Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 37, September/Oktober 1943)

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20 Jahre Ortsgruppe Melsungen der NSDÄP 
Am deutschen Turnfest 1923 in München hatten auch Mel- 
sunger teilgenommen. Einigen von ihnen war es vergönnt, in 
einer Versammlung Adolf Hitler, den Führer der damals noch 
in den Anfängen stehenden NSDAP., zu hören. Ein Zeitungs 
artikel im Melsunger Tageblatt brachte von dieser Versammlung 
einen Bericht und eine Kritik des Redners. Fn einem zweiten 
Reichsgesundheitsführer Dr. Conti- Berlin spricht zu den 
Versammelten des Kreistags im Kronensaal zu Melsungen 
Photos: W. Heinel, Spangenberg. 
Artikel wurde den Ausführungen von einem anderen Teilneht- 
mer stark widersprochen. Der Schreiber dieser Entgegnung rief 
im August Freunde der neuen Partei zur Gründung einer Orts 
gruppe^ zusammen. Die Ortsgruppe wurde gegründet und die 
Führung übernahm der Verfasser der Enlgegnung Dr. Reinhardt. 
Zwanzig Fahre sind darüber verflossen. Eine Zeit des Wach 
sens und Werdens liegt in der Vergangenheit. Darüber wird die 
Geschichte dieser Zeit berichten. 
Heute wenden wir uns der Gegen- 
wait zu, und wollen Euch. die nicht 
dabei fein konnten, berichten von 
dem, was aus Anlaß dieser 20. 
Geburtstagsfeier daheim geschah. 
Viele von Euch erinnern sich 
noch der glanzvollen Tage, der 
mächtigen Kundgebung, der stim 
mungsvollen Feier in den August- 
tagen des Jahres 1933, als die 
Ortsgruppe ihr 10jähriges Bestehen 
feiern konnte. Weiln trotz aller- 
inneren und äußeren Bedingtheiten 
die Ortsgruppe ihren 20. Geburts 
tag in diesem Jahre so herausstellen 
konnte, wie es geschah, so ist das 
ein Zeicheir der inneren Stärke und 
des kraftvollen Lebenswillen der 
Ortsgruppe Melsungen. Im Rahmen 
dieser Geburtstagsfeier standen drei 
Veranstaltungen: Ein Aufmarsch 
der Ortsgruppe ain 1*. August auf 
dem Marktplatz, ein Vortragsabend 
für Gäste itnb als Abschluß und 
Höhepunkt der Kreistag der 
NSDAP, am Sonntag, den 26. 
September. 
Gauleiter Staatsrat W e i n - 
rich hatte seiner ältesten Ortsgruppe 
im Gau Kurhessen zum 20.Geburts 
tag eine ganz befonbere Gabe zuteil 
werden lassen. Sämtliche Kreisleiter 
des Kurhessengaues sowie die Gau 
amtsleiter waren am Sonnabend 
zu einer Tagung hier versammelt und nahmen geschlossen an 
der Feier am Sonntag, den 26. September, teil, zu der über 
900 Gäste im großen und kleinen Kronensaal erschienen waren. 
Aus der im leuchtenden Rot geschmückten Bühne standen die 
Fahnen der OG. Hinter der Führerbüste ragte die Standarte 
„Melsungen'' auf, daneben stand die alte Sturmfahne, die einst 
in Weimar durch den Führer ihre Weihe erhalten hatte. 
Der Kreistag am Sonntag, den 26. September, wurde 
eingeleitet durch eine 
Ehrung unserer gefallenen Helden 
durch den Ortsgruppenleiter Dr. Reinhardt. Die Fahnen 
senkten sich, die Anwesenden standen im ernsten Gedenken, als 
Dr. Reinhardt der Gefallenen des Weltkrieges, des Blutzeugen 
unseres Gaues Pg. M e s s e r s ch m i d t, der Opfer der Terror.- 
angriffe, insbesondere derer aus unserem Kreise, und Väter 
und Söhne unseres Kreises gedachte, die in diesem Krieg ihr 
Leben gaben, von denen über die Hälfte Pg., SA-Männer, 
NSKK-Männer, ^-Männer und Angehörige der HI waren. 
Unter ihnen der Träger des Goldenen Ehrenzeichens und Mitbe 
gründer der OG. Melsungen Pg. Johannes Kasper, der 
Kreisschulungsleiter unseres Kreises Leutnant d R Pg.Reiße und 
der Kreisamtsleiter des Amtes für Volksgesundheit Stabsarzt 
Dr. Die fenbach. Und als nun das Lied vom guten Kame 
raden aufklang, als die Arme sich reckten zum Gruß, da weilten 
die Gedanken bei denen, die für uns ihr Leben gaben. 
Die sich anschließende 
Morgenfeier 
stand unter dem Leitmort: „Nur wer stürmt, hat Lebensrecht!" 
Die stimmungsvolle Feier wurde eingeleitet durch die vom 
Gaumusikzug des Arbeitsdienstes unter Leitung von Obermufik- 
zugführer Philipp meisterhaft gespielte Ouvertüre zu „Rienzi" 
von Richard Wagner. Führerworte, gemeinsame Lieder, Chöre 
führten hin zu der Ansprache von Gauleiter-stellvertreter SA- 
Gruppenfllhrer Pg. Solbrig - Kassel: Die Feierstunde gilt nicht 
nur dem 20jährigen Bestehen der Ortsgruppe. Sre ist eine 
Erinnerung an die Zeit, an der es jedem anständigen Mestschen 
nicht gut ging. Ungewiß waren Weg und Ende dieser Zeit. 
Doch mit den Ereignissen von heute verglichen, sind diese Er 
lebnisse klein und nichtig. Was heute über die Menschheit hin 
braust, ist eine Revolution gewaltiger als alles, was wir erlebt 
haben. Abgefallen ist was klein und häßlich war. Geblieben ist der 
Mensch, der das Schicksal meistert. Deshalb gilt heute noch der 
alte Landsknechtjpruch: 
Herr, laß uns hungern dann und wann, 
Sattsein macht stumpf und träge. 
Und schick uns Feinde, Mann für Mann! 
Kampf hält die Kräfte rege. 
Der Schlußchor aus den „Meistersingern" bildete den würdigen 
Abschluß der Morgenfeier. 
Aufmerksam lauschen über 900 Hörer den Ausführungen des Gauleiters Staatsrat Weinrich
	        

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