Full text: Von Vertretung männlicher durch weibliche Namensformen

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© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 214 
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dürfte von fjeihvö der mannesname Theihvo entspringen, der sich für den dün 
nerer eignet, ja wozu das Marc. 3, 17 in der vulgata gesetzte tonitrai (für toni- 
trus) stimmt, der donnergott hiesze demnach den Gothen Theihvo, ein wahres 
gegenstück zu 'Egfxijg oder Herma, doch habe ich nichts dagegen, dasz daneben 
eine weibliche Theihvo bestand, in der form fielen sie zusammen, läszt sich 
nicht auf die namenlumjö undFraujö schlieszen? nur appellativisches frauja ^otuko wit 
kommt vor. Das gr. Salfxwv, welches beiden geschlechtern ertheilt werden 
kann, wiedergebend schwankt Ulphilas zwischen weiblichem unhulfm und weötl.uTiUkk. U)<?6er 4l( 
männlichem unhulf>a, warum wandte er unhulfm nicht immer an? dasz er 
letzteres männlich construieren konnte lehren zwei stellen unwidersprechlich, 
Matth. 9, 33 liest man: usdribans varf) unhulfm und Marc. 3, 22: in fiamma ( a G, I0o f Sa *^ 
reikistin unhulfmnö, er fand also bei männlichem unhulfm kein bedenken, ^ 6it-*vn a ■ 6un^o 
er hätte auch sagen dürfen usdribana varf) unhulfm und in füzai reikistön 
unhulfmnö, eben wol usdribans varf) unhulfm, in fmmma reikistin unhulfmne. 
denn Marc. 1, 34 schreibt er fms unhulfmns; Marc. 5, 12 allös fms unhul- 
j)ons; Luc. 8, 30 unhulfmns managös; dagegen Luc. 4, 35. 9, 42 sa un- 
huljia; Luc. 8, 33 f>ai unhulfmns; Luc. 8, 29 fram Jwmraa unhulfnn. ich 
habe wol an gutem beispiel das dehnbare vermögen gothischer mundart aus 
führlich zeigen dürfen. Noch eine deutliche stelle gehört hierher. Philipp. 
4, 3 heiszt es: jai jah bidja fmk, valisö gajukö, rat equiTw nal re, yvyyie truv^vys, 
vulg. etiam rogo et te, germane conpar, hier setzt und fügt er gajukö weib 
lich,IIGor. 6,14männlich: nivairfmif) gajukans, fx»| ytvsrSs hsgo&ycvvrsg. Einer 
’coj.- HSrkunde gothischen gebiets inMaffei istor. dipl.p. 160 oder beiMarini no. 79 
auf o,y«. o«a vom j. 557 entnehme ich ein dreimal vorkommendes Rosemud qui Faffo 
l lC^ ‘Äjtcognonrinatur. faffö scheint lautverschobnes papa, nhd. pfaffe, was damals 
(«MT Sunou^Aw schon appellativum und beiname war. darf über goth. mannesnamen auf 6 So-nM .^'o^a 
noc ^ zwe if e ^ berschen? appellativa pflegen sonst die geschlechter zu schei- okc) ^^«4°' 
r* den und den männlichen a, den weiblichen 6 zu geben, wie auch aus un- 
too MiA^Äjß^ulfm, gajuka erhellte, hervorgehoben sei noch viduvö yj$a, fauhö yulpes, uwWcüvna mol^rav- 
juggö vsccrcrcg, tvös juggöns ahake. Luc. 2, 24. die sogenannten nomina ia^on. 
agentis braucht ülphilas natürlich männlich: nuta, staua, smifm, veiha, dedja, öt^ßf ^ ^ 
ferja, fiskja, bihaitja, haurnja, arbinumja, sviglja, timrja, vaurstvja. bei na- C pxKaTL, J~U- 
men der heiligen schrift wich er nicht gern von der Überlieferung, für Maria, 
Martha scheute er nicht die männliche form Marja Marjins, Marfm Marfüns, 
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