Full text: Manuscripta chemica in quarto

Geleitwort 
tifizieren und Provenienzen zuzuordnen. Vielfältige Entdeckungen sind ihm zu 
verdanken, weil sich ihm auch recht Verborgene Zusammenhänge aus der reichen 
regionalgeschichtlichen und kulturgeschichtlichen Literatur erschließen. Als 
Beispiel sei auf den großen Kasseler Bildhauer Wilhelm Vernuken (1542-1607) 
verwiesen, von dem jetzt erst bekannt geworden ist, dass er praktizierender Al- 
chemist war. Nicht nur das. Broszinski konnte feststellen, dass Landgraf Moritz 
die Hinterlassenschaft Vernukens übernahm. Heute im Bestand der Universitäts- 
bibliothek Kassel, geben seine Handschriften, chemischen Rezepte, Traktate, Be- 
schreibungen von salchemischen Transmutationsvorgängena und vor allem die 
Zeichnungen von Laborgeräten einen lebendigen Eindruck von der Alchemie im 
ausgehenden 16. Jahrhundert. 
Hartmut Broszinski ist die Universitätsbibliothek Kassel zu tiefstem Dank für sei- 
ne langjährige und produktive ehrenamtliche Tätigkeit der Alchemiekatalogisie- 
rung Verbunden. Betty Bushey hat dankenswerterweise Hartmut Broszinski eh- 
renamtlich nach Kräften unterstützt und geholfen, das vorliegende Werk zur 
Veröffentlichung zu bringen. Herr Wiedemann, Leiter der Kasseler Handschrif- 
tenabteilung, hat das Nachlassinventar der Bibliothek des Landgrafen Moritz 
übertragen und auf Grund der Arbeiten Hartmut Broszinskis die Werke zuweisen 
und bibliografisch verifiziert können. 
Dieser Katalog der Quarthandschriften ist die Frucht eines reichen Forscherle- 
bens. Hartmut Broszinski hat sich mit Unterbrechungen fast dreißig Jahre mit diea 
ser Materie beschäftigt. Der kundige Leser hält mit dem Katalog einen großen 
Wissensschatz in Händen, das zu weiterer Forschung die Basis geben wird. Die 
Folio- und Oktavhandschriften des Kasseler Alchemiebestandes sind ebenfalls 
von Hartmut Broszinski seit geraumer Zeit in ehrenamtlicher Bearbeitung. Möge 
ihm die Zeit und die Kraft erhalten bleiben, die Frucht seiner Kenntnis nachfol- 
genden Forschern zu unterbreiten. 
Der Deutschen Forschungsgemeinschaft sei ausdrücklich für die Förderung der 
Katalogisierung und des Katalogdrucks gedankt. 
Kassel, im Dezember 2010 
Dr. Axel Halle 
IX
	        

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