Full text: Geschichte der deutschen Sprache. - Band 1 und 2

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 
Er 
674 
DUALIS 
1849. 
nas. in zweiter der dl. nom. va v4. gen. vaju, dat. vama, acc. vaju; 
der pl. nom. vi v6, gen. vas, dat. vam, acc. vas. merkwürdig ist das 
M in ma m6, welches zu dem in mi stimmt, statt ma me wird aber 
häufig midva, fern. medv6 gefunden, welches sichtbar aus dem pl. mi 
m6 und dem zahlwort dva dvd zusammengefügt ist; ebensn f«- — 
vidva vedvö*. 
Altpolnische f|"| 
naiu waiu = altsl. 
Der litth. dl. ; 
son judu judwi st 
972 setzt, gen. mumü 
mum dwiem, jum t 
zweiter person jus. 
judu jidwi, gen. jü, H 
jems joms. 
Diesen litthauisi 
sehe an: 
dl. nom. vit 
gen. ugkara 
dat. ugkis 
unbelegt ist der einzige^rom» ui. zwülltii person, aber jut folgt aus 
dem pl. jus und der analogie des litth. judu. 
Die ahd. duale müssen blosz gerathen werden: 
nom. wiz pl. wir dl. iz pl. ir 
gen. unchar unsar inchar iuwar 
dat. unch uns inch iu 
acc. unchih unsili incliih iuwih 
da sich nichts als 0. III. 22, 32 unker zweio darbietet und daraus 
nur unsicher auf die östlichen dialecte geschlossen werden darf. 0. 
IV. 31, 11.’ 12 selbst, wo man wiz erwartet hätte, steht der pl. 
wir; nicht anders setzt die alte Verdeutschung von Matth. 20, 22 ir 
kein iz. die accusative unchih und inchih nach analogie der plurale 
bleiben sehr ungewis, zumal auch die ags. form unausgemacht er 
scheint. 
Ebenso wenig lassen rein mhd. quellen, wie oft dazu anlasz wäre, 
duale blicken**, nicht einmal Stricker, Helbling und Suchenwirt, ge 
schweige Wolfram und Lichtenstein, aber einzelne strenger landschaft- 
973 liehe denkmäler und urkunden aus Baiern oder Ostreich gewähren den 
dualis der zweiten, wie der ersten person. der nom. lautet ez, der 
* man unterscheidet auch duale dritter person nom. ona fern, one neutr. 
ona, gen. oneh, dat. onema von den pluralen oni önc oni, gen. oneh, dat. onem. 
** Wackernagel Waith, von Klingen 9 b wagt es zweimal inc für iu zu setzen, 
und doch geht iucli voraus und folgt ir unmittelbar. Nib. 250, 1 ist für iuch 
beide kein it = iz beide zulässig, da iz nur dem nom. zustehn könnte, nicht 
dem acc. in Rudolfs weltchron. cod. guelferb. 86 b liest man : David sprach ez 
must sein, mich sant her der vater mein, daz ich enck (den beiden briidern) 
zezzen prcecht; doch dies enk rührt sicher vom bairischen abschreiber her.
	        

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