Full text: Frankfurter Musenalmanach (1781)

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( Mi ) 
Selig , unaussprechlich selig, 
Himmlisch selig fühlt' ich mich. 
Brünstig, überirrdisch fröllch 
Pries ich, Vater, bat ich dich: 
„ Möcht' ich, mehr durch Tugend r 
„ Werther Ihrer Liebe sein ! 
Nicht um tausend, tausend Leben 
Hätt' ich deiner Liebe Glück, 
Nicht um Welken hingegeben, 
Nur auf einen Augenblick. 
Reicher war ich, als durch Gold: 
Denn du, Theure, warst» mir hold 
Niemand, niemand kann sie zahlen 
Meine Freuden, meßen nie! 
Nur empfinden ! Farben fehlen 
Würdiglich zu malen sie! 
Reicher war ich nie in dir! 
Seliger kein Abend mir! 
Diesem frohen Abend gleichet 
Der, der gestern mir entfloh. 
0 ihr Abende, verstreichet 
Mir, wie diefer, alle froh! 
Fließet so der Theuren hin, 
Der ich ewig eigen bin! 
Segen, Segen ströme über 
Dich, du Theure, ewiglich 
Von dem Himmel! Und kein trüber 
Dunkler Tag bewölke dich! 
Gott! laß Frühlings Sonnenschein 
Ewig Ihren Geist erfreun! 
In des süssen Abends Stunde 
Saß ich nah zur Seite dir. 
Ach! du sprachst von unsrem Bunde, 
Sahst mich an, und reichtest mir 
Dar den Trau, Ring, welchen nicht 
Zeit noch Unbestaild zerbricht. 
E 4 Theu-
	        

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