Full text: Geschichte der deutschen Sprache. - Band 1 und 2

m 
fei 
% 
XI. 
UßYEßWANDTSCIIAFT. 
238 Das worin die groszen und berschenden sprachen Europas unter 
einander und mit ihrer gemeinschaftlichen asiatischen quelle überein 
stimmen, gewahrt sich sowol an den wurzeln als an den hiegungen 
ihrer Wörter, eine fülle von wurzeln reicht schichtenweise immer 
durch einen beträchtlichen theil dieser sprachen und es zieht an den 
einflusz der lautverhältnisse auf die bcibehaltung oder abänderung sol 
cher reihen nach manigfalligster stufe zu beobachten; beispiele sind 
bei den metallen, dem vieh und getraide angeführt, aber noch manche 
andere eingeflochten worden: wie wunderbar ist das aufblicken der 
namen lovhog julius juleis geola joulo, oder des harlmänöt grodinnis 
hruden grudzien, des du dubhlachd ilbalza, des namens crusta kregzde 
und, wenn ich recht behalte, hruzdö hrodda. Dennoch steht diese 
allenthalben reich entfaltete gleichheit oder ähnlichkeit der Wörter, 
wobei es nicht selten unmöglich fällt Verwandtschaft von entlehnung 
zu sondern, an heweiskraft dem viel innerlicheren einklang der gram 
matischen flexion nach, und man hat längst dem grundsatz gehuldigt, 
dasz diese letztere vorzugsweise über die nähe oder ferne einzelner 
sprachen zu entscheiden habe. 
Bei der endlosen und erstaunenden manigfaltigkeit aller wurzeln 
und Bildungen leuchtet aber ein, dasz kaum irgend einer verwandt- 
239 schaft durch alle sprachen gefolgt werden könne, sondern sie hier 
oder dort abbruch leiden und einem Wechsel raum gehen müsse, die 
s. 153 mitgetheiltcn formen des Wortes name reichen ein fast durch 
greifendes beispiel dar und weisen gleichwol auf doppelte von einan 
der weichende wurzeln. 
Mit recht hat. man drei kennzeichen ermittelt, welche in sämtli 
chen urverwandten sprachen, wo nicht unverändert, doch höchst deut 
lich und eigenthümlich anzutreffen sind, und füglich als symbol der 
selben aufgestellt werden dürfen, ich meine die schon s. 8 angegebne 
Übereinkunft der zahlen, persönlichen pronomina und einzelner formen 
des substantiven verbums, will aber noch ein viertes characteristisches 
beispiel zufügen.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.