Full text: Brief von Adolf Friedrich Hesse an Louis Spohr

Breslau d. 15. Sept 1852

Mein hochgeehrter Freund und Gönner!

Gern hätte ich schon längst an Sie geschrieben, wenn
es mir nicht gänzlich an Stoff gefehlt hätte; doch war
das, wie ich einsehe, eigentlich kein Grund, da
Sie dessen genug haben, und mir es höchst interessant
ist, von Ihnen selbst über Ihren Faust etwas
zu hören. Unsere Zeitungen brachten nur kurze
Notizen über Ihre damit gefeierten Triumphe.
Theilen Sie mir doch recht bald gütigst etwas
darüber mit. Ihre liebe Frau Gemahlin ist
nun längst dem Getümmel der Regent-
und anderer Streets entrückt, und befindet sich
in stiller Gemüthlichkeit im traulichen, schönen
Garten. Ich konnte mir ihre Sehnsucht darnach
sehr lebhaft denken, fühlte ich mich selbst doch
leichter, als ich aus dem trouble heraus war.
Meine Rückreise habe ich in 2½ Tagen gemacht,
und fand meine gute Mutter, von der ich unter-
wegs nicht wußte, ob sie noch lebte oder
schon begraben war, (da der Brief meines Bruders
bis zu meinem Eintreffen hier 12 Tage datirte)
etwas erleichtert; sie konnte mir bis an die

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