Full text: Zeitungsausschnitte über Raphael

essisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Z 43 
müßten. Die Handelsverhältnisse würben daher bald wieder in ihr 
früheres Gleichgewicht zurückkehren und die Kapitalien sich dem Han 
del zuwenden, dem sie bisher entzogen worden. 
Die Presse enthält Betrachtungen über die irländischen Zu 
stände und insbesondere über den Tribut, welchen die Katholiken Ir 
lands an O'Connell entrichten. Die Rente würde nach der Meinung 
des genannten Journals in diesem Jahre, in Folge mannigfacher 
Hebel, die in Bewegung gesetzt worden, die des vorigen Jahres, 
welche sich auf 20,000 Pfd. St.belief, noch übersteigen. Die Presse 
weist auf das Gehässige hin, welches ein solcher Tribut habe, den ein 
so reicher Mann, wie O'Connell, von einem so armen Volke, und nun 
gar unter den gegenwärtigen Umständen, erhebe, um sich für seine 
Bemühungen zur Verwirklichung eines Phantoms bezahlen zu lassen. 
Elf Mitglieder des Jesuiten-Ordens haben sich zu Havre nach 
Neu-Granada eingeschifft. - 
Aus Otaheiti erfährt man, daß die beiderseitigen Admirale eine 
Kommission zur Abschätzung der von Pritchard zu fordernden Ent 
schädigung eingesetzt hätten, und daß man glaubte, diese Summe werde 
sich höchstens auf 20,000 Fr. belaufen. 
In Paris wirb eine neue Straße von der Rue des sept Voies 
nach der Rue Montagne Ste.-Genevieve angelegt, die etwas oberhalb 
der polytechnischen Schule in dieselbe einmündet. Es wird dadurch 
eine gerade und leichte Verbindung zwischen dem College de France 
und der polytechnischen Schule hergestellt, an der eS bisher fehlte. 
Großbritanien und Irland. 
London, 25. Nov. Se. Hoheit der Herzog Ferdinand von 
Sachsen-Koburg ist am 21sten in Begleitung seines Sohnes Leopold 
auf dem „Black Eagle" von Plymouth nach Lissabon abgereist. — 
Se. Kaiserliche Hoheit der Großfürst Konstantin von Rußland befindet 
sich noch in Plymouth, von wo derselbe Ausflüge in die Umgegend 
macht. 
Der Herzog August von Sachsen-Koburg hat nebst seiner Ge 
mahlin, der Prinzessin Clementine, gestern Windsor verlassen und sich 
in Folkstone nach Boulogne eingeschifft. 
Der Hof wird heute nach Osbornehouse auf der Insel Wight 
abgehen. 
Nach Berichten aus Grahamstown (Cap der guten Hoffnung 
vom 19. September) hatten die Pächter, mit Genehmigung des 
Vice-Gouverneurs, abermals eine große Versammlung am Kanga- 
Flusse gehalten, um eine Vorstellung an die Regierung zu beschließen 
in Betreff ihrer Beschwerden über die Koffern und den geringen 
Schutz, den die Regierung ihnen gegen dieselben gewährt. Insbe 
sondere klagen sie darüber, daß die Koffern ihre Vorräthe an Waffen 
und Munition auf eine besorgnißerregende Weise vermehren, und 
sprechen den Wunsch aus, daß die Regierung den Privatleuten in 
der Kolonie den Verkauf von Pulver verwehren und denselben zum 
Regierungs-Monopol machen möge. 
Berichten aus Sydney vom 26. Juli zufolge, war Port Ade 
laide zum Freihafen in ausgedehntestem Sinne des Wortes für alle 
Flaggen, ohne Unterschied, erklärt worden. 
Die letzten Nachrichten aus Hongkong melden die Rückkehr des 
Admiral Cochrane mit seinem Geschwader von einem Kreuzzuae gegen 
die Seeräuber von Borneo, auf welchem das stark befestigte Piratennest 
Malluhda im Norden von Borneo von den Engländern zerstört wor 
den. Der Widerstand der Seeräuber war so hartnäckiger Art, daß 
die Engländer ihren Zweck nur mit dem Verluste von 10 Todten 
und 15 Verwundeten, unter denen drei Offiziere, haben bewerkstelli 
gen können. Von Hongkong hat der Admiral am 27. September 
eine Fregatte und ein Dampfschiff nach Auckland (Neu-Seeland) deta- 
schirt, um gegen die aufsässigen Eingebornen verwendet zu werden. 
Das nachtheilige Gefecht, welches die englischen Truppen dem Häupt 
ling Heki im Juli geliefert haben, giebt selbst unseren ministeriellen 
Blättern Veranlassung, die Militair-Behörden in Neu-Seeland, denen 
sie eine unverantwortliche Geringschätzung der Widerstandsmittel der 
Eingebornen Schuld geben, scharfem Tadel zu unterwerfen. Nach 
einer Mittheilung im Australian Journal vom 15. Juli soll 
übrigens Heki in einem Gefechte mit einem feindlichen Stamm so 
schwer verwundet worden sein, daß er den Oberbefehl an den Häupt 
ling Kowitti hat abgeben müssen, und daß man sein Leben in Gefahr 
glaubt. 
Sowohl der „Great Britain", als der „Great Western", haben 
für diesen Winter ihre Fahrten nach New-Jork gänzlich eingestellt. 
Bekanntlich machen auch die Post-Dampfschiffe die Fahrt zwischen 
Halifax und Liverpool im Winter (d. h. vom 1. Dezember an) nur 
einmal monatlich. 
Nach dem Observer hat die vor kurzem verstorbene Wittwe 
des bekannten Lord Holland in ihrem Testamente Lord John Russell, 
als Zeichen ihrer Hochachtung, eine Leibrente von 2000 Pfd. Sterl. 
vermacht, welche erst nach dessen Tode ihren Enkelinnen in gleichen 
Theilen zufällt. 
X London, 25. Nov. Eine größere Verwickelung wichtiger 
Staats-Angelegenheiten, als diejenige, deren Lösung dem englischen 
Ministerium gegenwärtig obliegt, hat wob! selten noch stattgefunden: 
daheim die Kornfrage mit allen Symptomen eines bevorstehenden 
Brodmangels; in Irland neben den endemisch gewordenen Uebeln der 
katholischen Kirche und Repeal eine offenbare Hungersnoth; in Indien 
Vorbereitungen zu einem großen, nicht länger aufzuschiebenden Kampfe 
mit der Seikh-Armee und die Nothwendigkeit, das Königreich Lahore 
wiederherzustellen; in Neu-Seeland ein Krieg mit den Eingeborenen, 
in welchem die britischen Truppen schon dreimal geschlagen worden 
sind, weil sie ihre Angriffe ohne die nöthigen Vorkehrungen oder selbst 
ohne Waffen einrichteten; in Amerika endlich ein Streit, welcher die 
Vereinigten Staaten und England einem Bruche nahe gebracht hat 
und die Beilegung der Oregonfrage in eine noch fernere Zukunft 
hinausschiebt. Dazu kommt, daß inmitten aller dieser schweren Sor 
gen Sir R. Peel noch durch die Krankheit seiner ihm theuersten 
Tochter (der Lady Villiers) beunruhigt worden ist, daß der Lord- 
Kanzler dem Tode nahe war, daß zwei andere Minister durch Alter 
und Krankheit untüchtig, aber doch nicht Willens sind, zu resigniren, 
und das Kabinet überhaupt nicht mehr so einstimmig und so voll 
Dertranen zu seinen eigenen Kräften als ehedem ist. Für die Eröff 
nung einer Parlaments-Session sind dies trübe Aussichten, und die 
selbe wird deshalb auch wohl nicht vor der gewöhnlichen Zeit, d. i. 
Anfang Februar, stattfinden. Bis dahin ist vielleicht der Horizont 
schon lichter. Man wird sich wahrscheinlich überzeugt haben, daß die 
Besorgnisse vor einer Noth in England vielfach übertrieben worden 
sind. Die Weizenpreise fallen gegenwärtig, anstatt daß sie zu steigen 
fortfahren sollten. Große Massen werden täglich in Bond eingeführt, 
und noch nichts hat davon das Land wieder verlassen. In Irland 
steht es anders; dort ist das Uebel ernstlich und unheilbar. 
Was die Folgen des Streites um das Oregon-Gebiet anbetrifft, 
so hegen die bestunterrichteten Personen hier noch keine ernstlichen 
Besorgnisse vor einem Kriege mit den Vereinigten Staaten. Daß 
Herr Polk viel Worte machen wird und die Amerikaner drohen wer 
den, unterliegt wohl keinem Zweifel. Aber was können sie thun? 
Und wenn ihre Armeen Flügel hätten, so könnten sie doch kaum einen 
Kontinent von 2000 MileS Breite durchmeffen, um das streitige Ter- 
1502 
ritorium in Besitz zu nehmen, und an der Küste des Stillen Oceans 
werden schon die Geschwader Englands das Land schützen. Durch 
welche Mittel sollen aber überdies wohl die Finanzen der Vereinigten 
Staaten so weit gehoben werden können, um einen so widersinnigen 
und unheilvollen Krieg zu führen? Die westlichen Staaten mögen 
den Krieg wünschen und auch bereitwillig Soldaten dazu geben, aber sie 
werden weder Steuern bezahlen, noch Anleihen machen, so daß am Ende 
dieses Mittel, welches man empfohlen hat, um den Leidenschaften der 
demokratischen Partei zu schmeicheln, zum absoluten Ruin führen 
dürfte, falls man dieser Partei keine Schranken setzt. Das Volk 
in England blickt mit Verachtung auf dies lächerliche Streben, ein 
paar Millionen Acres Land an einer wilden Küste an sich zu reißen, 
zumal da es von einem Volke ausgeht, das schon den ungeheuren 
Rumpf des uord amerikanischen Kontinents besitzt, wenn es ihn auch 
nicht ausfüllen kann. Oregon ist von geringer Bedeutung für die 
Vereinigten Staaten oder England, aber es ist von großer Bedeu 
tung, daß die Amerikaner darüber belehrt werden, wie die Rechte 
Englands nicht ungestraft verletzt werden dürfen. Die Botschaft des 
Präsidenten wird ohne Zweifel eine sehr heftige Sprache führen, 
aber man muß abwarten, was der Kongreß thun und in wie weit 
er jene Sprache durch Unterstützung dieser maßlosen Ansprüche auf 
ein ausschließliches Hoheitsrecht bestätigen wird, wo England und 
Spanien sich begnügten, gegenseitige Rechte anzuerkennen und über 
eine gemeinschaftliche Besetzung des Gebiets sich zu verständigen. 
Niederlande. 
Aus dem Haag, 26. Nov. Aus Batavia ist die Nachricht 
eingegangen, daß Herr Rochussen, General-Gouverneur des nieder 
ländischen Indiens, am 28. September dort angekommen war. 
Belgien. 
Brüssel, 26. Nov. Am Dienstag feierte die hiesige Univer 
sität den elften Jahrestag ihrer Begründung. Der Minister Van- 
deweyer war durch Unwohlsein verhindert, an dem Bankett theilzu- 
nehmen. Bei dem ihm zu Ehren ausgebrachten Toast sagte Herr 
Vcrhaegen, als Administrator der Universität: „Wenn Bürgerpflich 
ten mir anderswo, wo der Minister des Innern nicht allein steht, 
gewisse Zurückhaltung gegen ihn auferlegen, so freut es mich, hier 
laut meine ganze Achtung für unseren Kollegen, das Ehren-Mitglied 
der Universität, aussprechen zu können, welcher, als würdiger Schü 
ler unseres ehrwürdigen Rektors, es sich immer angelegen sein lassen 
wird, den freisinnigen und philosophischen Grundsätzen treu zu blei 
ben, die er an dieser edlen Quelle geschöpft hat." 
Die neulich schon in der Repräsentanten-Kammer angeregte 
Frage in Betreff der Naturalisationen wird jetzt von der für halb 
ministeriell geltenden Emancipation ebenfalls besprochen. Es war 
gleich in der ersten Sitzung der Kammer der Umstand erwähnt wor 
den, daß Personen, welche ursprünglich bei den Kammern die Natu 
ralisation nachgesucht, dieselbe, als sie ihnen bewilligt worden, anzu 
nehmen sich weigerten. Das genannte Blatt meint nun, dies habe 
in den meisten Fällen lediglich in Geldverlegenheiten seine Ursache 
gehabt, da die Naturalisation über 500 Fr. kostet. Diesen Umstand 
empfiehlt eS zu fernerer Berücksichtigung, da doch die Verleihung 
des Bürgerrechts vor Allem einen moralischen Sinn und Werth habe, 
also der fiskalische Gesichtspunkt hintangesetzt werden müsse. An 
einen in dieser Angelegenheit in der erwähnten Sitzung von Herrn 
Dumortier hingeworfenen Vorschlag, der Justiz-Minister solle über 
alle Naturalisations-Gesuche vor der Entscheidung der Kammern einen 
Bericht abstatten, knüpft dann das besagte Blatt Betrachtungen über 
die Art und Weise, wie über derlei Gesuche jetzt in den Kammern ent 
schieden wird, nämlich in den meisten Fällen, ohne daß Senatoren und 
Repräsentanten für ihr Ja oder Nein einen hinreichenden, auf 
vollkommener Sachkenntnis beruhenden Entscheidungsgrund hätten, 
noch auch haben könnten. Daher denn eine Aenderung im Geschäfts 
gänge der Kammern in diesem Punkte zu wünschen sei. Die Eman 
cipation schlägt vor, schon den nur mit der gewöhnlichen Natura 
lisation Belehnten wenigstens einige politische Rechte, die bis jetzt 
der großen Naturalisation vorbehalten sind, zu verleihen, damit die 
Naturalisirten in Wahrheit nicht allein Belgier würden, sondern auch, 
was bis jetzt selten der Fall, bei ihren Mitbürgern thatsächlich als 
solche gälten. Der Unterschied zwischen großer und kleiner Natura 
lisation bestände ja auch in anderen Ländern nicht. 
Der englische Gesandte Sir G. H. Seymour ist wieder hier 
eingetroffen. 
Die Barke „Dyle" ist am Sonntag mit 151 deutschen Auswan 
derern nach Galveston unter Segel gegangen. 
Dänemark. 
Kopenhagen, 25. Nov. Die Berling Ztg. theilt fol 
gende Bruchstücke eines Schreibens aus Island über den Ausbruch 
des Hecla mit: „Es war ein sehr schöner sonniger Tag, als wir 
uns in der Nähe des Berges befanden, dem wir so nahe kamen, 
als Niemand vor uns. Die Lava dehnt sich am Fuße des Hecla 
ungefähr 2 Meilen lang aus und ist an einzelnen Stellen etwa eine 
Meile breit. Die Höhe nahmen wir in der größten Entfernung vom 
Berge zu 40—50 Fuß und näher demselben zu wenigstens 80-Fuß 
an. Die ganze Masse war in beständiger Bewegung und wir ver 
nahmen einen Lärm, als wären wir von mehreren hundert Fabriken 
umgeben. Die äußere Rinde der Lava ist ganz abgekühlt, aber 
inwendig ist die Masse flüssig, und dieselbe breitet sich mit ungeheurer 
Kraft nach allen Seiten aus, so daß die schon verhärtete Lava 
zerbrochen wird und beständig in ungeheuren Massen nach allen 
Seiten zusammenstürzt. Bei jedem Zusammensturz sieht man dann 
die fließende Lava in der Mitte. Wo der Boden gleich ist, 
schreitet die ganze Masse vorwärts, indem sie Hügel von Erde 
und Sand vor sich auftreibt, so wie ihr aber Felsen in den 
Weg treten, arbeitet sie sich an diesen empor und die Seiten 
werden immer steiler, bis eine ganze Strecke mit furchtbarem Gekrach 
einstürzt. Als wir uns am Füße des Berges befanden, da wo der 
steile Aufgang beginnt, wurden wir von einem starken Regenschauer 
überfallen, wogegen wir Schutz hinter einem hohen Felsen suchten. 
Nun waren wir zwar mit dem fürchterlichen Donner, der aus dem 
Innern des Berges erscholl, gänzlich vertraut geworden, doch er 
folgten, während wir hinter dem Felsen saßen, zwei so starke Aus 
brüche, daß kaum der Eine des Anderen Rede vernehmen konnte, und 
die Erde bebte so unter uns, daß wir glaubten, der Felsen werde 
sich losreißen und unö unter seinen Trümmern begraben, ja der 
Boden unter unseren Füßen werde versinken. Unter diesen Umständen 
verloren wir allen Muth, weiter zu steigen, welches sonst unsere 
Absicht war. In 3 Stunden war die Lava etwa 4 Faden vorwärts 
geschritten und nicht mehr weit vom Hofe Näfursholt, dessen Be 
wohner sich schon entfernt hatten. Die aufsteigende Rauchmasse bot 
einen schönen Anblick dar, 7 bis 8 Rauchsäulen erhoben sich neben 
einander, und um die Spitze jeder Säule bildeten sich 8 bis 9 läng 
liche Kugeln, welche, der weißesten Baumwolle ähnlich, sich in ziem 
lich kompakter Masse um sich selbst aufrollten und vom Winde fort 
bewegt wurden. Zwei dieser Säulen, die wahrscheinlich einem kleinen 
Krater entstiegen und deren Rauch mit Asche vermischt war, glichen 
vollkommen den reinsten grauen Eiderdunen." 
Italien. 
Rom, 18. Nov. (A. Z.) Von Zeit zu Zeit geben die spani 
schen Blätter Mittheilnngen über die kirchlichen Unterhandlungen mit 
dem Papste und stellen eine Übereinkunft als nahe bevorstehend dar. 
Die Schuld, daß dies nicht schon längst geschehen ist, liegt an der 
Verwaltung in Madrid, welche die erste Bedingung aller Unterhandlung, 
Dotation des Klerus, nicht erfüllt. So lange man in Spanien sich 
nicht entschließen will oder kann, für die Geistlichkeit zu sorgen, hel 
fen alle Bemühungen des Herrrn Castillo y Ayensa nichts. 
Auf den 24sten d. ist ein geheimes Konsistorium zusammenberu- 
sen, worin außer Ernennung von Bischöfen auch zwei Prälaten mit 
dem Purpur bekleidet werden sollen. Für Deutschland kann dieses 
Konsistorium eine andere wichtigere Bedeutung erlangen, indem man 
sagt, statt des bisher vergeblich erwarteten Rundschreibens an alle 
deutschen Bischöfe werde der Papst in einer Allocution an die hohe 
Versammluug die Vorgänge der Dissidenten in Deutschland besprechen. 
Gewarnt durch die letzten Vorfälle in Rimini, wo die Truppen 
durch ihren verlängerten Aufenthalt in zu nahe Berührung mit meh 
reren der Regierung längst verdächtigen Personen geriethen, sollen von 
nun an alle Garnisonen einem häufigeren unbestimmten Wechsel unter 
worfen werben. So sind von hier aus in diesen Tagen einige Jäger- 
Bataillone nach Civita Vecchia und anderen Ortschaften abgegangen, 
als Anfang dieser Operation. Während nun Truppen von der anderen 
Seite aus Perugia rc. einrücken, versehen die Bürger-Garden einen 
Theil des WachtdiensteS. 
Der Prinz von Oldenburg mit Familie und Gefolge ist hier ein 
getroffen. 
Außer dem russischen Minister des Kaiserlichen HauseS, Fürsten 
WolkonSki, befindet sich seit einigen Tagen auch der Justiz-Minister, 
Geheime-Rath Graf Panin, hier. 
Handels ^ und Börsen - Nachrichten. 
Auswärtige Börsen. 
Amsterdam, 26. Nov. Niederl. wirkl. Sch. 59%. 6% Span. 22A. 
3% do. 38. Ausg. —. Pass. —. Zlnsl. —. Preuss. Pr. Sch. —. Pol. —. 
4% Hubs. Hope 90%. 
Antwerpen, 25. Nov. Zinsl. —. Neue Anl. 22%. 
Frankfurt a. M., 27. Nov. 5% Met. 111% G. Bank-Actien p. ult. 
1936. Bair. Bank-Actien 728 Br. Hope 90% Br. Stiegl. 89% Br. Int. 58%. 
Poln. 300 Fl. 99% Br. do. 500 Fl. 82% Br. 
Hamburg, 28. Nov. Bank-Actien 1620. Bngl. Kuss. 108%. 
London, 25. Nov. Cons. 3% 95%. Belg. 95. Neue Anl. 28. Pas 
sive 6%. Ausg. Sch. 16%. 2%% Holl. 58%. 4% do. 92. Neue Port. 56. 
Engl. Hubs. 111. Bras. 80. Chili 98. Colurnh. —. Mex. 29. Peru 32. 
Paris, 25. Nov. 5% Rente fin cour. 117. 3% do. fiu cour. 81.90. 
Neapl. —. 6% Span. Rente —. Pass. —. 
Wien, 26. Nov. 5% Met. 111%. 4% do. 101. 3% do. 76%. Bank 
Actien 1605. Anl. de 1834 161. de 1839 127%. Nordh. 192%. Gloggn. 132%. 
Mail. 117%. Liv. 116%. Pesth. 107%. Budw. 86%. 
Meteorologische Beobachtungen. 
1845. 
29. Nov. 
Morgen* 
6 Uhr. 
Nachmittags 
2 Uhr. 
Abends 
10 Uhr. 
Nach einmaliger 
Beobachtung. 
Luftdruck 
Luftwärme .... 
Thaupunkt .... 
Dunstsättigung . 
336,5O r "Par. 
-f 3,8° R. 
4- 3/1° R. 
94 pCt. 
halkheiter. 
SW. 
336,96'"Par. 
-f- 8,4° R. 
4- 5,0° R. 
76 pCt. 
sw. 
SW. 
337,23"'Par. 
+ 4,8° R. 
-s 2,9° R. 
86 pCt. 
sw. 
Quellwärme 7,7° R. 
Flusswärme 4,3° R. 
Bodenwärme 4,2° R. 
Ausdünstung 0/003"Rb. 
Niederschlag 0. 
Wärmewechsel -}- 8,5° 
+ 4,5° R. 
Wind 
Wolkenzug . . . 
ucenzug ... — »n. — -p iv. 
Tagesmittel: 336,90"'Par... -j-5,6° R... -j-3,7°R... 85 pCt. SW. 
Königliche Schauspiele. 
Montag, 1. Dez. Im Schauspielhause. 199ste Abonnements- 
Vorstellung : Der reisende Student. Zwischen dem Isten und 2ten Akt: 
Pas de trois, ausgeführt von Mad. Taglioni, Dlle. Galster und Herrn 
Ebel. Hierauf: Die Tänzerin auf Reisen. 
Dienstag, 2. Dez. Im Opernhause. 138ste Abonnements- 
Vorstellung: Der Freischütz. (Dlle. Jenny Lind: Agathe.) Anfang 
halb 7 Uhr. 
Zu dieser Vorstellung werben Billets zu den erhöhten Opern 
haus-Preisen verkauft. 
Billets zu den beiden Frembenloaen à 2 Rthlr. sind erst am 
Tage der Vorstellung selbst im Billet-Verkaufs-Büreau zu lösen, und 
zwar gegen Vorzeigung der Aufenthaltökarte, oder der untersiegeltcu 
Visitenkarte, oder einer besiegelten und eigenhändig unterzeichneten 
Bestellung, mit Benennung der Fremden von Seiten der Herren 
Gasthofbesitzer. 
Im Schauspielhause. 18te französische Abonnements-Vorstellung. 
Pour le 1er début de Mlle* Henriette, artiste du théâtre royal 
de l’Odéon, la première représentation de: Le verre d’eau, co 
médie en 5 actes, par Scribe. 
Mittwoch, 3. Dez. Im Opernhause. 139ste Abounements- 
Vorstellung: Der Militairbefehl. Hierauf: Die unterbrochene Hoch 
zeit. Anfang 6 Uhr. 
Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den gewöhnlichen Opern 
haus-Preisen verkauft. 
Königsstädtisches Theater. 
Montag, 1. Dez. (Italienische Opern-Vorstellung.) La Sonnam- 
bula. Oper in 2 Akten. Musik von Bellini. (Sgr. Michelangiolo 
Forti, vom Großherzoglich toskanaschen Hof-Theater zu Florenz, neu 
engagirtes Mitgiled der italienischen Oper: Elvino, alö Antrittsrolle.) 
Dienstag, 2. Dez. Stadt und Land, oder: Onkel Sebastian 
aus Ober-Oesterreich. Posse mit Gesang in 3 Akten, von Friedrich 
Kaiser. (Herr Franz Wallner aus Wien, Sebastian Hochfeld, als 
Gastrolle.) 
Verantwortlicher Redacteur Dr. I. W. Zinkeisen. 
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei. 
Beilage
	        

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