Full text: Über Diphtonge nach weggefallnen Consonanten

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in beiden ist G bewahrt, ja es pflegt noch einige andere casus zu erfüllen, 
nemlich den nom. pl. masc. tvegen hegen, und im acc. findet sich tvig, ana 
log dem nig hig für neov heo. wahrscheinlich entsprang der ahd. mhd. pl. 
masc. zuene aus zueine zuegene, das goth. tveihnai hat die distributivbedeu- 
tung des lat. bini und erscheint im ahd. zuinelinc SßvfJLog gemellus, ist folglich 
von jenem cardinalen zuene verschieden. Höchst wahrscheinlich macht mir 
die Vergleichung des lat. ambo, gr. skr. ubhäu, dafs unsere deutschen 
formen aphaeresis erfuhren; wenn tvaddje = duorurn, baddje = amborum, 
so reichen die buchstaben ba des deutschen nur zu bo des lateinischen worts, 
und erst ambaddje würde amborum decken, vgl. bia apis, bi abhi. 
Für tvaddje baddje hätte man ahd. zuatto pattö, umgelautet zuetto 
petto anzusetzen, oder galt mit geschwächtem vocal zuitto pitto? mir scheint 
unser zwitter hermaphroditus dahin gehörig, einer der zwei geschlechter hat, 
ahd. zuitarn (Graff 5,730), gleichsam goth. tvaddairns? denn gradeso begeg 
net ags. bäddel und bäddling für einen beides geschlechts, so dafs statt bega 
früher auch bädda = baddje gegolten haben mag. das bekannte altvil des 
Ssp. 1,4 sollte es nicht aus tvil f. tviddel zu deuten sein? ich finde auch ein 
ags. adj. tväde oder tvaede duplex. 
Diese Zahlwörter verlassend schreite ich zu einem ihnen höchst ähn 
lichen subst. vor. für den begrif ei entrathen wir des goth. ausdrucks, den 
die Verdeutschung des alten testaments darbieten würde, oder selbst die von 
Luc. 11,12, wäre nicht zwischen 10,30 und 14,9 lücke. nach dem mafs- 
stab des ahd. zueiero duorurn und eiero ovorum, des ags. tvegra ägra [darf 
fast sicher auf einen goth. gen. pl, addje, folglich den sg. addi ovum ge 
schlossen werden, was erwünschteste bestätigung aus Busbeks nachricht em 
pfängt, bei den in der Krimm ansässigen nachkommen gothischer Stämme 
habe das ei geheifsen ada (*). In unserm hochd. ei ist demnach wurzelhaft 
nichts als das durch i umgelautete a, und dies i gehört der flexion, so dafs ei 
zu vervollständigen wäre entw. adi edi oder agi egi, wie sich mhd. treit ver- 
deit ergab aus treget verdeget, und für G streitet die entwickelung der me- 
dia nach dem I, da man auch eiges für eies, zueigero für zueiero findet, was 
dembouwen für bowen, ouwe für owe, mouwe für mavi, riuwe f. riwe gleicht, 
nur dafs hier das G der wurzel, dort das W der bildung gehörte. Aber nach 
(?M) 
■ ahfa, Jy owj*.. cuWaa / {, 
Vaß. • l°\ -\^?2£ 
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/, J.V, 
ii^jr^TBUrv«. \jloJ. 
(ajfyy, i unt 
"Lfiracn sWkh 
( 1 ) Mafsmann bei Haupt 1,361. 
5» Kl iA , ßicruHtdr uw») GA* 
fm-ri. tyi M-r\ b-s, itomiQ, 
F2 
.Ino ft r\n(L^ J
	        

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