Full text: Einwohnerbuch der Stadt Kassel und des Landkreises Kassel mit 47 Ortschaften (Jg. 100.1936)

I. Teil 
Friedhofsordnung für den Hauptfriedhof 
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8 2. 
Die Aufsicht über die gesamten Friedhofsanlagen, sowie die 
Leitung des Friedhofsbetriebes untersteht dem Friedhofsinspektor. 
Dieser ist Beamter und Vorgesetzter aller im Friedhofsbetrieb Be 
diensteten, er ist der Friedhofsverwaltung gegenüber persönlich für 
die ordnungsmäßige Führung aller Verwaltungsgeschäfte verant 
wortlich. Das erforderliche Personal wird ihm gestellt. 
8 3. 
Beerdigungsrecht. 
Der Hauptfriedhof dient zur Beisetzung der in Kassel zur Zeit 
ihres Todes wohnhaften oder daselbst verstorbenen Personen ohne 
Unterschied der Konfession. Zur Beisetzung anderer Personen be 
darf es der Genehmigung der Friedhofsverwaltung. Neben der Erd 
bestattung ist auch die Beisetzung von Aschenresten zulässig. 
8 4. 
Art der Grabstellen. 
a) Reihengräber. 
Die Belegung erfolgt in der Regel der Reihe nach nebenein- 
ander. Die Ruhezeit beträgt 25 Jahre. 
b) Wahlgräber. 
Die Abgabe erfolgt an bevorzugten Stellen auf die Dauer 
von 30 Jahren. 
c) Familien begrab nisplätze. 
1. Die Zuteilung erfolgt auf hierzu bestimmten Abteilungen 
des Friedhofs der Reihe nach auf die Dauer von 50 
Jahren. 
2. über den Erwerb wird eine Erwerbsurkunde auf den Namen 
des Erwerbers ausgestellt. 
3. Das Nutzungsrecht berechtigt zur Beisetzung des Erwerbers 
und seiner Angehörigen. 
Als Angehörige gelten: 
1. der Ehegatte, 
2. die Kinder und deren Ehegatten, 
3. die Eltern des Erwerbers. 
4. Auch juristische Personen können zum Erwerb des Nutzungs 
rechtes zugelassen werden. Der Kreis der Nutzungs- 
berechtigten ist in der Urkunde festzulegen. 
5. Zur Übertragung des Rechts an hier nicht als berechtigt 
bezeichnete Personen ist die Zustimmung der Friedhofs 
verwaltung erforderlich. 
0. Die Beisetzung wird von der Vorlage der Erwerbsürkunde 
abhängig gemacht. Sind mehrere Berechtigte vorhanden, so 
gilt der Friedhofsverwaltung gegenüber derjenige zur Ver 
fügung über die Grabstelle als berechtigt, der sich im Besitz 
der Urkunde befindet. 
7. In jeder Grabstelle darf nur eine Leiche beigesetzt werden. 
Ausnahmen sind nur bei verstorbenen Kindern unter 
4 Jahren mit Genehmigung der Friedhofsverwaltung 
möglich. 
8. In jedem schon belegten Grabe können 2, in jeder noch 
freien Grabstelle bis zu 4 Urnen mit Aschenresten beigesetzt 
werden. 
0. Ist die Verwesungsfrist einer in der Familientzrabstätte bei 
gesetzten Leiche bei Rückfall der Grabstätte noch nicht ab 
gelaufen, so wird die Friedhofsverwaltung in der Regel 
den betreffenden Platz erst nach Ablauf der Verwesungs 
frist wieder benutzen. Das Recht der Umbettung der Leiche 
bleibt der Friedhofsverwaltung jedoch ausdrücklich vor 
behalten. 

    

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