Full text: Über Frauennamen aus Blumen

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 208 
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schönen fufs suchen, der in diesen schuh passen würde und so geschah es, 
dafs man Rhodope zu Naukratis auffand und sie hernach zur königin wählte, 
auf dieselbe w r eise wird in einem unsrer gangbarsten kindermärchen Aschen 
brödel am pantoffel, den es von seinem hübschen fufs hatte fallen lassen, 
erkannt und zur königin erhoben, wie auch in anderer gleichberühmter sage 
könig Mark befahl, nach der eignerin des schönen haars zu forschen, das 
eine schwalbe herangetragen hatte. Lege man nun 'Pobiirig rosengesicht, 
rosenblick von d)7ry\ aus, oder r Po<^7r>) rosenpflanze, von iirog saft und dann 
viXcpiov laserpitium, einer saftigen pflanze; die Vorstellung bleibt nahe dieselbe 
und beide formen, gleich dem einfachen'Po^w und'Pe&j erscheinen oft als hetä- 
rennamen. 'Po&oyovvYi wäre ein rosengefllde, auch c Pc£at/£H] und 'Po&ouXeia sind 
frauennamen. Zumal beachtungswerth ist die nebeneinanderstellung von 
ATfJLog und seiner gemahlin 'Po$g~yi in den bekannten thrakischen bergnamen, 
denn aTfjiog bedeutet einen dornstrauch oder w r ald und goboirvi die rose, was 
an ein anderes verbreitetes märchen von Dornröschen mahnt und an jenes 
verschlingen der rose und des hagedorns über dem hügel. sicher gab es von 
beiden bergen altthrakische mythen. Auch c Po<Wa, C Pohia im homerischen 
hymnus auf Demeter 419, gebildet wie *Av$eia und TaAdreia, neben c PoSo77Y\ 
422, der göttin gespielinnen, nehmen für diese lieblichen namen die edelste, 
reinste bedeutung in anspruch. 
Gefällig sind neutralbildungen von eigennamen, denen gleichwol ein 
weiblicher artikel hinzuzutreten pflegt, weil ihr bezug auf frauen überwiegt: 
3, £Iya\xov, lat. ocimum, wolriechendes basilienkraut, jenes arab. Rihanet; 5icru t u- 
thymus, quendel; Mvqtiov, myrtenzweig; XeAi&oviov schwalbenkraut, auf 
dakisch scgovcrrdvii und noch heute littauisch kregz’dele, kregz’dvne genannt 
(Nesselmann s. 225 b ), doch ohne anwendung auf frauen, ein in der sprach- 
wort; 'Aßgorovov, Artemisia, stabwurz, auch mit demspiri- 
eschrieben, eine solche Abrotonon, wiederthrakischerabkunft, 
war des Themistokles mutter, wie Plutarch meldet, Athenaeus wiederholt: 
*Aßgorovov QgY\tT(Ta yvvvj yevog• ctAAct T£K£ / T&at 
rov fj.£yav 'EaXy^iv (pv\fM S£fJUTroyc?Ja. 
für d)Yjfj.l steht bei Athenaeus </>acr/. ’Aßqorovov war nach Stephanus von Byzanz 
auch einer libyschen Stadt name und Stephanus will diesen, wie e, A&fjLovov auf 
*A&fj>cv£vg, zurückbringen auf’AßgorovsvG. *A&ijlqvqv nach der gewöhnlichen les- 
art ist name eines attischen &'fj/xog, in beiden Wortbildungen v Ad'[jlovov und 
^-nvCftV A^r^CpA 
2/T<*l( ) tS'>0Y AeYotCpit r,öV , T\OA i TI th Q y\ 
AcJ OcNfWA'AÄXULO- S^TfodSlioV iJlcoyJ jyi’J 
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(la-'ficko / GiMjstcULA /Cj\ J 
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