Full text: Über Diphtonge nach weggefallnen Consonanten

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gleiches Ursprungs scheint mir das goth. fern, si, ahd. siu ea. Wie nah stöfst 
(Tcpuo'ider dual zweiter person, an crcpooe, den der dritten, und man weifs dafs 
mpicri für vfjuvy also goth. izyis vorkommt, dem es buchstäblich gleicht, z. b. 
in Dolons Worten II. 10,398 
cpv^Lv ßovXevovn fJLsrcc <r<pi<n, 
oder II. 17,443 die dualform ccpSoi' für C/JLag = izyis. Bopp hält goth. izvis 
zu gemutmafstem v(Tfj.sg für v)ufj,sg = v/msig, und ich denke, dafs uns die berüh- 
rung zwischen erd pcpZi cr^/cri und izvis freilich zuletzt aufschlufs über vfJLeig 
und vfjuvy die gleicher wurzel sind, wird zu wege bringen, das S in erv für 
tu, in izvara = idvar( 1 ) mufs darum hohes alter, und das reflexive seina sis 
sik mit dem pronomen zweiter person die nemliche wurzel haben. Wem 
diese ahnung weit über das ziel hinaus streift, der halte sich an das ausge 
machte, dafs izvara ydar und iuwar identisch sind. Z und D scheinen 
aber wurzelhaft; das schwed. dän. eder wenn sie auch die gemeine ausspra- 
che in blofses er zusammenzieht, haben diese organische lingualis bis auf 
heute behauptet, ob sie auch dem goth. nom. jus, ahd. lr, altn. er ur 
sprünglich eigen war, lasse ich dahin gestellt sein. 
Die vielgestaltige, alle drei reihen der mutae durchlaufende und doch 
allenthalben formverwandte vierzahl zeigt im goth. fidvor und fidur, was 
dem oskischen petur, welschen pedwar, armorischen pevar peder, dann aber 
dem gr. Terogeg, das man neben tnpvQzg iretrvgeg iriwvgeg (wie Tsvoragsg tetto- 
qeg Tsrogeg) ansetzen darf, zunächst liegt, an Tenrccgeg rerogeg stöfst slav. tshat- 
vär tshatur tsheturi,[lett. tshetri, litth. keturi, preufs. ketwirts, skr. k’atvar | %&rr£ 
= tshatvar, ir. ceithir, lat. quatuor quattuor. alle diese formen wahren 
ihren lingualinlaut, das armorische pevar und das lat. ordinale quartus f. 
quatuortus abgerechnet, alle deutschen, aufser der gothischen scheiden ihn 
aus und lassen diphthong entspringen: ahd. fiur fior, mhd. nhd. vier, ags. 
feover, engl, fire, altn. fiorir, schwed. fyra, nur dafs altn. die neutralform 
fiögur und der gen. fiögra G statt D erscheinen läfst. fior feover für fidur 
fidvor gleicht vollkommen dem eben erörterten iu iuwar eov eover f. ydvar 
ydar eder und beiderlei formverwandlungen bestätigen sich Wechsels weise; 
war die lingualis in fidvor wurzelhaft, so mufs sie es auch in idvar sein. Nicht
	        

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