Full text: Zeitungsausschnitte über Raphael

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Z 43 
vielleicht nur 5 bis 6 Bauergütcr haben; diese würden vielleicht gar kein 
Bedürfniß eines Friedensrichters haben. Andere Gemeinden könnten daS 
Bedürfniß haben, im eigenen Bezirke aber keinen Mann finden, dem sie daS 
Vertrauen schenken; warum sollten diese warten, bis in ihrer Gemeinde ein 
solcher Mann sich fände? Es gebe gewiß viele Geistliche, Vorsteher und 
Schullehrer, die jetzt das Amt des Vermittlers üben und zu denen die Be 
wohner des Ortes gehen. Werde Zwang eingeführt, so könne die Wirk 
samkeit dieser Männer leicht aufhören; denn Mancher wollte vielleicht das 
Geschäft, daS er jetzt faktisch übernimmt, nicht als Amt annehmen, wo er 
dann auch die Protokolle zu führen und ähnliche Pflichten auszuüben habe. 
Auch enthalte der Deputations-Vorschlag den Zwang für größere Ge 
meinden, kleinere in ihren Bezirk aufzunehmen. Aber Mancher werde 
Schiedsmann in seiner, nicht auch in anderen Gemeinden sein 
wollen, und wenn er zu letzterem gezwungen würde, lieber die Wahl ab 
lehnen." — Die Bezeichnung Friedensrichter wurde von der Kammer 
gegen 20, der zweite Deputations-Vorschlag gegen 21 Stimmen angenom 
men. Zu §. 1, welcher unverändert angenommen wurde, erklärte der Kö 
nigliche Kommissar Hänel: „Nach Absicht des Gesetzes sollten die Parteien 
vor dem Schicdsmanne sich über das Materielle ihres Rechtsstreites ent 
scheiden, es werde aber jedenfalls zulässig sein, vor demselben auch Kom 
promisse über das Formelle eines Prozesses zu schließen." Bei tz. 2 wurde 
der Vorschlag der Deputation angenommen, welcher bei der Wahl der Frie 
densrichter eine größere Zahl von Wählern einführt, „weil diese muthmaß- 
lich den Willen der Gesammtheit deutlicher auSsprcche, als eine geringere." 
Die Deutsche Allg. Zeitung enthält ein Schreiben aus 
Dresden, vom 26. November, worin unter Anderem Folgendes be 
merkt wirb: „Zu den eigenthümlichen Wahrnehmungen der Gegenwart 
gehört auch die, daß sich Tagesgespräch und TageSpressc bisweilen Wochen 
lang um Dinge streiten, über die mit wenigen Worten Verständigung 
zu erlangen sein müßte, und die oft des vielen Streites nicht werth 
sind. So ist jetzt bei Gelegenheit deS Landtags ein Streit über die 
berühmte AufregungS-Frage ausgebrochen, welcher in verschie 
denen Blättern mit mehr oder weniger Heftigkeit geführt wird und 
über welchen selbst die beiden Kammern so an einander gerathen 
sind, daß sie eS für paffend erachten, gegenseitig einzelne 
Worte von einander aufzustechen und an diese lange Reden 
zu knüpfen, die natürlich das Land theuer bezahlen muß. 
Und was war mit dem Streit über die Aufregung zu gewinnen? 
Konnte über Sein oder Nichtsein derselben durch Abstimmung ent 
schieden werden? An dem Thatsächlichen hätte die stärkste Majori 
tät kein Haar zu ändern vermocht. In der That hat die von der 
Presse begonnene und von der Stände - Versammlung fortgesetzte 
Verhandlung noch kein Ergebniß hervorgebracht, mit Ausnahme des 
einzigen, daß die Zufriedenen sich veranlaßt fanden, ihre Zufrieden 
heit auszusprechen, und das Letztere gewährte diesmal einen Vor 
theil, der, obgleich mehr zufällig als beabsichtigt, nicht verkannt wer 
den darf. So wenig nämlich mit solchen Erklärungen, die weder 
Verminderung der Unzufriedenen, noch Vermehrung der Zufriedenen 
beweisen, zu anderer Zeit erreicht gewesen wäre, haben sie un 
ter den gegenwärtigen Verhältnissen zu rechter Zeit daran erinnert, 
daß wir nahe daran sind, über dem, waö wir wünschen, das 
zu vergessen, was wir haben. Die Art und Weise, in welcher na 
mentlich Landlcute die Erinnerungen an unerfüllte Wünsche mit der 
Dankbarkeit für erfüllte zu vereinigen wußten, hat manchen klugen 
Städter beschämt, und wenn diese Erklärungen, von denen freilich we 
der die Absender noch die Empfänger viel Aufhebens machten, blos 
deswegen verdächtigt werden sollten, weil einmal eine derselben ohne 
Ortsangabe und Unterschrift erschienen war, soll hier beispielsweise 
eine andere erwähnt werden, die Ort und Unterschrift aufzuweisen 
hat, eine Adresse, welche in diesen Tagen von den Vertretern der 
Landgemeinde Marbach bei Nossen dem König überreicht wurde und 
aus der wir uns nicht versagen können, einige Stellen mitzutheilen, 
wegen des schlichten und biederen Tones, mit welchem die Gesinnung 
der Landleute ausgesprochen ist. Es heißt darin: 
„„Je größer die Segnungen sind, welche die Regierung Ew. König!. 
Majestät über das glückliche Sachsenland gebracht hat, um so schmerzlicher 
muß das landesväterliche Herz Ew. König!. Majestät von den vielen öffent 
lichen Stimmen berührt werden, welche eine allgemeine Aufregung des gan 
zen Landes in Folge einiger Maßregeln der von Ew. König!. Majestät ein 
gesetzten Minister behaupten. Wohl sind auch Stimmen laut geworden, 
welche das Gegentheil für einzelne Theile des Landes versichert haben. ES 
sind aber ihrer nur wenige, cs sind ihrrr namentlich zu wenige auS dem 
Volk, als daß das wahre Verhältniß der aufgeregten Bevölkerung zu der 
beruhigten, der Regierung Ew. König!. Majestät fest vertrauenden zu erken 
nen wäre. Wir halten eS deshalb für Pflicht jeder Gemeinde, welche von 
einer Aufregung nicht ergriffen ist, gegen die behauptete Allgemeinheit der 
selben sich zu verwahren und diese Protestatio» zur Kenntniß Ew. König!. 
Majestät zn bringen, zur Beruhigung Allerhöchstdcrselben, der Beamten und 
deS Volkes selbst, so wie zur wahren Würdigung deS Umfangs und der 
Bedeutung der hier und dort wirklich mit Grund oder Ungrund bestehenden 
Unzufriedenheit." " 
„Die Absender versichern sodann dem König ihre treue und 
unerschütterliche Ergebenheit und das Vertrauen auf seine Gerechtig 
keit, so wie auf die Gewissenhaftigkeit der von ihm erwählten Minister, 
und fügen hinzu: 
„„Wir fühlen nnS zu dieser Erklärung besonders gedrungen, weil wir 
UNS deS schnödesten Undanks zeihen müßten, wollten wir auch in der jetzigen 
bewegten Zeit nicht der höheren, weisen und gerechten Lösung aller Wirren 
1492 
vertrauen, nicht eingedenk sein der vor nicht zu langer Zeit unter Mitwir 
kung Ew. Königlichen Majestät verliehenen Verfassung, welche dem Lande 
so kostbare Früchte getragen hat, nicht eingedenk so vieler unter der landes- 
väterlichcn Regierung Ew. König!. Majestät ergangenen Gesetze, welche 
Kultur und Wohlstand des Landes, und insbesondere des Landmannes, so 
reichlich befördert haben. Wir fühlen uns zu dieser Erklärung besonders 
gedrungen, weil wir empört sind, wie hier und da Unzufriedenheit und Auf 
regung gelehrt wird, wie im Ausland und selbst im Zulande Stimmen 
laut werden, welche den Zustand des ganzen Landes als einen höchst be 
denklichen sckildern wollen. Hierzu konnten wir nicht schweigen, die wir 
unter der Regierung Ew. König!. Majestät so glücklich und zufrieden sind 
und vertrauensvoll der Erfüllung der gerechten Wünsche entgegensehen, die 
dem Volke noch übrig sind."" 
Frankreich. 
Paris, 23. Nov. Der Moniteur meldet, daß mittelst Kö 
niglicher Verordnung vom 9. November der Herzog von Montpensicr 
zum Großkreuz der Ehrenlegion befördert ist. 
Der Marechal de Camp Defsitte ist zum Befehlshaber der Land- 
truppen, die nach dem La-P!ata geschickt werden sotten, bestimmt. 
Daö Ergebniß der neuesten Uebersicht, welche das Journal 
des DebatS über die Zustände in Afrika giebt, fällt dahin aus, 
daß sich die französischen Truppen noch einige Monate auf der Ver- 
theidigungs-Seite werden halten müssen, daß also fürs erste an einen 
Feldzug nach Marokko, um sich Abd el Kader'S zu bemächtigen, nicht 
zu denken ist. Marschatt Bugeaud soll in einem Schreiben sich äußern, 
er habe keine Aussicht, Abd el Kader'S in diesem Feldzug habhaft zu 
werden; der Emir habe sich mit einigen Reitern nach einem unzugänglichen 
Theile der AtlaSkctte zurückgezogen. Fast das ganze. auSLedehute Gebirgs- 
land, welches sich von der Mina bis nach OrleauSville erstreckt, an den bei 
den Ufern des Schelif, in derDahara und imWarenseris, ist in vollem Auf 
ruhr. Etwas Entscheidendes war in der letzten Zeit nirgends vorge 
fallen. In der Provinz Konstantine, die bisher ruhig war, ist nun 
auch ein Marabut aufgestanden, der den heiligen Krieg gegen die Ungläubigen 
predigt. Ein Schreiben auSKonstanti ne vom Ilten d. enthält,lachstehen- 
des Nähere über dieses völlig unerwartete Ereigniß: „Die Provinz 
Konstantine hat nun ebenfalls ihren Verkünder des heiligen Krieges. 
So eben kommt uns die Kunde zu, daß ein Scherls aus dem Westen, 
der ohne Zweifel der Ueberwachung entgangen, welche die Kolonne 
des General-Lieutenants Bcdeau an den Gränzen der Provinz Me-- 
deah auszuüben den Auftrag hat, bis Aiu-Asal, 15 Lieues südlich 
von Sctif, vorgedrungen ist. Er bezeichnete sein Erscheinen inmitten 
unserer friedlichen Bevölkerungen durch einen kühnen Handstreich, wel 
chen er gegen die Uled-Ali-Bcn-Sabor und die Uled-Scllam ausführte. 
Nach dieser Razzia begab er sich zu den Beni-Jfren und verrichtete seine 
Gebete in der Moschee von Megaur, wo sich das Grab der sieben 
Schläfer befindet. Sobald diese Nachricht dem Ober-Befehlshaber 
der Provinz zukam, verfügte er sofort die energischsten Maßnahmen; 
es soll unverzüglich eine bewegliche Kolonne errichtet werden; einst 
weilen ist die arabische Reiterei zur Verfolgung dcö Scherifs aus 
geschickt worden. Der Kaid der Uled-Abdelnur hat sich mit einem 
Gum von 500 Mann auf den Marsch begeben. Eine Summe von 
6000 Fr. ist demjenigen zugesagt worden, der jenen Fanatiker todt 
oder lebendig ausliefern würde. Es fehlt noch an Angaben zu ge 
nauer Würdigung der Bedeutsamkeit jener Bewegung. Man weiß 
noch nicht, wie stark die Rciterschaar ist, die den neuen Scherif be 
gleitet, und zu welchem Stamme sie gehört. Es ist jedoch anzu 
nehmen, daß die Ankunft dieses Rebellen seit längerer Zeit schon 
vorbereitet war. Er erschlug gleich bei seinem ersten Er 
scheinen in der Provinz den Si-Moktar, den Sohn eines berühmten 
Marabut, um die Stämme einzuschüchtern, die sich der französischen 
Herrschaft erst seit dem vorigen Jahre ergeben haben. Das oben 
genannte Megaur ist ein Torf Pn Fuß der Gebirge der Uled-Sul- 
tan; im Norden hausen die Uled-Settam, ein unruhiger, kaum zu 
bändigender Stamm, im Westen die Uled-Ali-Ben-Sabor, die zu wenig 
Reiterei haben, um an Rache an den Scherif denken zu können, im 
Süden die Uled-Deradsch, welche sich im vorigen Frühlinge gegen 
ihren Kaid auflehnten und ein Gefecht mit den SpahiS bestanden, endlich 
im Osten die Uled-Sultan, ein kühner Stamm, stets bereit, daö Joch abzu 
schütteln. Megaur beherrscht eine der Straßen, die vom Tcll nach der 
Sahara führen. Batna, im Osten, ist etwa 16 LienS von jenem Punkte 
entfernt, Selif, im Norden, 22, und Biskara, im Süden, fast 25; 
es sind die drei nächsten Plätze, wo wir ständige Besatzungen haben. 
Die Uled-Ali-Ben-Sabor und die Uled-Sultan bewohnen die Ge 
birgskette, welche den Tell von der Sahara trennt; ihr Terrain ist 
zwar schwierig, wurde aber von unseren Kolonnen im Jahre 1844 
nach allen Richtungen hin durchzogen. Es ist nicht wahrscheinlich, 
daß sich jener Scherif nach der Sahara hin zu ziehen beabsichtige; 
er würde dort unseren Scheck El-Arab finden, den sein fürstlicher Ur 
sprung von jeder Allianz mit Margbutö entfernt hält, und der voll 
kommen Herr deS Landes und der Stamme ist, welche er befehligt. 
Die Insurgenten würden eine sichere Zuflucht auf den Gebirgen von 
Bugia oder auch in der Ferdschina, in der Nahe von Bu-Akaz, haben; um 
jedoch dahin zu gelangen, müßten sie durch ein offenes Land, das treue 
Stämme bewohnen, welche mit um so größerer Entschlossenheit gegen 
sie kämpfen werden, da sie auf Beistand von der Subdivision von 
Setif rechnen können. Sollte jene Bewegung sich weiter ausdeh 
nen, so werden General d'Arbouville und General-Lieutenant Bedeau 
bald auf dem neuen Kampfplatze erscheinen, um Ruhe und Ord 
nung wiederherzustellen. Achmed, Ex-Bey von Konstantine, trifft, 
dem Vernehmen nach, Anstalten, daS Auresgebirge zu verlassen, um 
sich nach Kabylien zu dem Marabut Ben-Ali-Scherif zu flüchten. 
Der E.r-Bey ist bereits genöthigt, seine Kleinodien zu verkaufen, 
um sich Unterhaltsmittcl zu verschaffen; diese verzweifelte Lage ist ein 
Beweis der Ohnmacht dieses Feindes, uns vom Aures her Ver 
legenheiten zu bereiten, auf dessen Bevölkerungen er schon damals, 
als er die Provinz verwaltete, nicht den geringsten Einfluß übte. 
Aber gefährlicher würde er werden, wenn es ihm gelänge, Kabylien 
zu erreichen; denn dort würde er sich nahe bei den Stämmen befin 
den, die ihm ehedem sehr ergeben waren. Vor Allem müssen wir 
unsere Anstrengungen darauf richten, zu verhindern, daß Achmed Bey 
seine Verbindung mit dem neuen Scherif bewerkstellige. Die Um 
stände sind jetzt noch günstig zu einer raschen Unterdrückung der Em 
pörung; die Stämme haben ihre Felder zu bestellen begonnen; so lange 
sie damit beschäftigt sind, werden die Versuche, ihren Fanatismus zu 
erregen, sie gleichgültiger finden; allein dieselbe Bürgschaft des Frie 
dens wird aufhören, sobald die Aussaaten besorgt sind." Der 
selbe Bericht aus Konstantine meldet: „Aus Tunis schreibt man vom 
10. November, daß der Großherr dem Sid-Achmed, Bey von Tunis, 
für sich und seine Abkömmlinge den Wesir-Titel verliehen hat. Pracht 
volle Geschenke begleiteten das großherrliche Diplom. Am Hofe des 
Bcy'ö herrscht große Freude. Diese wurde noch erhöht durch die 
Nachricht, daß der König der Franzosen dem Bey daS Großkreuz der 
Ehren-Legion ertheilt hat. Der Bey ist ganz entzückt darüber. Alle 
freundlichen Erinnerungen, welche die Reise deS Herzogs von Mont- 
pcnsier dort zurückgelassen, sind wieder frisch aufgelebt. Von Seiten 
der Regentschaft Tunis haben wir nichts zu besorgen für die Ruhe 
der Provinz Konstantine. Unsere Feinde werden dort weder Zuflucht 
noch Hülfe finden. Es ist dies die Folge der glücklichen Bemühun 
gen unserer Diplomatie." 
Die Wechsel-Agenten sind gestern zusamengetreten, um über die 
schwierige Lage der Geschäfte am hiesigen Platz zu Rath zu gehen; 
heute iss ihr Syndikus vom Finanz-Minister Lacave-Laplagne empfan 
gen worden. Gegen den Wechsel-Agenten Falcon, der sich auf die 
Flucht begeben hat, ist eineKriminal-Üntersuchnng eingeleitet worden. 
Bei schwachem Geschäft erfuhr heute die Notirung der Rente nur 
geringe Variation; Eiscnbahn-Acticn waren etwas mehr gefragt; die 
Preise hielten sich oder zogen auch wohl an; Nordbahu ist um 7^ Fr. 
gestiegen. 
Großbritanim und Irland. 
London, 23. Nov. Der Spcctator giebt eine Uebersicht von 
den Resultaten der diesjährigen Aerndte in Europa und Amerika und 
knüpft daran einige Bemerkungen über die nothwendige Versorgung Eng 
lands mit Getraide, welche bei dem gegenwärtigen Stande der die öffent 
liche Aufmerksamkeit in Anspruch nehmenden Korngesetz-Frage von In 
teresse sind. „Die bedeutenden Länder des Westens und Südens von 
Europa", schreibt das Blatt, „führen zu keiner Zeit Weizen aus. 
In Frankreich ist die diesjährige Aerndte wahrscheinlich nicht unter 
dem Durchschnitt ausgefallen, aber doch nicht reichlicher, als um für 
die Zerstörung anderer Nahrungsstoffe zu entschädigen. In Spanien 
und Italien kommen die Acrndten nicht in Betracht; Ungarn ist mit 
Ueberfluß gesegnet, der indeß durch den Ausfall in den übrigen öster 
reichischen Staaten gänzlich in Anspruch genommen werden wird. 
Die Noth in den niederen Provinzen der Donau und in der Moldau 
ist groß, und die Vorräthe von Triest sind noch niemals so gering 
gewesen. Die sonst fruchtbaren Provinzen Rußlands und Polens be 
dürfen in diesem Jahre selbst der Einfuhr, und Schweden und Nor 
wegen bauen selten genug für ihre eigene Consumtion. Dänemark 
hat diesmal eine reiche Aerndte gehabt, aber sein Ueberfluß, 
obschon groß für ein so kleines Land/ wird nicht weit für die Be 
dürfnisse anderer Länder ausreichen. Europa bietet hiernach also 
wenig für die Zeiten der Noth dar; wie steht eö mit Amerika? Die 
Aerndte ist dort ausgezeichnet, namentlich der Mais gut gerathen; 
auch hat man von der Kartoffclkrankheit dort wenig empfunden. 
Aber der Ertrag für die Ausfuhr ist weit überschätzt worden. Die 
steigende Zunahme der Bevölkerung hat es bewirkt, daß nur in den 
nördlichen und westlichen Gebieten vom Ohio, welche entfernt von den 
atlantischen Häfen liegen, noch für die Ausfuhr Korn gebaut wird, 
und zwar im Betrage von etwa 12 Millionen Bushel oder 1,500,000 
Quarters. Im Jahre 1840 wurden nach England 615,972 Bushel 
Weizen und 620,910 Fässer Mehl ausgeführt. Der Mais oder daS 
indianische Korn erfordert dagegen besondere Aufmerksamkeit. Eö 
wird grün und reif genossen, aber eö schmeckt uns nicht, vbschon eS 
ein gesundes und fast eben so nahrhaftes Korn als Weizen ist. Der 
Anbau desselben in den Vereinigten Staaten ist sehr ausgedehnt; 50 
bis 60 Millionen Quarters jährlich für eine Bevölkerung von nicht 
über 20 Millionen Menschen. Nicht der hundertste Theil davon 
wird ausgeführt: im Jahr 1844 betrug die Ausfuhr 825,106 Bushel 
Korn und 404,008 Fässer Mehl. ' Eö wird zur Schweinefütte- 
* 
einer lebensgroßen Gliederpuppe, die Fra Bartolomco zuerst erfunden und 
angewandt, und die noch im Studium meines verstorbenen Freundes, des 
Cavaliere Livcrati in Florenz, vorhanden sein muß. Raphael unterrichtete 
den erfahrenen Maler dafür in der Linien-Perspektive, die er wahrscheinlich 
von Fra Luca Pacioli nach geometrischen Regeln erlernt hatte. FraBeato 
von Fiesoie war schon ein halbes Jahihundcrt früher in Rom verschiede», 
aber die Einfalt, Frömmigkeit und seraphische Schönheit seiner Gestalten 
mußten auf Raphael einen tiefen Eindruck machen. Ob er mit dem tiefsin 
nigen philosophischen Grübler, mit dem Lionardo da Vinci, in persönliche 
Berührung gekommen, weiß man nicht, wohl aber, daß er nach seinem Kar 
ton der Florentiner Schlacht gegen die Pisaner gezeichnet und seine Arbei 
ten immer bewundert habe. 
Ja, in der Zeit seiner größten Wirksamkeit in Rom, als sein Styl 
die größte Breite und Mannigfaltigkeit erreicht hatte, bemerkt man. wie der 
Einfluß seiner großcnZeitgcnossen, deSTitian.Giorgionc und Correggio, 
v. J]' ' . 1 zuweilen ein Nachstreben, etwas wie Nachahmung bei ihm hervorbrachten, 
wjj wie denn z. B. daö sogenannte Vildniß derFvrnarina in dem Uffizi4»4s 
zu Florenz beinahe für chw# Giorgione gelten tonnte und dck Messe von 
Bolsena als Freske auch nicht von Titian übertreffe« worden ist. So 
spiegelt der ruhige Sec den Himmel, lebende Geschöpfe, die Landschaft und 
Gebäude auf seiner reinen Fläche ab. 
Michelagnolo, dem wilden Brrgstrom vergleichbar, braust durch eigene 
Kraft und selbstgeschaffene Wege weiter. Auch er nimmt die Natur in sich 
u , , v auf, aber er spiegelt sie nicht m treuen und in flnruhrg bewegten Formen 
wieder. Auch er hat seine Größe, und in ihm bewundert man das groß 
artige Walten des NalurgeisteS, aber der sinnige Wanderer fetzt sich doch 
lieber an den klaren See, wenn er seine Umgebung trou abgespiegelt be 
trachten will. jsJ*'. 
Durch daS ganze Leben Raphael'ö zieht sich ein zarter Faden von 
Liebe und Freundschaft, und so sind eS denn auch die Frauen. Freunde und 
selbst Kunstgcnossen, die ihn begünstigen und inS Leben einführen. 
Elisabeta Gonzaga, Herzogin von llrbino und Gemahlin deS from 
men und gelehrten Guidobaldo von Montefaltro, die der Graf Baldassarre 
Castiglione a!S daS Ideal aller Frauen in seinem trefflichen Cortigiano 
schildert, ist schon früh die landeSmütterliche Gönncrin dieses Kindes der 
Wunder. Ihr zartes Profil mit etwas geöffnetem Munde, ja, sogar ihren 
eigenthümlichen Haarschmuck fand ich mit Ueberraschung in jenem FreSko- 
Bilde wieder, welches der kleine Raphael als ersten Versuch einer Madonna 
aus eine Wand im väterlichen Hose abgebildet. 
Muzio Oddi, der spätere interessante Bewohner deS schönen HauscS, 
worin Raphael geboren, ließ jenes Madonnenbiw mit dem schlafenden 
Jesuskinde auS dem Hofe nehmen und nach dem Saale versetzen, und die 
Wahrheit meiner Bemerkung wird Jeder erkennen, der cs mit dem Relief 
des Bildnisses der Herzogin in Marmor in der oberen Gallerie deS Herzog- 
lichen Palastes vergleicht. Derselbe, zehn Jahre lang unschuldig einge 
kerkerte, sehr gelehrte Mathematiker und KkiegS-Vaumeistcr, Mnzio Oddi, 
weihte dein Andenken Raphacl'ö Marmor-Tafel und Inschrift unter dem 
Fenster des Zimmers, worin er bas Licht der Welt erblickte. 
Giovann a Feltria dclla Rovere, Herzogin von Sora, Schwester 
des Herzogs Guidolaldo, empfiehlt den Raphael bei feiner ersten Reise nach 
Florenz mit einem eigenhändigen Schreiben an den Gonfaloniere Pietro 
Sodciini. Hier hatte Barcio d'Agnolo, der Besitzer des im Anfange dieses 
Aufsatzes beschriebenen alten Hau'es, dem reichen Taddeo Taddei einen 
geräumigen und schönen Palass erbaut, und wahrscheinlich führte er seinen 
Hausfreund, den jungen, mit der Hofes- Sitte in Urbino vertrauten Maler, 
dort ein, und — „Taddeo Taddei comc qwello die atuu sem 
pre tutti gli uoiuini inclinati all» virtü, Io volle sempre in 
casa sua cd alla sua tavola“, und so wissen wir a»S dieser 
Stelle im Vasari, daß unser Künstler während seines Anfent- 
halts in Florenz in dem jetzigen Palastc Lcvi, via de' Ginori Nr. 5146, 
bei Taddeo wohnte. Dasselbe bekräftigt ein anderer Zeitgenosse, Naffaello 
Borg hi ni, in seinem Riposo: „E due quadri di staffadlo*ono in Kiren/.e 
in casa de’Taddei, da Ion. essendo stala alloggiato la prima volta cl.c 
venne a Fircnsc a eni egli gli seec per non csser vinlo in cortesia.“ Und 
Vasari beinahe gleichlautend: ,*E KaHaello die era la gcatilezsa »tessa, 
per non csser vinto di cortesia, glI lecc due quadri die tengono dclla 
nianicra prima di Pietro, e dell* ultra die poi studiando apprese molto 
inigliorc, come »i dira.“ Raphael selbst in einem Schreiben an seinen Onkel 
Simone deßatlista di Ciarla vom 11. April 1508, welches die Bibliothek der 
Propaganda in Rom im Originale ansbcwahrt, sagt im Gefühle seiner tief 
sten Dankbarkeit gegen den Taddeo Taddei: 
„Ancora vi prego carusimo Zio die voi volialc dirc al prete e 
a la Santa (Tante und Onkel) die venendo lä Tadeo Tadei siorcntino, 
d quäle n’havcino ragionatc piü volle insieme, li facino honorc senza 
asparagnio nissuno e voi aneora li sarelc earezze per mio ainnre, die 
certo li sono obbligntissimo quanto die a uomo die viva.“ Eine schöne 
Seele wird immer dankbar sein. 
In Florenz malt er die schöne Maddalcna Doni und leiht ihre Züge 
seiner Madonna dcl Cordellino, ein Bild, daS später von Lorenzo Nasi 
erworben und mit dem Einsturz seines HanseS ant Arno zertrümmert wird, 
jetzt aber, wnnderbarerweise wiederhergestellt, die Tribüne der Uffizien ziert. 
Monna Canigiani, die unter ihren Ahnen die Mutter deS Petrarcha 
zählt, läßt eine heilige Familie von ihm malen, die früher die Vaterstadt 
deö Schreibenden (Düsseldorf) aufbewahrte, und wozu er selbst eine Studie 
der Madonna zu besitzen die Freude hat. Und so scheinen die meisten Bil 
der und Bildnisse die Gunst der Besteller gegen eine liebenswürdige Per 
sönlichkeit anzudeuten. 
Freundschaft und Hingebung für seinen älteren Freund und Mitschüler 
bei Pcrugino ziehen ihn von Florenz und von seinen eigenen Arbeiten nach 
Siena, wo er ihm die ersten Entwürfe zu den Fresken in der Bibliothek 
des DomeS macht, ein Opfer, zu dem sich Künstler selten und schwer ver 
stehen, indem eS Wenige giebt, die an eigenen Erfindungen und Gedanken 
so überreich sind, daß sie noch an Andere mittheilen lönnen. Hier lernt er 
den sogenannten Tpranncn von Siena, den Magnisico P andolfo Pe- 
trncci, einen weisen und staatsklugen Mann, und dessen Familie kennen, 
und wahrscheinlich empfehlen ihn die Töchter an ihre ältere Schwester, Ata- 
lante Baglioni, die Frau des Herrschers von Perugitztzi Giovanni Paolo 
Malatesta IV. Baglioni, welche ihm die Grablegung Christi (jetzt borghesische) 
für die Kirche S. Francesco austrägt. Dieses Bild, wozu der Karton noch 
in Florenz angefangen war, erhalt durch die neue und wundervolle Auffas 
sung, durch die Kraft der Behandlung und des Ausdrucks, ja man könnte 
sagen, durch seine damals moderne Manier, einen Ruf, der biö nach Rom 
dringt, und so bekömmt er durch seinen Landsmann. Lazzaro Bramantc auS 
Fermignano, damals der große Baumeister Italiens, den Auftrag, die 
Wohnzimmer deS Papstes Ginlio II. glorreichen Andenkens mit großartigen K d 
Malereien zu verherrlichen. 15»8 erscheint der 25,'äbrige. junge Meister in 
Rom und führt in 12 Jahren mehr unsterbliche Werke aus, als je ein 
Künstler, der daS höchste Lebensalter erreichte. 
(Fortsetzung folgt.) 
rung gebraucht und zu diesem Behuf bei uns zugelassen, während 
daS Korn selbst von unseren Häfen durch die Zollskala ausgeschlossen 
ist. So leuchtet ein, daß keine sehr bedeutende Masse Getraide bei 
uns eingeführt werden würde, auch wenn wir plötzlich unsere Häfen 
öffneten. Die Maßregel würde für das Volk tröstend sein, indem 
mau den besten Willen an den Tag legte; aber es ist sehr zweifel 
haft, ob ein wesentlicher Nutzen für jetzt daraus hervorginge. Auf 
der andere» Seite aber leuchtet auch ein, daß, je länger diese Maß 
regel aufgeschoben wird, der noch mögliche Betrag der Zufuhr immer 
geringer werden muß, da auch andere Länder mit uns darum kon- 
kurrircn und zu gleicher Zeit ihre Häfen gegen die Korn-Ausfuhr 
verschließen. Wenn also diese Betrachtungen auch eine schleunige 
Oeffnung der Häfen als überflüssig darstellen, so ist darum um nichts 
weniger das Kvrngesctz zu rechtfertigen." 
Belgien. 
Brüssel, 24. Nov. Der Fürst von Ligne ist vorgestern nach 
Paris abgereist. Während seines kurzen Aufenthalts zu Brüssel hatte 
er eine Unterredung mit dem Minister der auswärtigen Angelegen 
heiten in Betreff der Unterhandlungen mit Frankreich. Auch Herr 
van Praet, der Minister des Königlichen HauscS, hat sich, mit einem 
Auftrag an die französische Regierung, nach Paris begeben. 
Die letzten Debatten, welche der Annahme der Adresse und deS 
ministeriellen Amendements dazu vorhergingen, haben nichts Erheb 
liches weiter dageboten; es waren meist Wiederholungen derselben 
gegenseitigen Argumente. Herr Dechamps übernahm eö besonders 
noch, den Liberalismus der katholischen Partei zu rühmen, und Herr 
Vandeweycr verwahrte sich gegen die Voraussetzung, als ob daS Mi 
nisterium irgendwie einen Einfluß auf die Stimmen der Beamten in 
der Kammer habe auszuüben suchen. Dessenungeachtet kann heute 
das Journal de Liege sich der Bemerkung nicht enthalten, daß 
unter den 59 Mitgliedern, welche für daö ministerielle Amendement 
gestimmt, sich 34 Beamten befänden. 
_ \\ Brüssel, 23. Nov. Die Adresse ist gestern von der Re 
präsentanten-Kammer mit dem von dem Ministerium verlangten 
Amendement mit 58 gegen 25 Stimmen angenommen und das Ka- 
binet durch diese Erklärung des Vertrauens fürs erste in seinem Be 
staube gesichert worden. Die Diskussion hat jedoch in mehr als einer 
Hinsicht einen ungewöhnlichen Charakter erhalten. Die Ceutral-Kom- 
mi'ssion hatte eine Adresse vorgeschlagen, worin die Kammer, nach 
dem Vorgänge deö Senats, blos ihr Zutrauen zu der Weisheit und 
Umsicht deö Königs ausdrückte. Hatte der Minister des 
Innern schon bei der ähnlichen Wendung in der Adresse deS Senats 
das Jnconstl'tutionette einer solchen Abfassung bezeichnet, wodurch die 
Regierung von dem Könige isolirt und gewissermaßen, wie in Frank 
reich häufig geschehen, die Persönlichkeit des Königs in die Politik hinein- 
S wurde, so glaubte derselbe, in der Kammer um so mehr auf eine 
ung der beiden Elemente, der Regierung und des Königs, 
bestehen zu müssen, als die Kommission indirekt dadurch einen Mangel 
an Vertrauen zu dem neuen Kabinet auszusprechen schien. Herr 
Vandeweycr erklärte also, daß die Annahme seines daö Zutrauen zu 
der Regierung des Königs ausdrückenden Amendements eine Kabinets- 
srage sei. Von diesem Augenblicke au war die Annahme entschieden. 
Denn wie hätte die Majorität in der Kammer, nach einer so müh 
seligen Reconstitution des Kabinets, diese schwierige Arbeit der Krone 
von neuem auferlegen können. Die katholische Partei hätte gern den 
Minister des Innern, der sich wiederholt in der Kammer als der li 
beralen Meinung zugethan ausgesprochen, das Vertrauen erst durch 
einige ihr genehme Akte verdienen lassen, allein als sie genöthigt 
wurde, sich zu erklären, mußte sie eö doch für gerathen halten, in 
Hinblick auf die zwei bedeutenden Posten, die im Ministerium ihren 
Anhängern eingeräumt waren, den Liberalismus deS Herrn Vande- 
weyer als ein nicht zu vermeidendes Uebel zu betrachten. Die entschie 
dene liberale Partei, oder ein Drittel der Kammer, stimmte, wie vor 
auszusehen war, gegen dies Amendement, da sie, mit Ausnahme des 
Ministers deS Innern, kein Vertrauen in die vornehmsten Kollegen 
desselben haben konnte, und vor Allem, weil Herr Rogier, in dessen 
Person der größte Theil der Liberalen nun einmal seine Wünsche 
und Hoffnungen zu konzentriren scheint, nicht ins Kabinet berufen 
war. 
Um diesen Punkt drehte sich auch die ganze Heftigkeit des 
Kampfes, der aber hier über alle parlamentarischen Formen hinaus 
ging, da Vorgänge besprochen wurden, die nie vor die Kammer hätten 
gebracht werden sollen. Als nämlich von liberaler Seite die Be 
schwerde erhoben wurde, daß der Deputirte, der die Ehre einer dop 
pelten Erwählung in Brüssel und Antwerpen gehabt, und den die 
öffentliche Meinung als den natürlichen Nachfolger von Herrn No- 
thomb bezeichnete, bei derBildung deSMinisteriums übergangen worden sei, 
trat Herr Vandeweycr gegen seinen früheren Freund in großer 
Heftigkeit mit der schweren Anklage auf, daß er seinen Eintritt in daS 
Kabinet an eine Bedingung geknüpft zu haben, wodurch der König seiner 
Prärogative und die Kammer ihrer Freiheit in den DiSknssionen be 
raubt worden wären; er selbst habe das große Opfer gebracht, seinen 
14jährigen Gesandtschafts-Posten in London mit dem Minister-Porte- 
feuille zu vertauschen, um, wie er sich ausdrückte, den König auS dieser 
Lage zu retten. Herr Rogier sollte nämlich vom Könige die Vor- 
bewilligung einer Auflösung der Kammern verlangt haben, falls 
dieselben eine systematische Opposition gegen das neue Kabinet 
machten. Herr Rogier erklärte zuvörderst', daß er selbst gar nicht 
zum Könige berufen worden sei und nur ein konfidenzielleS Gespräch mit 
einer dem Könige nahe stehenden Person (dem Minister deö Königlichen 
Hauses, Herrn vau Praet) gehabt, diese jedoch ausdrücklich bemerkt, daß 
sie durchaus nicht im Auftrage deö Königs käme oder handle, sondern 
nur ein vertrauliches Gespräch als mit einem früheren Freunde wünsche. 
In diesem Gespräche habe er allerdings als eine Garantie für den 
Bestand des neuen Kabinets, gegenüber der noch immer in den Kam 
mern starken katholischen Partei, die fragliche Zusicherung einer even 
tuellen Auflösung gewünscht, würde jedoch, falls er zum König berufen 
worden und dieser eine Abneigung gegen dieses Mittel gezeigt hätte, 
gern mit Sr. Majestät ein anderes gesucht haben. Ueber diese 
konsidenzicllen Verhandlungen wurde der Streit mehrere Tage geführt 
und endlich damit geendet, daß sich der Minister und Herr Rogier 
persönlich zu Herrn van Praet begaben und in dessen Beisein eine 
Note, wie eö sonst wohl bei Duetten gebräuchlich ist, redigirt wurde, 
die beiden Theilen oder, besser, keinem Recht gab, und die nur das 
Bedauern erweckt, daß bei den Verhandlungen um die Neconsti- 
tuti'on dcö Kabinets eine Mittelsperson ein Hinderniß für die so wün- 
schenöwerthe Verständigung über die Bedingungen des neuen Kabinets 
geworden ist. 
Jeder nur einigermaßen mit der hiesigen Sachlage und der 
Stellung der Parteien Vertraute wird die Ueberzeugung thei 
len, daß der wirklich gewichtige Theil der liberalen Partei keinem 
Kabinet feine Stütze geben wird, welches ohne Mitwirkung der Herren 
Rogier und Devaux gebildet ist. Herr Vandeweycr ist liberal und 
wird von seinen Grundsätzen, wie hier wohl Jeder überzeugt ist, nicht 
abgehen, auch die nvthgedrungene Stütze, die er von der katholischen 
Partei erhält, nicht durch Konzessionen an dieselbe erkaufen. Die 
Akte, die er bis jetzt vorgenommen, die Aufhebung des geheimen Ka 
binets, die Ernennung eines General-Inspektors des mittleren Un 
terrichts, die Ernennung von 76 Aggreges an den Universitäten Lüt 
tich und Gent, beweisen wenigstens feine guten Absichten; allein er 
steht vereinzelt da und ermangelt in der Kammer der Stütze gerade 
auf der Seite, wo er sie natürlicherweise suchen sollte. Es ist dies 
eine anormale und wenig parlamentarische Stellung, die allerdings 
bei den hiesigen verwickelten und gespannten Partei-Verhältnissen 
andauern kann, aber auch dem Minister viele Widerwärtigkeiten bereiten 
wird, dergestalt, daß wir bei der Lebhaftigkeit, womit Herr Van- 
deweyer Alles erfaßt und empfindet, nicht erstaunt wären, wenn der 
selbe, empfindlich über die Undankbarkeit oder Rücksichtslosigkeit der 
liberalen Partei, der er angehört, und entschlossen, die Prätenstonen 
der katholischen zurückzuweisen, gegen die er kurz vor seinem Eintritt 
ins Kabinet in einer pseudonymen Schrift gegen den bekannten katho 
lischen Deputirten, Herrn Dumortier, mit Entschiedenheit aufgetreten 
war, sein Ministerium wieder früher, als man glaubt, mit dem offen 
gehaltenen Gesandtschaftsposten in London vertauschte. 
Die kommerziellen Unterhandlungen mit Frankreich sind, wenn 
auch nicht gänzlich aufgehoben, doch in einem wenig Aussicht ver 
sprechenden Zustande. Das französische Kabinet hat von der Bedin 
gung nicht ablassen wollen, das Quantum der zu importirenden Lein 
wand und deö Garns zu bestimmen, und das belgische Ministerium 
hat mit Recht hierauf nicht eingehen wollen. Der belgische Gesandte, 
Fürst von der Ligne, ist gestern wieder nach Paris mit einigen neuen 
Instructionen abgereist, die jedoch wahrscheinlich denselben Erfolg, 
wie die früheren, haben werden. 
S ch Ul t i 
Kanton Luzern. Am 21. November Abends wurde der l)e. 
Kasimir Psyffer der Haft verlassen und zugleich daS Siegel von seinen 
Papieren genommen. 
Kanton St. Gallen. Der allgemeine Große Rath hat 
in seiner Sitzung am 21. November das Bisthums-Konkordat mit 
dem heiligen Stuhle vom 7. November 1845 in Verbindung mit den 
Vollziehungs-Bestimmungen des katholischen GroßrathS-KvllegiumS 
vom 21. November d. I. (s. daö gestrige Blatt der Allg. Preuß, 
Z tg.) mit 145 Stimmen gegen 5 angenommen. 
Spanien. 
§ Madrid, 16. Nov. Das in Valencia niedergesetzte Kriegs 
gericht hat sieben der Soldaten, welche an dem Aufstände vom 3ten 
theiluahmen, zum Tode und 22 zur Zuchthausstrafe verttrtheilt. Fünf 
der Ersteren wurden am Ilten vor der Citadelle in Gegenwart der 
ganzen Besatzung erschossen, die beiden übrigen Verurtheiltcu haben 
noch den Ausspruch des höchsten KriegSgerichtshvfeS abzuwarten. 
Des Unteroffiziers, welcher die Meuterei anstiftete, konnte man bis 
jetzt nicht habhaft werden und deshalb auch die eigentlichen Urheber 
deö Unternehmens nicht entdecken. 
Der AuSgaug der neuen Munizipalwahlen läßt sich jetzt mit 
größerer Bestimmtheit angeben. Trotz der Unthätigkeit der herr 
schenden Partei ist es den Progressiven nur in zwei Provinzial- 
Hauptstädten gelungen, den Sieg ausschließlich davonzutragen. In 
den übrigen größeren Städten sind die Wahlen so ausgefallen, daß 
die Munizipal-Aemter zum Theil durch Moderirte, zum Theil durch 
Progressisten besetzt werden. In den Städten zweiten Ranges konn 
ten bisher fast nirgends die Wahlen stattfinden, weil keine Wähler 
sich einstellten. Eine solche Gleichgültigkeit legt das Volk an den 
Tag, wenn eS von einer seiner wichtigsten und folgcreichsten Be 
fugnisse Gebrauch machen soll. 
Unterdessen haben die Minister in aller Stille auch die Wahlen zum 
Ersätze der ans dem Kongreß austretenden Deputirten in den ver 
schiedenen Provinzen angeordnet, und mran bezweifelt nicht, daß diese 
Wahlen völlig im Sinne der Regierung ausfallen werden. Die 
Minister sollen in der That auf eine Majorität von 80 Stimmen 
rechnen, und derjenige Theil der moderirten Presse, welcher in der 
letzten Zeit am entschiedensten gegen das Ministerium zu Felde zog, 
ist jetzt plötzlich entweder (wie der Globo) völlig verstummt, oder 
sucht (wie der Heraldo) mit den Inhabern der Gewalt eine Uebcr- 
einkunft zu treffen. 
Der General Don Jose Fulgosio, der von Barcelona hierher 
berufen wurde, um an Cordova'S Stelle während der Abwesenheit 
des Generals Mazarredo die Würde des General-Capitains von 
Neu-Castilien zu bekleiden, ist vor einigen Tagen hier angekommen. 
So wurde denn der General Cordova, der erst vor kurzem die An 
wartschaft auf einen an die Niederlagen der Karlisteu erinnernden 
Titel erhielt, durch einen Mann ersetzt, der bis zur Uebereinkunkt von 
Vergara unter den Fahnen des Don Carlos den Thron Jsabella's 
bekämpfte. 
Die Königin hat den zweiundachtzigjährigen ehemaligen Minister- 
Präsidenten Don Evaristo Perez de Castro zum Vice-Präsidenten 
des neu errichteten StaatS-Rathes (Conscjo Real) ernannt. Prä 
sident dieser Behörde ist der jedesmalige Minister-Präsident. 
Nichts hält schwerer, als zuverlässige Angaben über den Stand 
der Unterhandlungen mit dem päpstlichen Stuhle zu erhalten. Wäh 
rend der französische Botschafter schon seit einigen Monate» die völ 
lige Erledigung aller bisher obschwebendcn Schwierigkeiten als bevor 
stehend und als Ergebniß der Einwirkungen seines Hofes ankündigt, 
versichern andere Personen, die für wohlunterrichtet gelten wollen, 
die Unterhandlungen wären um keinen Schritt vorgerückt, und die 
Abberufung des Herrn Castillo sei bereits ausgefertigt worden. 
Jedenfalls' muß den Ministern sehr daran gelegen sein, den 
CvrtcS bei ihrem Zusammentreten irgend eine befriedigende 
Mittheilung über die Lage dieser Angelegenheit machen zu können. 
Die öffentliche Meinung drückt sich sehr laut und entschieden gegen 
den bisherigen spanischen Unterhändler auS. 
Die Regierung hat in aller Stille einen Beamten, der frühcrhin 
Konsul in Amsterdam war, mit einem Schiffe nach der Westküste 
Afrika'S abgefertigt, und ihm befohlen, die ihm mitgegebenen ver 
siegelten Vorschriften erst auf der Höhe der kanarischen Inseln zu 
öffnen. Da dieser Beantte von einem der arabischen Sprache mäch 
tigen, getauften marokkanischen Juden als Dolmetscher begleitet wird, 
so scheint die Voraussetzung, daß die ihm ertheilten Aufträge die 
Regierung von Marokko betreffen, nicht zu gewagt zzt sein. 
Die Staatspapiere sind am letzten Börsentage, vorgestern, wie 
der gestiegen. Der Handels-Minister hat die gesetzliche Bestimmung, 
zufolge deren jede einzelne Operation a lernte mit den Namen der 
betreffenden Personen veröffentlicht werden mußte, endlich wieder 
außer Kraft gesetzt, da sie die beabsichtigte Wirkung völlig verfehlte. 
Dieser Umstand, so wie die Erwartungen, die man aus den günsti 
gen Erfolg des neuen Steuer-Systems zu setzen anfängt, verbunden 
mit der als nahe bevorstehend angekündigten Regulirung der Staats 
schuld, tragen dazu bei, der Thätigkeit her Börsenwrlt einen neuen 
Schwung zu flcben. 
Die Regierung hat eine Kommission niedergesetzt, welche einen 
Gesetz-Entwurf über die Einführung eines neuen Münz-Systems 
ausarbeiten soll. 
Der Attachf- der hiesigen französischen Botschaft, Herr Mercier, 
ist als Legationö-Secretair nach Dresden versetzt worden. 
X Paris, 23. Nov. Wir erhalten heute neue Berichte aus 
den spanischen Nordprovinzen sowohl, als aus den verschiedenen Pro 
vinzen von Catalonien. Aus Pampelona wird vom 18ten berichtet, 
daß der Jnfant Don Francisco de Assis (ältester Sohn des Jnfanten 
Francisco de Paula), welcher daselbst als Oberst deS Reiter-Regiments 
„Principe" in Garnison steht, durchaus keine Anstalten macht, die 
auf eine Bestätigung der madrider Angaben schließen ließen, wonach 
derselbe eine Reise inS Ausland zu machen gedächte. Wohl sollen 
ihm unter der Hand Andeutungen von einem desfallsigen Wunsche 
gewisser einflußreicher Personen zu Madrid gemacht worden sein, aber 
ohne ihren Zweck zu erreichen. Der Prinz scheint unter der Bevöl 
kerung von Pampelona sowohl, alö bei seine» unmittelbare» Unterge 
benen durch herablassendes leutseliges Benehmen die allgemeine Zu 
neigung sich erworben zu haben. 
Ueber die Rätlberbandcn, welche in diesem Augenblick die öffent 
liche Sicherheit der Provinz Navarra gefährden, erfährt man auf 
diesem Wege nun auch Näheres. Vor etwa einem Jahre war aus 
dem Staatsgefängnisse zu Saragossa eine beträchtliche Anzahl Ga- 
leeren-Sträflinge abgeführt worden, um bei den Arbeiten am Kanal 
von Castilien beschäftigt zu werden. Während diese nun auf ihrem 
Wege zu Tudcla über Nacht blieben, gelang eS ungefähr 12 ober 14 
von ihnen, aus dem Gefängnisse, in welches sie zusammengesperrt waren, 
zu entspringen. Von da flüchteten sie sich na^ verschiedenen Gemein 
den der Solana, eines nahegelegenen Landstrichs von Navarra, wo 
die meisten von ihnen zu Hause waren, und sie daher einerseits einigen 
Schutz bei ihren Familien zu finden, andererseits, mit allen Wegen und 
Stegen des Landes genau bekannt, ihr Diebcs-Hanbwerk mit Erfolg 
wieder aufnehmen zu können hofften. Allein die Meisten von ihnen 
sielen bald wieder in die Hände der zu ihrer Verfolgung aufgebotenen 
öffentlichen Macht und wurden wegen neuer Missethaten, die sie in 
der kurzen Zwischenzeit bis zu ihrer Wiedergefangennehmung begon 
nen hatten, zu neuer Galecrenstrafe von den Gerichten verurtyelt. 
Fünf oder sechs aber waren glücklich genug, unter allerlei Verkleidun 
gen und mit Veränderung ihrer Namen nach der Gränze zu gelan 
gen, über welche sie nach Frankreich gingen. Diese nun kehrten spä 
ter nach Navarra zurück und bilden jetzt den Kern der Bande, welche 
den Schrecken der friedlichen Einwohner der Provinz ausmacht. Be 
sonders in der Merindad (Herrschaft) von Estella treiben sie ihr 
Unwesen, sind plötzlich wie vom Boden verschwunden, um 
eben so plötzlich wieder zu erscheinen und durch ihre kecken Gauner 
streiche Schrecken zu verbreiten. Von Mordthaten oder Mißhandlun 
gen an Personen, die sie sich erlaubt hätten, hat man übrigens bis 
jetzt nichts gehört. Eben so wenig haben sie irgend eine politische 
Bedeutung, namentlich erweist sich als durchaus ungegründet, als fän 
den sie von Seiten der karlisti'schen Partei, die nt Navarra noch 
immer zahlreiche Anhänger hat, irgend Beistand oder Vorschub. Sie 
scheinen nebenbei und vielleicht sogar vorzugsweise auch mit dem 
Schmuggelhandwcrk sich zu besassen, daö an der navarrestsch-franzö 
sischen Gränze lebhafter als irgendwo auf der ganzen Gränzlinie 
zwischen Frankreich und Spanien betrieben wird. 
Die noch immer nicht festgestellte Gränzlinie zwischen der fran 
zösischen Gemeinde Aldudes und der navarresischen Valcarlos hat 
abermals einen blutigen Kampf veranlaßt, wobei fünf spanische Zoll-Ca- 
rabineroö das Leben verloren. In den Monaten August und Septem 
ber hatten die spanischen Behörden Befehl gegeben zur Ausreißung 
und Verbrennung der von Franzosen auf dem streitigen Gebiete an 
gelegten Taback-Pflanzungen, während die Franzosen ein Recht auf 
den Grund und Boden dort in Anspruch nehmen. Als daher die 
Carabineros mit AuSreißung der Tabackpflanzen beschäftigt waren, 
eilten die Bauern, welche sie gepflanzt hatten, herbei, um ihr Eigen 
thum zu vertheidigen. Es kam zwischen beiden Theilen zu einem 
lebhaften Gewehrfeuer, die spanischen Carabineros sahen sich bald 
genöthigt, der Ueberzahl ihrer französischen Gegner zu weichen und 
unter emem Hagel von Kugeln, die man ihnen nachsendete, den 
Rückzug anzutreten. Wenige Tage nachher kamen aber die spanischen 
Carabineros mit Verstärkungen zurück und verließen daS Feld nicht 
eher, bis auch der letzte Stengel Taback ausgeriffen war. Da schwu 
ren nun die Einwohner von AldudeS, baldige und vollständige Rache 
zu nehmen an den Carabineros. In der That hat man jetzt in den 
nahegelegenen Wäldern fünf Carabineros erschlagen gefunden. 
Zu Barcelona führt in Abwesenheit des General-CapitainS m>d 
nachdem auch der bisherige Platzgouverneur, General Fulgosio, nach 
Madrid abgegangen ist, um dort einstweilen, so lange der General 
Mazarredo nicht von seiner Reise inS Ausland zurückgekehrt sein wird, 
General-CapitainSstclle zu vertreten, der General Gouverneur der 
Citadelle den Oberbefehl. Der General-Capitain Breton war am 
Ilten von Olot aus mit der ihn begleitenden Truppen - Kolonne zu 
Geroua eingerückt. Als er auf dem Constitutionö - Platze in dieser 
Stadt angelangt war, richtete er au seine Soldaten die folgende Anrede: 
„Soldaten! Vor dem Gesetze sind wir alle gleich. Diejenigen, 
welche sich weigern, die Blutsteuer zu leisten (d. i. dem RekrutirungS- 
Gesetze zu gehorchen), kraft welcher ihr in diesen Reihen steht, 
werden erschossen werden. Soldaten, es lebe die Königin!" 
Diese Worte verfehlten nicht, große Sensation unter den Ein 
wohnern hervorzubringen. Ueber ein Drittheil der Rekruten des 
Jahrganges 1844 waren bereits gestellt, und thätiger Widerstand 
hatte sich nicht kundgegeben. In einigen Gemeinden sind allerdings 
Mehrere flüchtig geworden, wurden aber auch als Ausreißer öffent 
lich ausgeschrieben, wie daS Gesetz es anordnet. Der General-Capi- 
tain aber hat angeordnet, daß statt der Flüchtlinge die ihnen zunächst 
folgenden Nummern eingereiht werden sollen, welche durch das LooS 
vom Dienste befreit waren. Die Provinzial-Deputation hat daher, 
gestützt auf den Königlichen Befehl vom letzten 30. Januar, wonach 
die Deputationen und GefeS politicos angewiesen werden, sich streng 
und genau au den Wortlaut des Gesetzes zu halten, daS Gutachten 
ausgesprochen, daß diejenigen Gemeinden, welche alle Anforderungen 
des Heer-ErgänzungSgesctzeö erfüllt haben, nicht gehalten seien, neue 
Rekruten und Ersatzmänner an die Stelle der Flüchtigen zu stellen. 
Deshalb hat die Deputation auch eine Vorstellung an die Regierung 
nach Madrid gesendet, damit dieselbe die Verfügung deS General- 
CapitainS als ungesetzlich außer Kraft setzen möge. 
Handels - und Börsen ^ Nachrichten. 
Berlin, 28. Nov. Virlscitige Verkauf-OrdrcS drückten heute die 
Course aller Eisenbahnen und blieb eS am Schluß der Börse matter als gestern. 
Marktpreise vom Getraide. 
Berlin, den 27. November 1845. 
Zu Lander Weizen 3 Nthlr. 3 Sgr. 7 Pf., auch 2 Rthlr. 28 Sgr. 
10 Pf.; Roggen 2 Nthlr. 2 Sgr. 5 Pf., auch 1 Nthlr. 27 Sgr. 7 Pf.; 
große Gerste 1 Nthlr. 16 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rchlr. 15 Sgr. 7 Pf.; 
Heine Gerste 1 Nthlr. 20 Sgr. 5 Pf., auch 1 Nthlr. 15Sgr. 7Pf.; Hafer 
1 Rthlr. 7 Sgr. 2 Pf., auch 1 Rthlr. 3 Sgr.; Erbsen 2 'Nthlr. 24 Sgr., 
auch 2 Rthlr. 7 Sgr. 2 Pf. Eingegangen sind 123 Mispel. 
Zu Wasser: Weizen (weißer) 3Rthlr. 1 Sgr. 2 Pf., auch 2 Rthlr. 
27 Sgr. 7 Pf. und 2 Nthlr. 25 Sgr. 2 Pf.; Roggen 2 Rthlr. 2 Sgr. 
5 Pf., auch 2Rthlr.; große Gerste 1 Rthlr. 16Sgr. 10Pf., auch 1 Rthlr. 
15 Sgr. 7 Pf.; Hafer 1 Nthlr. 5 Sgr. 9 Pf., auch 1 Nthlr. 3 Sgr. 
6 Pf. Eingegangen sind 540 Mispel 12 Scheffel. 
Mittwoch, den 26. November 1845. 
DaS Schock Stroh 9 Rthlr., auch 8 Rthlr. Der Centner Heu 1 Rthlr. 
2 Sgr. 6 Pf., auch 20 Sgr. 
Kartoffel - Preise. 
Der Scheffel 15 Sgr., auch 10 Sgr.
	        

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