Volltext: Zeitungsausschnitte über sonstige Veröffentlichungen

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284 Photographisches Archiv. [Nr. 678.] 
tocolle dieser Gesellschaft bezeugen. Jeder, der das Photo 
graphiren versteht, kann ja nun selbst nachprüfen, ob die 
Bezeichnungen eine andere Form haben oder nicht. Uebrigens 
hat die genannte Gesellschaft thatsächlich diesen Entschluss 
gefasst und ihren Vorstand damit beauftragt, die von mir 
publicirten Bezeichnungen F. Bol’s vermittels meines photo 
graphischen Verfahrens nachzuprüfen. Die Protocolle der 
Sitzungen (welche bis zum 19. Juni reichen) bezeugen be 
reits, dass die Herren über die Existenz der Bezeichnungen 
und in Sonderheit der auf dem Bilde der Berliner Galerie 
„Joseph wird von Potiphar’s Frau verklagt“ befindlichen 
(Nr. 10—12) in einem Zweifel sich nicht befinden. Das 
Ergebniss der Nachprüfungen wird seitens des Vereins pub. 
licirt werden. — Uebrigens lässt die punktweise Wirksam 
keit der photochemischen Naturarbeit einen Irrthum nicht 
zu, und wenn ich keine wahrheitsgemässe Wiedergabe der 
Bezeichnungen erbracht hätte, so würde sich das sehr bald 
herausstellen. Aber es liegt ja kein Grund vor, mir solche 
Narrheit zuzutrauen. Ueber die Art der Künstlerzeichen 
Ferd. Bobs berichte ich auf Seite 220—223 meines Buches 
und andererseits im Anhang desselben bei Gelegenheit der 
Beschreibung jeder einzelnen Bezeichnung ausführlich. 
Eine besondere Verstärkung des photographischen Ab 
bildes mehrerer der von mir erbrachten Bezeichnungen wäre 
übrigens nicht nöthig gewesen, wenn ich zu meinem Zwecke 
directe Aufnahmen nach den Originalen hätte machen 
können. Sehr zweifelhaft freilich ist es, ob mir dieses von 
irgend einer Museumsdirection gestattet worden wäre. Gleich 
wohl gibt es Leute, die mir das zum Vorwurf machen, — 
unwissend wahrscheinlich, dass alsdann ihr Widerspruch 
gegen meine kunsthistorischen Resultate noch viel unwirk 
samer gewesen wäre, als er es für die Länge der Zeit auch 
ohne dies sein wird. Im Herbst d. J. werde ich eine Bro- 
chüre herausgeben, worin ich meine Gegner, die sich z. 
Th. bis zu gemeinen Lügen und zu moralischen Verdächtig 
ungen meiner Person haben hinreissen lassen, sachlich 
widerlege. — 
Es lässt sich wohl erwarten, dass es nach und nach 
•der objectiven Wiedergabe der Photographie gelingen wird, 
einer grösseren Zahl gebildeter Männer über die mangel- 
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hafte Wissenschaftlichkeit meiner Gegner (welche übrigens, 
nicht etwa unter den Professoren der Universitäten zu suchen 
sind) die Augen zu öffnen. Fast alles, was sie gesprochen 
haben, ist „für das Publicum“ gesagt worden und in der 
ausgesprochenen Absicht, mein Buch sowie auch meine 
Person meinen Mitmenschen zu verleiden, als ob die Rem- 
brandtfrage eine persönliche und nicht eine wissenschaftliche 
Sache wäre. 
Es lässt sich auch hoffen, dass von Männern der 
Wissenschaft und von der öffentlichen Meinung verlangt 
und durchgesetzt wird, Bilder, welche ich nominirtH habe, 
an den betreffenden Stellen extra und bei zweckdienlicher, 
seitlicher Beleuchtung zu photographiren, — sodass die 
erhöhten Ränder der in die ehemals nasse Farbe ein 
geschriebenen Bezeichnungen einen Schatten werfen. Ein 
solches Vorgehen wird allem überflüssigen und unwissen 
schaftlichen Gerede ein Ende machen. 
Der Grund der Schwerlöslichkeit des chemisch 
reinen Zinks in Säuren. 
Die von de la Rive 1830 entdeckte Erscheinung, dass 
chemisch reines Zink in verdünnter kalter Schwefelsäure 
fast völlig unlöslich sei, ist bisher trotz wiederholter Unter 
suchungen noch nicht befriedigend erklärt worden. Man 
fand, dass andere Säuren sich ähnlich verhalten und nur 
die Salpetersäure das Metall auch im chemisch reinen Zu 
stande angreife, während das unreine Metall sich in den 
selben Säuren rasch auflöse. Von verdünnter, kochender 
Schwefelsäure oder Salzsäure wird das chemisch reine Zink 
meistens ziemlich leicht gelöst. Jul. M. Weeren*) hat 
kürzlich eine neue Untersuchung dieser für Chemigraphen 
und Photochemigraphen wichtigen Frage unternommen, 
welche ihn zu folgender Erklärung der vorliegenden Er 
scheinung führte: 
Das chemisch reine Zink, sowie andere chemisch reine 
Metalle sind deshalb in Säuren unlöslich bezw. schwer lös- 
*) Ber. d. deutsch, ehern. Gesellsch. 1891, Bd. XXIV, 8. 1785, durch, 
Naturw. Rundsch., 1891, Bd. VI, S. 472.
	        

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