Full text: Frankfurter Musenalmanach (1781)

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Weil noch scherzhaft Zephyr spielt 
Mit dem braunen Haare, 
Und Dir gern noch Küße stiehlt 
In dcm Len; der Jahre. 
Bald verblüht des Lenzes Zier, 
Täglich wirst du älter, 
Und dann, Mädchen, glaube mir, 
Wird dein Busen kalter; 
Deiner Wangen Rosenrokh 
Ach! verbleicht behende; 
Kalt und mager, wie der Tod, 
Starren Deine Hände; 
Bald umsteht eisgraues Haar 
Deiner Stirne Falten, 
Und Dein Mund, so schön er war, 
Wird zugleich veralten; 
Dein Gesang, voll Lieblichkeit, 
Wird dann nicht mehr rühren, 
Und dein Blick, voll Zärtlichkeit, 
Herzen nicht entführen; 
Wie die Blume welkst Du "bald, 
Mit der Flucht der Jahre, 
Ungeliebt wirst Du dann alt, 
Reifst, Volk Gram, zur Baare. 
Sich die Rose! Welkt sie nicht 
Lstber auf der Locke, 
Wenn man sie in Kränze flicht, 
Als am öden Stock- ? 
Ahm' ihr nach und säume nicht, 
Mir dein Herz zu geben, 
Eh' der Senscmann noch spricht: 
Opfte mir Dein Leben! 
L G.B.Peschek. 
Der erste May. 
Mit silbernem Schlag 
Hat heute den Tag 
Die Nachtigall schmeichelnd verkündet; 
Die fühlende Brust 
Der Schöpfer zur Lust 
Des Frühlings voll Anmuth entzündet.
	        

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