Full text: Brief von Louis Spohr an Adolf Friedrich Hesse

worden wäre. So hat, wie so viele
andere, auch ihn Paganini durch sein Vor-
bild zum Charlatan und Hexenmeister auf
dem edlen Instrument gemacht. – Er brachte
zwischen den beyden Concerten einen Abend
bey mir zu spielte selbst 2 Mozart‘-
sche Quartetten. Da konnte man be-
merken, daß es ihm am rechten Gefühl
für die Schönheiten dieser Komponistionen
nicht fehlt, er weiß es aber nicht anders als
markirt zu meistern. Bey diesen
Quartettproductionen fiel es nur erst
recht auf, wie schwach und kindisch sein
Ton ist, da wir bey dem äußersten pp
unseres Accompagnements es doch nicht
ganz vermeiden konnten, ihn zu verdec-
ken. Die ganze Schuld davon trägt zwar
sein dünner Bezug und der fast ganz
flach geschnittene Steg, – doch auch zum
Theil die mangelhafte Bogenführung,
die überhaupt bey den neuen Geigern
der Ausbildung der linken Hand bedeutend
nachsteht. – Da ich bei seinem Spiel, wie
früher bei dem von Beriot, bemerkte,
mit wie wenig diese Geiger den Enthusias-

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