Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 35, Mai/Juni 1943)

Ortsgruppe Körle 
Liebe Kameraden! 
Strahlend blauer Himmel, Pogelgesang aus Hecken und 
Bäumen, schaffende Menschen, spielende Kinder, das ist das 
Bild, was ^eyenwärtig die Heimat bietet. Im allgemeinen ist bis 
jetzt der Mai kühl und trocken. Das Thermometer ist mor 
gens noch nahe des Gefrierpunktes. Der Stand der Feld- und 
Gartenfrüchte ist gut. In nicht allzulanger Zeit wird wieder 
die Sense durch das Gras rauschen, auf den Wiesen die Mäh 
maschine rattern und der würzige Duft des Heus die Luft er 
füllen. Das Fest, zu dem wir die Häuser mit Maiengrün 
schmücken, .rückt heran. Erinnerungen aus der Jugendzeit werden 
wach: als wir als Jungen in die Wälder zogen, um Birken 
büsche zum Schmuck zu holen, immer gewärtig, vom Förster 
überrascht zu werden. 
An Urlaubern konnten wir die folgenden Kameraden be 
grüßen : Karl Werner, Konrad Döring- Empfershausen; 
t einrich Landgrebe- Lobenhausen; Martin Knaust, Konr. 
immermann, Christian U m b a ch , Heinrich Wiede- 
recht, Pal. Blumen st ein - Empfershausen, Karl W i l k e, 
Herm. Potzkai. Georg Schönewolf, Aug. Geyer, 
Karl Döring, Konr. Döring (Siedl.), Konr. Dippel, 
August E r b e ck , Heinrich D i e l i n g - Wagenfurth. Heinrich 
Gerstun9Lobenhausen, Konrad Emmeluth. Albrecht- 
Empfershausen, Karl S ch ö n e w o l f, Georg Freuden st ei n- 
Lobenhausen, Karl Hörich, Peter Dieling, Kurt Pier 
ling, Henrich Schmoll. 
Familienzuwachs gab es bei K. Döring ein Sohn, Will). 
Schüler eine Tochter, Karl R o h l e d e r ein Sohn, Fr. 
Landgrebe -Lobenhausen ein Sohn. 
Gestorben ist in Empfershausen Frau Jakob K ö r d e l. Der 
rüfmeister der Luftwaffe, Karl Ochs in Körle, ist bei einem 
ienstflug mit einem Flugzeug abgestürzt und hat sein Leben 
dabei eingebüßt. 
Nun, liebe Kameraden, wünsche ich Euch allen ein den 
Perhältnissen entsprechendes „Frohes Pfingsten" und grüße mit 
„Sieg Heil" Euer A. Ar end. 
* 
Wieder ist, meine Kameraden, ein Frühling in unsere 
Heimat gezogen und hat seine ganze Blütenpracht über unsere 
Gaue ausgegossen. In den Gärten unserer Dörfer leuchten die 
Blumen, und in weißer Blütenpracht prangen die Kirschbäume. 
Unsere Frauen und Mütter schmücken das Zimmer mit grünen 
Zweigen und Blumen, in dem das Bild eines lieben Menschen 
hängt, der irgendwo im Osten, Süden, Norden oder Westen am 
Feind steht und die Heimat verteidigt. Und während die Amseln 
von den höchsten Spitzen der Baume und der Giebel den 
Frühling melodisch einflöten, 
suchen die kleinen Jungen 
und Mädels schon fleißig 
am Ostertag Moos, um den 
Osterhasen das „Eierlegen" 
möglichst zu erleichtern. Auf 
unserm Sportplatz wird im 
frohen Spiel der Handball 
fleißig bewegt und silbern 
schlängelt sich die Fulda durch 
grüne Matten am Sport 
platz vorbei. Werfen wir 
von dort einen Blick ins 
„Lobenhäuser Feld", so grünt 
dort wie überall in unserer 
Heimat eine „Saat", daß 
einem das Herz im Leibe 
lacht und zu den besten 
Hoffnungen berechtigt. Hinter 
dem schützenden Wall unserer 
Front liegt, abgesehen von 
den Orten ruchloser britisch- 
amerikanischer Terrorangriffe, 
die Heimat im Frieden 
und es kann ruhig jeder 
seiner Arbeit nachgehen und 
unsere Kinder können sich 
ihres unschuldvollen Lebens 
freuen. Dafür können wir 
garnicht genug dankbar sein, 
Venen, die ihr Leben dafür 
Eingegeben, die ihr Leben da 
für opferten, um Europa vor 
dem furchtbaren Blutbad, wie 
das der 12 000 sadistisch hin 
gemetzelten polnischen Offi 
ziere^ zu bewahren. Wieder 
hat es einen unserer Besten getroffen, den zu großen Hoff 
nungen berechtigenden Soldaten Kördel aus > Wagenfurth. 
In Urlaub konnten wir in der Heimat begrüßen den Ober 
aefreiten Willy A r e n d , Oberleutnant Kurt Jacob, unsern 
alten, unverwüstlichen Handballstürmer Hch. R o h d e, Schorsche 
Werner, Flakgefr. Hch. Schmoll und unsern ehemaligen 
Handballbetreuer Jakob Metz. Was haben mir vielmals auf 
unsern „Handballduells" im schönen Hessengau einen geschmet 
tert und schöne Stunden der Kameradschaft verlebt. Henner 
D i e l i n q schreibt mir u. a. aus Kreta: Was macht denn unser 
rührige „Turnverein Körle"? und er läßt über „Unser ist der 
Sieg" allen Kameraden die besten Grüße und viel Soldaten 
glück übermitteln. Einen ertra Gruß an seinen Bruder Peter, 
welchen er schon seit 31/4 Jahr nicht mehr gesehen hat und — hols 
der Teufel — wer spaziert hier im Sonnenschein die Straße ent 
lang? Dein Bruder Peter — Moment — will selbigen mal 
schnell begrüßen. So: Dein Bruder Peter ist vor zwei Tagen 
auf Urlaub gekommen und erwidert aufs herzlichste Deinen 
Gruß. Er war begleitet von seiner Frau mit Kinderwagen, 
Schwiegervater und -mutter Potzkai. Ja, da bleibt Dir „Kreta 
insulaner" die Spucke weg. 
Zum Militärdienst abgerückt sind in letzter Zeit: Johannes 
R 0 h l e d e r, Schorsche Geyer, Schorsche Engelhardt, 
Johannes Nadler und Adam Martin (Wagenfurth), und 
es werden noch so viele folgen, damit umso schneller „Unser der 
Sieg" ist. 
In unerschütterlichem Vertrauen zum Führer und zum End 
sieg Euer W. D ö b e r i tz. 
* 
Liebe Kameraden im feldgrauen Rock vom SA-Trupp III Körle! 
Euch Kameraden im feldgrauen Rock übermittle ich hier 
mit die besten Grüße aus der Heimat. Zunächst möchte ich Euch 
einen kleinen Bericht über unseren SA-Dienst im Kriege geben. 
Bon unserm SA-Trupp stehen die meisten Männer an der Front. 
Die Männer, die noch zu Hause sind. tun genau so ihre Pflicht, 
wie sie das vor dem Kriege getan haben. Es sind uns in 
unserem Trupp noch fünf Mann. Also Dienst machen ruu. 
früher, das geht ja nicht, denn die Männer find alle in 
Rüstungsbetrieben beschäftigt und müssen Sonntag wie Woche 
arbeiten. Das könnt Ihr ja alle verstehen. Aber das, was 
heute von uns verlangt wird, erledigen wir nach wie vor. 
Genau so wie der Trupp III vor dem Kriege gestanden hat, 
so steht er jetzt noch. Mögen auch die meisten Männer bei der 
Wehrmacht stehen, wir Männer aber. die wir noch in der Heimat 
sind, werden dafür Sorge tragen, daß der SA-Trupp III auch 
in Zukunft seine Aufgaben lösen wird. Die meisten von Euch 
stehen nun schon fast '4 Jahre bei der Wehrmacht. So ist es 
nun fast in allen SA-Stürmen: daß sich der SA-Mann in 
diesem Krieg bewährt hat, darüber brauche ich wohl kein Wort 
zu verlieren. Denkt man nur daran, wieviele SA-Männer 
FRÜHLING IN ELBERSDORF 
Photo; W. Heinei, Spangenberg 
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