenen Wochen mitteile, so wollen wir zuerst unserer 
gefallenen Kameraden gedenken. Der Schicksalskampf unseres 
Volkes forderte auch aus unserer Ortsgruppe neue Opfer. Für 
Heimat und Volk gaben ihr Leben: Oberfeldwebel Hans 
Dippel, Panzer-Grenadier Gustav H a st und Gefreiter 
Fritz Butte aus Altmorschen; Uffz. Pg. Konrad Der st 
aus Heina. Sie besiegelten ihre Treue und ihren Glauben 
mit dem Tode. Die Heimat wird ihrer stets mit Ehrfurcht 
und Stolz gedenken! 
Allen verwundeten und kranken Kameraden senden mir 
einen besonderen Gruß, wünschen ihnen baldige Genesung 
und anschließend schöne Erholungstage bei Muttern. 
Bielen Wünschen nachkommend, teile ich Euch die Nanren 
der Urlauber in letzter Zeit mit. Folgende Kameraden hatten 
das Glück, einige Wochen bei ihren Lieben sein zu können: 
Wilhelm Pfaffenbach, Konrad Pfaffenbach, Ernst Hast, Fried 
rich Franke, Christoph Hühner, Hermann Steinmetz, Jakob 
Frankfurth, August Döring, Wilhelm Bier, Christel Schmelz, 
Heim Deist, Georg Jäger, Helmut Schmidt und Heinrich 
Horchler aus Altmorschen; Heinrich und Fritz Gerlach, Hein 
rich Kurzrock, Karl Steinhäuser und Heinrich Ludwig aus 
Heina; Willi Guthardt, Justus Kurzrock, Hans Steinbach, 
Heinrich und Georg Wagner, Weitzel mnd Schmidt aus 
Eubach. Alle sahen gut aus und waren bei bester Stimmung. 
Am 4. September waren die Parteigenossen und die 
Angehörigen der Gliederungen zu einem Appell auf dem Do 
mänenhof angetreten. Auch die Arbeitsmaiden und viele Volks 
genossen wohnten der Veranstaltung bei. Pg. Köhler-Kassel 
stellte in seiner Ansprache den Zuhörern die Leistungen der 
Front vor Augen und wies darauf hin, daß unermüdlicher 
Einsatzwille und Standhaftigkeit Aufgabe und Pflicht eines 
jeden in der Heimat feien. 
Unsere Jungen und Mädel hielten am 18. und 19. Sept. 
ihr Sportfest ab. Die Wettkämpfe brachten manche beacht 
liche Leistung. Der Sonntagnachmittag war mit Darbietungen 
aller Art, wie Spiele, Tänze und Lieder, ausgefüllt. Die 
Zuschauer erfreuten sich an dem bunten Bild. 
Unsere zwei'älteste Einwohnerin, Frau Martha Elisabeth 
Roß, feierte in seltener Rüstigkeit ihren 88. Geburtstag. Alt- 
bauer Heinrich Rode, Heina, vollendete das 85. Lebens 
jahr. Beiden Altersjubilaren die herzlichsten Glückwünsche! 
Vom Standesamt wird gemeldet: Geboren: Pg. Will). 
Bier (Schreinermeister), Altmorschen, ein Junge (1. K.); Georg 
Ludwig, Altmorschen, ein Junge (3. K.); Adam Hofmeier, 
Heina, ein Mädchen (4. K.); Karl Horn, Heina, ein Mädchen 
(3. K.). Getraut: Obergefr. Walter Hellmund mit Dina 
Stöbet, Altmorschen. Gestorben: Konrad Römer, Eubach, 50 
I.; Heinrich Schneider, Eubach, 71 I. 
Fl'ir die mir übersandten Grüße herzlichsten Dank, ich 
erwidere sie hiermit. 
Ich hoffe, daß Euch dieser Bericht bei bester Gesundheit 
erreicht. Für die Zukunft recht viel Soldatenglück und alles 
Gute. In. herzlicher Verbundenheit grüßt Euch die Heimat! 
Euer A. Schmidt. 
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