Full text: Zeitungsausschnitte über Henriette Philippine Zimmer

— Nk. io3. — Dienstag den 18. April. — i8i5. — 
Kassel. 
Dem Amtmann Usener zu Bieber, Ist die dasige 
Bergrichter-Stelie gnädigst mit übertragen. 
Die Pfarreien zu Niedermeisser und Zwergen, Klasse 
Zierenberg, erhält der Kandidat der Theologie, Theodor 
Christoph Stein. 
Dem Sekretacius Iatho, bei der General-Brand-Asse- 
kurations-Kommission, ist der Rang in der achten Klasse 
der Rang-Ordnung gnädigst angewiesen. 
Ludwig Karl Weinrich von Hanau, erhält den 
Akzeß zur dastgen HofgerichtS-Kanzlei, und der Uhrmacher 
Adam Wittich allhier, ist dem Hof-Uhrmacher T Ho 
me yer, als Adjunktus beigegeben. 
Angekommen. Den i4. 2(prts. Königlich-preußi 
sche Oberst und Brigadechef von Campen, voU Nordhau 
sen (geht zur Armee);» königlich-preußische Artillerie-Abthei 
lung (eine LLpfündige und drei 6pfündige Batterien), un 
ter Kapitän von Kappen; ein königlich-preußischer Feldjäger 
als Kurier slt» den Feldmarschall Fürst Wahlstadt, von Hal 
berstadt. Den *5. Freiherr von Geramb und Grafvon Ranzau, 
aus Wien (König von Preußen); herzoglich - mecklenburgischer 
Kammerherr, Baron von Campenyausen, aus Früttkflrrr 
(geht durch); Herr Geheime Rath von Thümmel, aus 
Sachsen-Gotha, von Frankfurt a. Den »6. Dag kö 
niglich - westpceußische Uhlatten-Regiment, unter Kommando 
des Herrn Oberstlieutenant von Bayer. 
Abgegangen. Den i4. April. Herr General-Lieu 
tenant von Diemar Exzellenz, nach Melsungen. 
Auswärtige Nachrichten. 
Deutschland. 
Kongreß zu Wien. 
(Aus der Chr. d. W. K. ) 
Der Vertrag über die Länder-Berichtigungen ist unter 
zeichnet, wird aber zuerst nach beendigtem Kriege zum Voll 
zug kommen. Das Jnnviertel und Salzburg werden Oest- 
reichisch, Baiern erhält Theile von Äürtemberg bei Ell- 
wangen, Mergentheim u. f. w. Würtemberg wird durch 
badische Besitzungen entschädigt. Die Großherzogthümer 
Baden und Hessen erhalten Entschädigungen auf dem linken 
Rheinufer. Speier wird Badisch, Worms Hessisch re. 
W. r e n, vom 5. April. 
Mit jedem Tage sieht man jetzt der Wieder - Eröffnung 
des deutschen Kommittee entgegen, nachdem auch von Oest 
reich eine der preußischen Antwort völlig gleichlautende Er 
klärung an die vereinten Fürsten und freien Städte erfolgt 
ist. Wahrscheinlich wird jetzt auch Holland wegen Luxem 
burg gleich mit zum deutschen Kommitte hinzutreten; das 
selbe , Hofft man, wird von Dannemark wegen Holstein 
geschehen. Baden und Darmstadt, welche die Note der 
vereintea Fürsten und Städte vom 22. März nicht mit 
unterschrieben haben, hatten schon früher ihre Kontingente 
für sich angeboten. 
— Pannemark stellt, dem Vernehmen nach, 25ov» 
Mann zu dem Heer der All!ixten; es hat sich erboten, 
4oooo Mann zu stellen, wenn mau ihm die Aufstellung und 
Erhaltung derselben durch Subsidien erleichtern wollte. 
— Am heutigen Tage sind die hier anwesenden sächsi 
schen Deputirten nach Preßburg zu dem Könige abgegan 
gen, der sie dahin berufen hat, um sich mit ihnen über- 
die Lage des Landes zu berathen und darnach seinen Ent 
schluß zu bestimmen. Noch hat der König nicht unter 
schrieben; doch ist kaum daran zu zweifeln, daß dies un 
verzüglich geschehen wird. Vierzehn Tage nach der Unter 
zeichnung des Königs sott die Administration des Landes, 
wie es stipulirt worden ist, von Preußen an die königl. 
Behörden zurückgestellt werden. Die königlich-sächsischen 
Truppen werden mit unter den Befehl des Herzogs von 
Wellington zu stehen kommen. 
— Ji.1 der östreichischen Armee wird ein großes Avance 
' ment vorgenommen werden. Als ein erfreuliches Zeichen 
des Geistes, der die Regierung beseelt, sieht man die seit 
»809 nicht statt gehabte Anstellung mehrerer Erzherzöge 
bei der Armee an; die Truppen lieben die Anführung 
edlen Sprossen des glorreichen Herrscherstammes, und be 
sonders hat der tapfere Erzherzog Karl die größte Anhäng 
lichkeit bei der ganzen Armee. 
— Die vielen wichtigen Verabredungen, welche unter 
den hohen Souveräns selbst statt finden, sind Ursache, daß 
I * der Kaiser von Rußland seine vorgehabte Reife nach Prag 
aufgeben wird, um keine Versäumniß in der durch drin 
gende Eile gebotenen Maaßregeln zu veranlassen. Gleich 
anfangs, als man die Landung Bonaparte's in Frankreich 
hier erfuhr, saare der Kaiser Alexander die bedeutenden 
Worte: „Die Sache ist geringfügig, wenn wir sie nicht 
■t als geringfügig betrachten " 
l — Der Ritter von Genz wird der Anführung in fran-. 
zösifchen Blättern, daß er der Verfasser der bekannten De 
klaration sey , widersprechen. 
Vom 6. — Der Prinz Eugen ist gestern nach München, 
und der Kronprinz von Würtemberg, königl. Hoheit, nach 
Stuttgardt abgereist. 
— Die neulich durch Wienerisch-Neustadt passirten Ge 
fangenen waren blos Hr. Felix Bacciocchi und Bonaparte's 
Schwester, Elise, mit ihren Kindern, welche durch die 
Gnade Sr. Maj. unsers Kaisers nicht nach Munkatsch, 
sondern nach dem Spielberg bei Brünn gebracht worden 
sind. Mad. Borghese und nach einigen Berichten auch 
die Mutter Bonaparte's kommen dagegen nicht dahin, weil
	        

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