Full text: Die Sternwarten Kassels in hessischer Zeit

übrigen zu beschreiben oder zu kritisieren mich außerstande bekenne, 
- mit ihr wurde die größere Frage der Zulänglichkeit der vorhan- 
denen Warten, d. h. ihr Aus-, Um- oder Neubau zur Debatte gestellt! 
Die Neubelebung zeigt sich zunächst in der Unruhe, die plötzlich in 
die Instrumente fährt. Ohne irgend Vollständigkeit anzustreben, notiere 
ich nur aus Priziers Verzeichnis der mathematischen Kammer von 
1765  zu den Magneten die Bandnote: „sind 14;. II. 1767 auf das 
Oberneustädter Observatorium geschickt worden" - und „wurden 6. 
VI. 1768 wieder ins Kunsthaus zurückgeliefert und auf das dasige 
Observatorium gebracht." Und es sind nicht Magnete allein; auch 
Globen und Quadranten gingen hin und her (S. 47. 53), ja die physi- 
kalischen und mathematischen Geräte blieben mitunter Jahre lang auf 
der Oberneustadt. So etwa die im Kunsthaus in „unwegsamen Winkeln 
und Ecken unterm Dach aus dem Schutt von undenklichen Zeiten" her- 
vorgeholten zahllosen Stücke, die Matsko laut Bericht 13. II. 76 nach 
Bellevue bringen ließ; vielleicht dieselben, die Chr. H. Böttger, des 
alten Modellschreiners Sohn, 1 777 in der „Beschreibung des botani- 
schen Gartens" dort in dem Saal erwähnt, in dem das Bild hing, auf 
dem Wilhelm IV. aus dem Schloß in den Augarten hinuntersieht 
und „zum Zeichen seiner Liebe zur Kräuterwissenschaft einen Blumen- 
strauß in der Hand hält".47) Sogar ein großes Perspektiv ist - soweit 
die Akten erkennen lassen - seit 1 768 „auf der Hausserde in Bellevue 
stehen geblieben". Was mit all diesem Transportieren, bei dem es 
nicht ohne Schädigung der Stücke abging (Inv. S. 36) bezweckt wurde, 
ist nicht ganz klar. Man kann aber kaum umhin anzunehmen, daß 
versucht wurde, das Observatorium aus den schwer zugänglichen und 
kleinen Räumen des Kunsthauses (Bernoulli, Lettres 38) auf die Ober- 
neustadt zu verlegen, ohne auf den als Warte offenbar nicht verwend- 
baren Zwehrenturm viel Rücksicht. zu nehmen. Ein Aktenstück (M) 
„den vorhin zu Aufstellung des großen Campanischen Objektiv-Glases 
in Vorschlag gebracht gewesenen Platz btrfd. 1777, ferner das vom 
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