Full text: Brief von Hans Michel Schletterer an Louis Spohr

Hochwohlgeborener,
Hochgeehrtester Herr Hofkapellmeister!

Seit ich Ihr verehrtes Schreiben vom 15 Oct. v. J. - für das ich Ew. Wohlgeboren hiemit verbindlichsten Dank sage – erhalten habe, schwanke ich in meinen Ent-
schlüssen hin und her, und bis zu einem rechten Ziel mit mir selbst
eigentlich noch nicht gekommen. Ich wünsche zwar sehr eine sichere
und gute Anstellung zu erhalten, aber ich möchte Herrn Dupont
nicht gerade noch Hindernisse bereiten, noch wollte ich von hier weg
gehen, ohne zuvor(???) alle Hebel in Bewegung gesetzt zu haben, die
meinen Zwecken förderlich sein konnten und alles versucht zu haben,
was eine Zebung der hiesigen musikalischen Verhältnisse ermög-
lichen dürfte. Im Vertrauen auf die gewaltigen und mächtigen
Wirkungen der Zukunft und von der Überzeugung geleitet, daß das
wahrhaft Gute immer durchdringen und den Ding behalten muß,
habe ich es denn unternommen einen Chor und ein Orchester zu bil-
den und meine Bemühungen sind bis jetzt mit dem besten und
günstigsten Erfolge belohnt worden, so zwar, daß der Chor augen-
blicklich circa hundert, das Orchester vierzig Theilnehmer zählte,
die weitere, schwierigere Aufgabe wird nun allerdings darin

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.