Full text: Adreß- u. Einwohnerbuch der Stadt Kassel sowie sämtlicher Ortschaften des Landkreises Kassel (Jg. 96.1932)

Städtische indirekte Steuern 
2 t 
t. Teil 
4. Wertzuwachssteuer. 
~ j verkauf von Grundstücken, deren Erwerb in der Zeit nach 
Vfm 31 Dezember 1918 erfolgt ist, wird eine Wertzuwachssteuer 
Steuer beträgt 30 v. H. des Wertzuwachses, wenn die Ver- 
oder ihre Nechtsvorgänger das Eigentum an dem Grund- 
£ ^ Zeit vom 1. Januar 1919 bis 31. Oktober 1923 er- 
worben haben. 
<rür die übrigen Wertzuwachssteuerfälle betragt die Steuer 
in»/ des Wertzuwachses bei einer Wertsteigerung bis einschließlich 
Wo H. des Erwerbspreises zuzüglich der Anrechnungen 
11 v. H. bei 
einer Wertsteigerung 
von 30 bis ausfchl. 
55 o. § 
12 v. H. ,, 
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80 v. H 
13 v. H. „ 
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105 v. H 
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125 v. H 
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180 v. H 
18 v. H. ,, 
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190 v. H 
19 v. H- » 
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200 v. H 
20 v. H. „ 
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210 v. H 
21 v. H. bei 
einer Wertsteigerung 
von 210 bis ausfchl. 220 v. H 
22 v. H. „ 
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„ 220 
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230 v. H 
23 v. H. „ 
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240 v. H 
24 v. H. ,, 
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250 v. H 
25 v. H- 
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260 v. H 
26 v. H- „ 
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270 v. H 
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280 v. H 
28 v. H. „ 
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290 v. H 
29 v. H- „ 
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300 v. H 
30 v. H. „ 
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„ 300 v. H. und mehr. 
Die nach Abf. 3 sich ergebende Steuer erhöht sich bei einem 
für die Steuerberechnung maßgebenden Zeitraum 
bis zu 
1 Jahr 
2 Jahren 
3 „ 
4 
5 
um 30 v. H. 
„ 25 v. H. 
„ 20 v. H. 
„ 15 v. H. 
„ 10 v. H. 
mit der Maßgabe, daß die Steuer 30 v. H. des Wertzuwachses nicht 
übersteigen darf. Der Steuersatz (Abs. 2 und 3) ermäßigt sich für 
das 7. und jedes vollendete weitere Jahr um je 1 v. H. 
Die zu erhebenden Steuerbeträge werden auf volle Reichsmark 
nach unten abgerundet. 
5. Grunderwerbssteuer. 
An Grunderwerbssteuern werden vom 1. 4. 1927 ab 3 Prozent 
Reichssteuern und 2 Prozent Gemeindezuschläge erhoben. 
6. Vergnügungssteuern. 
Steuerpflichtige Veranstaltungen. 
Alle im Stadtbezirke veranstalteten Vergnügungen unterliegen 
einer Steuer nach den Bestimmungen der Steuerordnung. 
Als steuerpflichtige Vergnügungen im Sinne des Abf. 1 gelten 
insbesondere folgende Veranstaltungen: 
1. Tanzbelustigungen, Kostümfeste, Kostümbazare, Maskenbälle, 
o Aarrenabende, Rummelplatzveranstaltungen; 
- Volksbelustigungen, wie Karusselle, Velodrome u. dergl., 
Schaukeln, Rutsch- und ähnliche Bahnen, Hippodrome, Schieß 
buden, Geschicklichkeitsspiele, Würfelbuden, Veranstaltungen 
-um Ausspielen von Geld oder Gegenständen, Glücksräder, 
Schaustellungen jeglicher Art sowie Ausstellungen u. Museen, 
loweit sie Erwerbszwccken dienen, Figuren-Kabinette, Pano- 
ramen, Panoptiken, Vorführungen abgerichteter Tiere, Me 
nagerien, Vorführung eines Kasperletheaters auf Meffeu und 
Rummelplätzen u. dergl., 
3- Zirkus-, Spezialitäten. Variöte-, Tingeltangel-Vorstellungen, 
Kabarette; 
1- Aufrichtungen zur mechanischen Wiedergabe musikalischer 
Stücke oder Deklamationen; 
Rundfunkempfangsanlagen; 
0' wörtliche Veranstaltungen; 
'• Vorführung von Licht- und Schattenbildern, soweit sie Er 
werbszwecken dienen, Puppen- und Marionettentheater; 
Vorführung von Bildstreifen; 
0- Theatervorstellungen, Ballette; 
10. Konzerte und sonstige musikalische und gesangliche Auffüh- 
rungen, Vorträge, Vorlesungen, Deklamationen, Rezitationen, 
Vorführung d. Tanzkunst, Vereinsunterhaltungen, Kommerse 
und dergleichen. 
Die Annahme einer Vergnügung im Sinne dieser Steuerord- 
nung wird nicht dadurch ausgeschlossen, daß die Veranstaltung gleich- 
zeitig auch noch erbauenden, belehrenden oder anderen nicht als 
Vergnügen anzusehenden Zwecken dient, oder daß der Unternehmer 
nicht die Absicht hat, eine Vergnügung zu veranstalten. 
Anmeldung, Sicherheitslei st ung. 
Alle im Gemeindebezirk veranstalteten Vergnügungen sind bei 
der Steuerstelle anzumelden. Die Anmeldung hat spätestens einen 
Werktag, und wenn die Veranstaltung der Kartcnsteuer un 
terliegt, spätestens zwei Werktage, und wenn für die Veranstaltung 
gemäß § 2 Ziffer 2, 3, 4 oder 8—10 Steuerfreiheit in Anspruch 
genommen wird, spätestens fünf Werktage vorher zu erfolgen. 
Hat die Anmeldung nicht rechtzeitig erfolgen können, weil 
die Veranstaltung bis dahin noch nicht feststand, so ist sie späte 
stens bis zum zweiten Werktage nach der Veranstaltung nachzuholen. 
Ebenso sind Tanzstundenzirkel vor Beginn und die für jeden 
Tanzstundenzirkel stattfindenden Iubehörveranstaltungen vor der 
Veranstaltung unter Angabe der Zeit und des Ortes vom Tanz- 
lehrer anzumelden. 
Uber die Anmeldung wird eine Bescheinigung erteilt. 
Zur Anmeldung verpflichtet ist sowohl der Unternehmer der 
Veranstaltung wie der Inhaber der dazu benutzten Räume oder 
Grundstücke. Letzterer darf die Abhaltung einer steuerpflichtigen 
Veranstaltung erst zulasten, wenn ihm die Anmeldebescheinigung 
vorgelegt ist, es fei denn, daß es sich um eine unvorbereitete und 
nicht vorherzusehende Veranstaltung handelt. 
Bei Veranstaltungen einzelner Unternehmer kann die Steuer- 
stelle (Magistrat, Stadtsteueramt) eine einmalige Anmeldung für 
eine Reihe von Veranstaltungen für ausreichend erklären. 
Die Steuerstelle kann die Leistung einer Sicherheit in der 
voraussichtlichen Höhe der Steuerschuld verlangen; sie kann die 
Veranstaltung untersagen, solange die Sicherheit nicht geleistet ist. 
Eintrittskarten. 
Bei der Anmeldung der Veranstaltung (8 4) hat der Unter 
nehmer die Karten, die dazu ausgegeben werden sollen, der Steuer- 
stelle vorzulegen. Die Karten müssen mit fortlaufender Rümmer 
versehen sein und den Unternehmer, Zeit, Ort und Art der Deran- 
staltung sowie das Entgelt oder die Unentgeltlichkeit angeben. Die 
Karten werden von der Steuerstelle abgestempelt. 
Die Steuerstelle kann von diesen Erfordernisten auf Ansuchen 
Ausnahmen zulasten. Sie ist auch berechtigt, die Anwendung von 
steueramtlich abgestempelten Eintrittskarten vorzuschreiben, die der 
Unternehmer auf Verlangen der Steuerstelle von der von ihr zu 
bezeichnenden Bezugsquelle oder gegen Erstattung der Selbstkosten 
von ihr selbst zu entnehmen hat. 
7. Wirtschaftserlaubnis-Steuer. 
Bei Erlangung der Erlaubnis zum ständigen Betriebe 
einer Gastwirtschaft, 
einer Schankwirtschaft, 
eines Kleinhandels mit Branntwein oder Spiritus, 
sowie zur räumlichen oder sachlichen Erweiterung 
wird eine Steuer erhoben. Diese wird nach dem Iahresertrage 
des erlaubnispflichtigen Betriebes berechnet und beträgt: 
von den ersten angefangenen oder vollen 1000 RM. des 
Iahresertrages 10 v. H., 
von den nächsten angefangenen oder vollen 1500 RM. des 
Jahresertrages 20 v. H., 
von dem darüber hinausgehenden Teile des Jahres- 
ertrages 30 v. H. 
Steht bei Festsetzung der Steuer der Betrag noch nicht fest, 
so wird er geschätzt und danach die Steuer berechnet und erhoben, 
vorbehaltlich endgültiger Festsetzung der Steuer nach Ablauf des 
ersten Geschäftsjahres. 
Der Ertrag wird nach den Bestimmungen des § 5 Abf. 1 und 2 
der Verordnung über die vorläufige Neuregelung der Gewerbe- 
steuer in der Fassung der Bekanntmachung vom 15. März 1927 
(Ges. S. 21) festgestellt. 
Bei Betrieben, die den Charakter einer Diele, einer Bar, einer 
Likörstube oder eines Kabaretts haben, sowie für Erlaubnisertei- 
lungen an Personen, die ihren ständigen Wohnsitz außerhalb des 
Deutschen Reiches haben, wird das Doppelte der nach vorstehendem 
berechneten Steuer erhoben.
	        

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