Full text: Einwohnerbuch der Stadt Kassel und des Landkreises Kassel mit 40 Ortschaften (Jg. 101.1937)

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Verkehrswesen (Große Kasseler Straßenbahn A.-G.) 
1. Teil 
Zuschlaggebühr 
für Gespräche, zu denen eine Person herbeigerufen 
wird (Xp-Gebühr), und 
für Gespräche mit Voranmeldung (V-Gebühr) 
für die erste Person ein Drittel eines gewöhn- 
lichen Dreiminutengesprächs, mindestens . . — ,40 RM. 
für jede weitere Person —,30 „ 
für Weitergabe kurzer Nachrichten durch Post 
agenten usw. (X-Gebühr) 
eine Person —,40 RM. 
für jede weitere Person —,30 „ 
(Im Ortsverkehr wird bei X?- u. dl-Gesprächen die 
Ortsgesprächsgebühr nicht besonders erhoben.) 
Nachträgliche Verständigung des Herbeizurufenden 
durch besonderen Boten 
im Fernverkehr ein Drittel eines gewöhn- 
lichen Dreiminutengesprächs, mindestens . —,40 „ 
im Ortsverkehr —,30 „ 
für Ferngespräche, bei deren Anmeldung bean 
tragt wird, daß die Gebühren von der ver 
langten Teilnahmersprechstelle bezahlt werden 
(li-Gebühr) ein Drittel eines gewöhnlichen 
Dreiminutengesprächs, mindestens —,40 „ 
X. Rundfunk 
Genehmigungsgebühr für Rundfunkteilnehmer monatl. 2 RM. 
Anmeldungen nimmt jede Post, und Telegraphenanstalt entgegen 
Große Kasseler Straßenbahn A.-G. 
Linie 1: Holländische Straße — Hauptfriedhof (Krematorium) — 
Königsplatz — Wilhelmshöher Allee — Reichsbahnhof 
Wilhelmshöhe — Wilhclmshöhe 
Linie 2: (Hessenschanze) Kirchditmold — Hindenburgplatz — 
Ständeplatz — Rathaus — Theater (Karlsaue) — 
Hallenbad — Bettenhausen 
Linie 3: Bettenhausen — Hallenbad — Hauptbahnhof — Ger- 
maniastraße — Kurhaus Wilhclmshöhe 
Linie 4: Hessenschanze — Theater (Karlsaue) — Fuldatal 
Linie 5: Druseltal — Reichsbahnhof Wilhelmshöhe — Stadt 
halle — Karthäuserstraße — Fviedrich-Wilhelms-Platz — 
Königsplatz — Rathaus — Stadthalle — Druseltal 
Linie 6: Königsplatz — Friedrich-Wilhelms-Platz — Stadthalle 
(Druseltal) — Stadthalle — Karthäuserstr. — Rathaus 
— Königsplatz 
Linie 7: Rothenditmold — Königsplatz — Rathaus — Frank- 
fürt er Straße (Karlsaue) — Schönfeld — Niederzwehren 
Linie 8: (Eisenschmiede) — Jhringshäuser Straße — Theater — 
Rathaus — Hauptbahnhof — Altmarkt — Jhringshäuser 
Straße — (Eisenschmiede) 
Linie 9: Hauptbahnhof — Bahnhofstraße — Hedwigstraße — 
Königsplatz — Rathaus — Frankfurter Straße (Karls- 
aue) — Schönfeld — Niederzwehren 
Linie 10: lBettenhausen, Kirchgasse) — Reichsbahnhof Betten 
hausen — Altmarkt — Hauptbahnhof — Rathaus 
Theater — Reichsbahnhof Bcttenhausen — (Bettenhausen, 
Kirchgasse) 
Linie 14: Eisenschmiede — Landeskrankenhaus — Altmarkt — 
Hauptbahnhof — Germaniastraße 
Am Anschluß an die Straßenbahn verkehren folgende Omnibus- 
linien: 
Linie 21: Jhringshäuser Str. — Simmershausen 
Linie 22: Hallenbad — Sandershausen 
Linie 23: Bettenhausen, Ochshäuser Str. — Lindenberg 
Bettenhausen, Ochshäuser Str. — Heiligenrode 
Linie 24: Kirchditmold — Harleshausen (Gartenstadt) 
Linie 27: Niederzwehren — Oberzwehren — Rengershausen bezw. 
Nordshausen 
Beförderungs-Bedingungen (Auszug) 
Die Fahrzeiten find aus den in den Wagen und an den Haupt- 
Haltestellen ausgehängten Fahrplänen ersichtlich. Die jeweils 
gültigen Fahrpreise sind im Wageninnern bekanntgegeben. Die 
Lage der Haltestellen ist erkennbar durch viereckige, hellgelbe, durch- 
brochene Scheiben, die an der Fahrdrahtaufhängung befestigt sind 
und durch Haltestellentafeln. An diesen Tafeln sind Plichthalte- 
stellen durch rote Ringe, Bedarfshaltestellen durch grüne Ringe 
gekennzeichnet. An letzteren wird nur angehalten, wenn Fahrgäste 
auszusteigen wünschen und diese Absicht rechtzeitig dem Schaffner 
mitteilen sowie zur Aufnahme der an der Haltestelle stehenden Fahr- 
lustigen. Ein- und Aussteigen ist nur an den hierfür bestimmten 
Haltestellen erlaubt. 
Die Fahrscheine sind nicht übertragbar und gelien nur bis 
zur gekennzeichneten Teilstreckengrenze. 
Umsteige- (Übergangs-) Fahrscheine werden nur ausgegeben, 
wenn das Fahrziel ohne Wagenwechsel nicht zu erreichen ist. Für 
Fahrten, die auf Umwegen zum Reiseziel führen, werden Um 
steigefahrscheine nicht verabfolgt. Die Verwendung von Fahr 
scheinen zu Fahrten, die eine Rund- oder Rückfahrt bedeuten, ist 
auch unter Benutzung von anderen Linien nicht gestattet. 
Umsteigefahrten sind mit dem nächsten Anschlußwagen auf dem 
kürzesten Wege und in der kürzesten Zeit zurückzulegen. Fahrt- 
Unterbrechungen sind unzulässig. 
Der Wagen muß an der von dem Schaffner hierfür bezeichneten 
Umsteigestelle verlassen werden. Eine Gewähr für unmittelbaren 
Anschluß wird bei Ausgabe eines Umsteigefahrscheines nicht über- 
nommen. Der in Frage kommende Anschlußwagen kann auch an 
jeder Haltestelle, die zwischen der gekennzeichneten Umsteigestelle 
und dem Fahrziel liegt, bestiegen werden. 
Mißbrauch in der Benutzung der Umsteigefahrscheine wird ge- 
richtlich verfolgt. 
Ein Umsteigen in den Anschlußwagen ist nur statthaft, wenn 
in diesem Platz vorhanden ist. 
Die nicht zum Umsteigen gezeichneten Fahrscheine gelten nur 
für die Fahrt in dem Wagen, in dem sie gelöst sind, verlieren 
also ihre Gültigkeit, sobald der Fahrgast diesen Wagen verläßt. 
Das Umsteigen aus dem einen Wagen in den anderen Wagen 
desselben Zuges ist im Einverständnis mit den diensttuenden 
Schaffnern zulässig. 
Die Fahrtausweise sind während der Fahrt aufzubewahren 
und den Aufsichtsbeamten und den Schaffnern, auf Verlangen, 
offen vorzuzeigen bezw. zur Prüfung auszuhändigen. 
Beschädigte, unleserlich gemachte oder mit Änderungen ver 
sehene Fahrtausweise sind ungültig. Mißbräuchliche Benutzung 
von Fahrtausweisen wird strafrechtlich verfolgt. 
Eine Preisrückerstattung für Fahrtausweise, die aus irgend 
welchen Gründen nicht ausgenutzt werden, kann nicht erfolgen. 
Die Fahrgäste sind verpflichtet, sich während der Fahrt fest- 
z u h a l t e n oder ihren Standplatz so sicher einzurich 
ten, daß sie beim Befahren von Kurven oder bei plötzlich ent- 
stehenden Ruckbewegungen infolge von Bremsungen nicht zu 
Fall kommen oder aus dem Wagen herausfallen. Die Bahn 
trifft keinerlei Haftung für Unfälle, die auf unvorsichtiges Ver- 
halten der Fahrgäste zurückzuführen sind. 
Bei Betriebsstörungen kann ein Anspruch auf Entschädigung 
nicht erhoben werden. 
Ein Kind unter 4 Jahren ist in Begleitung eines Erwachsenen 
frei. Kinder zwischen 4 und 10 Jahren haben den jeweils für 
Kinder festgesetzten Fahrpreis zu zahlen. Kinder mit Kinder 
fahrscheinen haben auf einen Sitzplatz kein Anrecht. Die im 
Wagen stehenden Kinder dürfen das Aus- und Einsteigen nicht 
erschweren. 
Freifahrcnde Kinder unter 4 Jahren müssen von den An 
gehörigen auf den Schoß genommen werden; sie werden als Fahr 
gäste nicht gezählt. Zwei Kinder zwischen 4 und 10 Jahren rechnen 
bei der Platzzählung gleich einen erwachsenen Fahrgast. 
Kleine Hunde und andere kleine Tiere werden im 
Wageninnern frei befördert, wenn sie auf dem Schoße getragen, 
und die Mitfahrenden durch sie nicht belästigt werden. Größere 
Hunde müssen an kurzer Leine geführt und dürfen vom Be 
gleiter nur auf die vordere Plattform gegen Entnahme eines 
weiteren Fahrscheines für Erwachsene je Hund mitgenommen wer 
den, und zwar unter seiner Haftung als Tierhalter. 
Die Aushändigung der in den Straßenbahnwagen verlorenen 
Gegenstände erfolgt in der Fundabgabestelle der Straßenbahn, 
Wilhelmshöher Allee 436, werktags von 8—12 und 15—18 Uhr.
        

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