Full text: Zeitungsausschnitte über Grimmdenkmäler, -feiern, -sammlungen und -museen

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aus 
:Casseler Allgemeine Leitung,Nr.290, 
1896,Okt,19,2.1-2 
re Feier der Enthüllung oes 
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GrrmmvenkmaLs in Hanau. 
(Eigenbericht oec „Cayetsr Allgemeinen Ze.tung.^ 
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Durchs cs urwsrgänalicheu Verdienste um die 
deutsche Sprache, das gesammte deutsche Schriftthum 
baden sich die großen Sohne des Hessenlandes, dis 
lrüder Jacob uns Wilhelm Grimm, selbst das 
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herrlichste Denkmal 
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unserer Literatur^ errichtet. 
durch ihre Märchen eia gleiches m den Herzen des 
gesammten deutschen Volkes. Dasselbe ehrte das 
Andenken des Brüderpaares, indem es ihrer liebe 
vollen Aufsuchung deutschen Geistes und deutscher 
Ursprünglichkeit, ihrem echt nationalen Wirken ent 
gegengekommen. An einem sichtbaren Zeichen seiner 
Dankbarkeit fehlte es aber seither. Dieser Dankes 
schuld hat es sich setzt entledigt, indem gestern aus 
dem Marktplatz der alten Stadt Hanau vor dem 
Rathhaus die Hülle von einem in Erz gegossenen, 
aus Meisterband hervorgegangenen Denkmal siel, 
das in genialer lebensvoller Darstellung uns die 
Gestalten des berühmten Brüderpaares vor Augen 
führt. Diese Denkmalserrichtung darf in Wahrheit 
als eine nationale Ehrung der Grimms angesehen 
werden, denn das ganze deutsche Volk hat dazu bei» 
getragen, daß die seit langem gehegte Idee dieser 
Schöpfung zur That geworden, indem allüberall im 
deutschen Vaterlands opferfreudig gespendet worden. 
‘Tlpr itpfrrii'p 'T'nn trw-ir pin tinfi nun (■ roT+l i rU «R ; C. 
enge 
Heimath genannt, wie insbesondere der Stadt Hanau, 
wo ihre Wiege gestanden. Hanau sorgte also auch 
dafür, daß diese Denkmalenthüllungsfeier wirtlich 
zu einem schönen und erbebenden Feste geworden, 
denn aus Einladung der städtischen Behörden kam in 
ihren Mauern gestern eine illustre Versammlung 
bestehend aus Koryphäen jener Wissenschaft, die durch 
die Brüder Grimm begründet worden, den Vetretern 
hoher Staatsbehörden, wie der Kunst und Wissen 
schaft im Allgemeinen, zusammen. Und wenn eines 
zu beklagen war, so war es das, daß der Himmel 
ein so wenig festliches Aussehen zeigte, denn von früh 
an war er von dunklen Wolken verhüllt. Und so 
war es immerhin noch als ein glücklicher Umstand 
zu bezeichnen, daß während des Nachmittags aus 
dem Regendrohen kein Ernst geworden und die Feier 
am Denkmal selbst in des Wortes verwegenster Be 
deutung nicht zu Wasser wurde. 
Der Platz um bas Denkmal bis zum Rathhaus- 
Eingang war abgesperrt, um Raum für die Ausnahme 
der 'Festversammlung zu schaffen. Ringsum drängte 
eine festlich gestimmte Menge, und die den Marktplatz 
umsäumenden Häuser zeigten reichen Flaggenschmuck. 
Auf einer großen Tribüne dem Denkmal gegenüber 
waren an oOO Sänger ausgestellt. Auf den Seiten 
tribünen entfaltete sich ein reicher Damenstoc, besitzt 
doch gerade Hanau Frauen- und Mädchenschönheiten 
in besonders großer Zahl. 
Unter den Ehrengästen bemerkten wir als Vertreter 
des Herrn Cultusministers unsern hessischen Lands 
mann Herrn Unterstaatssecretär Dr. v. Weyrauch, 
ferner Herrn Regierungspräsidenten Graf Clairon 
d'Hauffonville, den Präsidenten des Communal-Land- 
tags Herrn Vicemarschall Kammerherrn Dr. Hans
	        

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