Full text: Über Schule, Universität, Academie

über schule Universität academie. 
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die hergebrachten vier Monarchien, und brauchte eigentlich nur in der rö 
mischen, allenfalls griechischen geschichte auf genaue künde bedacht zu sein. 
In die nebel der einheimischen alten drang er gar noch nicht ein, wie viel 
neues, welthistorisches hat sich seitdem zugetragen und ist, bei erleichterung 
aller mittel des aufbewahrens, bis ins einzelne auf das reichste verzeichnet 
worden; von geschichte der literatur und dichtkunst, wie sie gegenwärtig 
angebaut werden, hatte man ehmals nicht die ahnung. Auf dem felde der 
philologie war der lernbegierigen jugend aufser den beiden classischen spra- i ^via j bc-m> 
eben nur noch die hebräische dargeboten, aber auskunft über die neueren tt&MeJ . 
und vollends die Muttersprache trat erst viel später hinzu, geschweige dafs 
auch die kenntnis jener classischen sich beständig vertiefte und in ihnen nun 
ein ungleich ansehnlicheres material zu bewältigen bleibt. Nicht anders hat 
die fülle geographischer entdeckungen zugenommen, und die naturwissen- 
schaften, deren eingänge schon in der schule aufgethan w r erden sollen, brei 
ten allenthalben das weiteste feld aus. Wie natürlich, dafs ehmals alle kraft 
unzersplittert dem classischen Studium zu statten kommen und alle praxis in 
ihm gefördert sein konnte. 
Will oder mufs man, da die zeit der lehre wie des lebens immer kurz 
gespannt ist, dem classischen alterthum einen noch gröfsern theil des bisher 
innne gehabten raums abdringen, als unvermerkt schon geschehen ist, und 
dem neuen wissen eingeben? es kann von einsichtigen, redlichen lehrern be 
zweifelt werden, ob der erlittene verlust durch gewinne auf der andern seite 
sich ausgleiche. 
Wir haben uns alle lang in das alterthum eingelebt und sind mehr als 
wir selbst wissen mit ihm verwachsen, so dafs beim losreifsen von ihm stücke 
der eignen haut mit abgehen würden. Es war uns stets ein weiser und siche 
rer führer, an dessen starkem arm wir uns aus der eignen barbarei empor 
gewunden haben. Die classischen sprachen sind uns mittel und handhabe 
für unzähliges, fast unberechenbares geworden, sie wecken sinn, geist und 
herz zusammen und flöfsen uns kraft und tugend in ihren reichen denkmälern 
ein. Was soll aufser ihnen gelesen werden? gewährt halben, um nicht zu 
sagen vollen ersatz ihrer natur, frische und würde irgend eine der neueren 
sprachen? in dieser classischen literatur ist uns Vernunft, freiheit und poesie 
gegeben. Beide, die lateinische, noch mehr die griechische spräche gelang 
ten zu hoher ausbildung und festigung, als ihre form noch sinnlich stark und 
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