Full text: Brief von Adolf Friedrich Hesse an Louis Spohr

Charfreitag d. 10. April 1846.

Hochgeehrter Freund und Gönner!

Ihrem Wunsche gemäß beantworte ich Ihre
lieben Zeilen, die so unendliche Freude mir machten,
sogleich. Was die Oper Loreley von unserem 2ten
Theatermusikdirektor Heinze anbelangt, so bekundet
sie recht viel Talent, ist aber, wie Hr. Heinze
selbst sagt, sein erster Versuch der Art gewesen und
hat auch hier nicht viel ausgerichtet. Sie wurde
4 oder 5 mal gegeben, 2 mal bei vollem, die anderen
Male bei leerem Hause. Die Musik hat manchen
glücklichen Zug, ist recht effektvoll instrumentiert, es
fehlt ihr, meiner Ansicht nach aber Einheit im Style,
auch klingt sie mir nicht gewählt genug. Das
könnte nun aber vielleicht gerade ein Grund sein, warum
sie dem großen Publikum gefiele. Wie ich höre
ist am Textbuch geändert worden so wie auch an der
Musik, ersteres macht mir Ihr Gefallen erklärlich, denn
so wie die Oper hier zuerst gegeben wurde, fand man
das Sujet sehr langweilig, nun haben wir aber auch
mit wenigen Ausnahmen gegenwärtig ein sehr unbedeutendes
Opernpersonal, so daß für das Werk wenig gethan werden
konnte. Ich möchte daher dem Komponisten eine Freude
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