Full text: Mayser's Hutfabrik Ulm a. Donau

DAS MAYSER.WERK 
DIE GESCHICHTE 
 
Im  Hause des Storchenwirts Peter Mayser hatte die Ulmer 
Hutmacherzunft ihren Sitz. Dort standen die große Zunftlade 
und die Zunftzeichen, dort fanden die Zusammenkünfte der 
Meister statt, in denen alle Fragen, die das Hutmacher- 
handwerk betrafen, erledigt wurden und über dem Tore 
grüßte das feingeschmiedete Zunftschild den Wanderer. Wenn auch 
das Zunftwesen als solches in Deutschland bereits im Niedergang begriffen 
war, so erfreute sich 
gerade dieser Fach- 
verband in Ulm zu 
jener Zeit eines be- 
sonderen Ansehens. 
Nicht jeder konnte 
Hutmacherlehrling 
werden. Da aber 
Leonhard Mayser, 
der Sohn des Stor- 
chenwirts, geboren 
1775, allen Anfor- 
derungen genügte, 
stellte ihm die Zunft 
einen Lehrbrief aus 
und nahm ihn dann 
1 8oo als Meister in 
 
Foto Seitenmitte 
Peter Mayser (1742-1827)) 
Storchenwirt und Herbergsvater 
der Huterer 
 
ihre Reihen auf. Mit 
bescheidenen Mit- 
teln eröffnete er in 
der Sterngasse einen 
Hutladen mit an- 
grenzender Werk- 
statt und betrieb 
dieses Geschäft un- 
ter seinem Namen 
(vergl. die Abbil- 
dung). Trotz allen 
Fleißes wollte es in 
dem ersten Jahre 
nicht recht voran- 
gehen. Schuld da- 
ran hatten in erster 
Linie die drücken- 
den und jede Entwicklung niederhaltenden Vorschriften der Zunft- 
ordnung, die u. a. bestimmten, daß kein Meister der Hutmacherzunft 
in der Stadt mehr als einen Gesellen halten durfte, wenn es am Ort einen 
Meister gab, der zufällig keinen in der Werkstätte hatte. 
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