Full text: Über hessische Ortsnamen

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© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 317 
ken wäre, finde ich in einer schaumburger urkunde 
von 1483 erwähnt *)• Allein es müsten sich erst son 
stige spuren des festen hafts der alten thierfabel in 
dieser Wesergegend aufweisen lassen, und ich ver 
mag nichts davon beizubringen. 
3) Auf mehr geltung anspruch hat daher eine er- 
klärung, welche in dem namen Reinhardswald die 
letzte silbe für überflüssig hält, und schon in dem al 
ten worte hard den begriff des waldes völlig aus 
gedrückt findet. Das alts. hard, ahd, hart ist der 
echte ausdruck für silva, nemus, und m der Wurzel 
verschieden von dem nur scheinbar damit zusammen- 
treffenden adj. hart (durus), ahd. harti, herti, goth. 
hardus; denn jenem subst. entspricht, wenn mich 
nicht alles teuscht, das altn. haddr, folglich ein 
goth. hazds. Noch das sei bemerkt, dass die hoch 
deutsche form hart und nicht harz fordert, welches 
sich durch misverstand nhd. und in die namen Harz 
wald, Harzburg (mhd. Hartesburc) eingeschwärzt 
hat. Soviel von hard. Der Zusammensetzung erster 
theil, ragin, regin, später rein verstärkt bloss den 
sinn des andern worts, vor welches er zu stehen 
kommt. Wie also reginblind stockblind, reginscatho latro 
maximus ausdrücken, bezeichnet re gin hard sehr tref 
fend einen grossen wald. Da eine ganze reihe der 
ältesten deutschen waldbenennungen mit hart gebil 
det ist, z. b. Spechtshart, Manhart (in Oestreich), 
Weilhart, Laubhart (in Baiern}, u. a. m., so gebe 
ich dieser letzten auslegung des hessischen Reinhart 
den Vorzug. 
BLOTZHOF, BLOTZGARTEN. 
Aufm blotzgraben, blotzgarten heisst es zu 
Meckbach a. Rotenburg, niederh. wbl. 1830, 432. 1823. 
*) Paulus Kloster Möllenbeck p. 125.
	        

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