Full text: Zeitungsausschnitte über Elisabeth von Heyking

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm N 
Eleganz des leichtfüßigen Hengstes mit 
kraftvollen Majestät des Löwen. Als er. 
rannen ToM schon vetargert, in Die Arena 
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Sennecke 
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(Radierungen von gwiener) 
Text von vr. Paul Hildebrandt 
m Glanze der glutenden Sonne liegt Se 
villa. durchzittert vom Rausche bunt 
farbiger Kleider und von der nervösen 
Anruhe einer aufgeregten Menge. Schöne 
Frauen und Mädchen in den Straßen, 
und mitten unter ihnen der leichte Tritt anmuttger 
Männer, ebenmäßig in der Linie, wie sie Jgnacio 
Zuloaga schuf, braun die Jungen, wie sie einst 
Murillo aus dem kühlen Schatten holte. 
Die Stadt hat ihren Tag. Man plaudert davon, als 
ob es etwas Alltägliches wäre. wägt dies und das und 
webt um einen Fallenden oder Zertretenen so viele 
klingende Morte, als es schon die Väter und Großväter 
getan hatten. Die feurigen Burschen haben einen starken 
Zungenschlag. Ob ihnen die knitternde Seide und die 
feinen Manttllas kokettterender Schönen das pulsende 
Herz schneller schlagen lasten? Es leuchtet um die 
dunkelfarbigen Gesichter, und aus den Augen sprüht 
es heller als Aeugier und Erwartung. 
Galitto ist gewandt und sicher im Stoß. man kennt ihn 
seit vielen Jahren, und wenn ihn der Jubel der Arena 
umbraust, wird er sicher im Ziel: tiefftill nach außen 
Wie ein entlegener Bergsee. wütend im Sturm. Frei 
lich gibt es Zufälle, die unberechenbar sind. trotz 
aller Vorsicht, und es müßte sonderbar sein 
* * 
Die Plaza de Toros harrt ihrer Stunde. Richt anders 
haben im alten Rom patrizische Söhne und Töchter 
unter der schaulustigen Menge in festlicher Erregung 
gesesten, nicht anders harren moderne Sportsmenschen, 
wenn es den Kampf in der weiten Rennbahn gilt. 
Lachendes Leben auf den Tribünen und der strahlende 
Farbenkranz buntleuchtender Mantones. Man ko- 
ketttert, lacht und schwatzt, man krittsiert und bewundert, 
und zum tollen Lärm südländischer Bewegtheit steigert 
sich das lebhafte Hin und Her einer vieltausend- 
köpsigen Menge im ungeheuren Riesenbau. 
Fanfaren rufen durch den weiten Raum. Gin grell 
zuckender Blitz aus leuchtendem Himmel hat die gleiche 
Wirkung. Es wird still im weiten Amkreis und nur die 
Musik erklingt beimGinzugderbuntscheckigenQuadriglia: 
DieMatadore mit ihrem Gefolge zu Pferde und zu Fuß. 
Sehnige Gestatten. Im Spiel der Sonne glitzern die alt- 
andalusischen Kostüme und freudig schlägt der 
Eskamillomarsch bis zu den letzten Reihen. 
Dann bricht er ab.— Ein neuer Fanfarenstoß! 
Der Toro tritt ein. Seine Gestalt vereint 
die 
der 
schreitet, stutzt er und hätt inne. Voll Trotz und 
Verachtung hebt er den stolzenKopfmit denRie- 
sengabeln. Wie geblendet steht er da. 
Doch nur für einen Augenblick. Er 
weih sich im Mittelpuntt des Jn- 
terestes. Da ist es. als ob ein elektri 
scher Schlag seinen Muskelkörper 
durchzucke. Was wollen die bunten 
Eapas dort, die an der Brüstung diese 
frechen Knirpse schwenken? Die leich 
ten Füße werfen den lockeren Sand 
auf. daß er im Wirbel durch die Lüfte 
saust, die Rüstern des Stteres blähen 
sich gegen den ersten Eapeador. And 
während er anstürmt, gewahrt er einen 
anderen, einen, der ihm näher ist. And 
hier einen dritten, und einen vierten 
dort. Blitzarttg geschehen die Be 
wegungen im Drehen und Tanzen 
zwischen Angriff und Abwehr. Der 
Toro stürzt vor, dann stutzt er. gleitet, 
schlägt gegen den Verschlag.... tän 
zelt zur Seite. . . . rutscht . . und 
stürmt von neuem vor. Es züngelt 
um ihn auf in roten, gelben, grünen 
Farben, die wie bunte Feuerkugeln 
aufflammen. Minuten nur rollt das 
Bild ab. das den Anstatt gibt zum ner 
venpeitschenden Kampf. Die Menge 
folgt den Bewegungen des Stieres 
mit gespannter Aufmerffamkeit. 
Im ersten Gang noch rast der un 
geschwächte Stter in der vollsten Kraft 
und teilt nach allen Seiten Stiche aus, 
die haarscharf an den Seiten der Ca- 
peadores vorüberzucken, kaum daß er 
eine Plaze auffängt und sie mit wil 
der Wut in den heißen Sand scharrt, 
indessen der Gladiator, gelassen die 
Hände in den Taschen, nach der 
Brüstung schreitet. 
„Bravo! .. Bravo! .. Toro!" .. 
schrett der Aachbar. und sein Ruf 
verttingt in dem vieltausendfachen 
Widerhall der aufjauchzenden Menge, 
mitten hinein schlägt er in diese Far 
bensymphonie von roten Pakaschen, 
blitzenden Perlenbesähen und dunkel 
glitzernden Zopfschleifen. 
Ein Fanfarenstoß ruft zum zweiten 
Gang. An derPlanke verteilt, warten 
die Pikadores; die Pferde, denen ein 
Auge verbunden ist. tänzeln dahin. Sie 
Anläßlich des 25jährigen Regierungsjubiläums des Könina „ . . 
Madrid große Kundgebungen statt. Ansere . t>on 6 * >amen fanöe * m 
Balkon des Palastes in Madrid während der Königsfamilie auf t~~ 
V » I?^?igungen des Volkes: darunter der König 
seinem Arbeitszimmer. Ihm gegenüber fitzt der PrÄLent n- °««omg in 
der derzeitige Machthaber Spaniens ^ralrdent des Direktoriums Prnno de Rivera. 
Phot. Atlantic und Sennecke 
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ahnen die Gefahr und find mühsam vorwärts zubringen. 
Ein Pikador kommt vorden Stier. Steil geht derGaul in die 
Höhe, vom Horn geschlitzt bäumt ersich auf und stürzt kra 
chend zu Boden. Das gibt Mut und das rauchende Blut er 
neuten Eifer. In jagenderKarriere fegt der Toro überden 
Plan. Flinke Chulos reizen ihn mit farbigen Tüchern 
und suchen ihn von seinem nächsten Gegner abzulenken. 
Wieder stutzt er einen Moment, um mit gesenktem Schä 
del auf das Ziel loszugehen. Das Pferd wird störrisch, 
biegt zur Seite, und der Reiter, der diese Wendung nicht 
erwartet, fliegt in weitem Bogen in den Sand. Wird der 
Stter den Pikador zerttampeln? Schon flattern dieBan- 
derillos um das Maul, schon sind andere Pikadore zur 
Stelle und stechen dem Toro die Lanzen in die Seiten, 
daß er heulend und fauchend wilde Stöße verteilt. 
So hat Goya seine Szenen gesehen und sie im Bilde 
festgehalten, so haben moderne Künstler das Spiel der 
Muskeln gesehen und den wilden Rhythmus der Linie 
auf das Kupfer überttagen. Das atmosphärische Licht 
erhöht die Wirkung, das ungestüme Durcheinander der 
blitzschnellen Bewegungen und der Aufprall wilder Lei 
denschaften steigert die Spannung. 
Zur dritten Suerte ruft die Fanfare. Der entmuttgte 
Stter muh durch Banderillos zu neuer Wut enffacht 
werden. Mit keckem Schritt tritt der Banderillero auf 
das Tier, das stumpfenBlickes den Ankömmling bettach 
tet. Zwischen den Gabeln hindurch fährt die bänder 
geschmückte Harpune in den Rückenwulst, knallend 
explodiert sie und sitzt fest. umdampst vom wolttgen 
Rauch. Gleich darauf ein zweiter Knall. Der Bande- 
rillero hebt die Hand . . . da . . . wie ein vom Bogen 
geschnellter Pfeil nimmt der Stier die zehn Meter lange 
Entfernung. Geschickt biegt der Angegriffene ab. und der 
Toro saust im Sturm durch die Arena. Das jubelnde Ge 
schrei der Menge belohnt den gefahrvollen Augenblick. 
Roch ist der Stier nicht toll genug. 
Ehulos lassen ihm ihre roten Tücher um das schäu 
mende Maul flattern, necken ihn mit keckem Vorstoß 
und locken ihn von den gefährdeten Kameraden. Mild 
wird die Jagd: Gäule richten sich auf. Menschen fe 
dern um den tanzenden Stter. im Wirbelwind drehen 
sich Männer und Tiere. Die Arena fängt die Bewe 
gungen auf. Ihr Beifall dröhnt in den weiten Raum. 
„Toro! .... Bravissimo! .... One bruto mara- 
villoso!» so schreit es von den Bänken. Dort unten 
federt einer über die Brüstung, um an dem Spiel Krittk 
zu üben. Man steht auf. schwenkt Hüte und Tücher, man 
klaffcht und pfeift, man brüllt und tteischt. und wie im 
allen Rom das Geschrei der Menge vom Circus maximus 
bis zu den alten Albanerbergen erschallte, so braust 
heute der tosende Lärm im Tale des Guadalquivir. 
So kann. zum höchsten gesteigert, der letzte 
gefährlichste Moment die Erregtheit auslösen. 
Galitto! . . . Viva! .... Galitto! .... 
Aus Earmen tönt es mir entgegen: 
Da tritt auf den Kampfplatz er 
Mit Mut voran: 
Auf zum Kampf. Dorer« 1 
Stolz in der Brust 
Siegesbewußt. . 
Wenn auch Gefahren dräun, sei wohl 
Daß ein Auge dich bewacht 
Und heiße Liebe lacht. 
Galttto nähert sich der Königsloge, 
grüßt mit gesenktem Degen und er 
bittet die Erlaubnis zum Todesstoß. 
Seine ttaftvolle Gestatt gibt sich 
Sicherheit. Wer wollte an dem Aus 
gange des Kampfes zweifeln? Weihe 
volle Sttlle tritt ein. 
Der Torero wendet sich ab. Dumpf 
leuchtet die knallrote Farbe der Mu- 
leta dem abgekämpften Stier in das 
unsichere Auge. dumpf glotzt das Tier 
vor sich hin, bis ihm der Scharlach 
des Tuches in den Pupillen brennt. 
Die Augen flackern auf, sie werben 
plötzlich hell. Verführerisch spielt das 
Sonnenlicht auf den beiden Gegnern, 
matt zitternde Ringe und glitzert wie 
ttäuselndeWellenimSee. HöchsteLei- 
stung und tieffter Fall stehen neben 
einander: düster und schaurig. 
Aufbrüllend geht der Stier auf 
das Tuch los .... er wird Galitto 
durchbohren .... er wird ihn zer 
stampfen Es sind Sekunden. 
Galitto wedelt ihm den bunten 
Lappen um die Rüstern, macht kehrt 
und lockt ihn mit kühnen Wendungen 
durch den Sand. Der Moment ist 
gekommen: Es gilt den Todesstoß. 
- DieArena sieht die blitzende Klinge 
Gattttos. sieht, wie er sein Ziel ab 
mißt und die Stelle sucht, durch die 
der funkelnde Degen sich bohren wird. 
Verv und Muskeln sind gespannt. 
Da ... ein Zaudern 
Teil einer Sekunde .... 
Der tückische Stier kommt wie ein 
Sturzbach .... Galitto stößt.... 
Der Stahl prallt ab .... tief senkt 
sich der Stierkopf .... schon hängt 
der Torero auf den Riesengabeln, und 
triumphierend ttägtihn derToro über 
das glutende Feld. um ihn in den 
goldfunkelnden Sand zu jagen. 
Aber die Brüstung federt ein 
zweiter Torero . . . zwei Augen 
paare starren sich an .... ein wohl- 
gezielter Stoß und Galitto ist gerächt. 
Rings jubelt die Musik auf. und 
rauschend geht das Spiel zu Ende. 
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| j i e Vertreter der spanischen Provinzen bei der Huldigungsfeier Atlantic | 
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Spanische Volkstypen 
Sennecke
	        
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