Full text: Adreß- u. Einwohnerbuch der Stadt Kassel sowie sämtlicher Ortschaften des Landkreises Kassel (Jg. 94.1930)

1. Teil 
Flächenangaben Höhenangaben Städtische indirekte Steuern 
19 
Flächenangaben 
Flächeninhalt des Stadtbezirks Kassel 1777 ha, Wehl- 
!)cit>eii 377 ha, Wahlershausen 586 ha, Kirchditmold 279 ha, 
Rothenditmold 305 ha, Bcttenhansen 598 ha, Fasanenhof 143 ha, 
- abichtswald 2600 ha, Wilhelmshöhe 252 ha, Kragenhof 90 ha, 
,summen: 7008 ha. 
Friedrichsplatz: Länge mit den Straßen 324 m, ohne 
Straßen 278 m, Breite mit Straßen 152 m, ohne Straßen 110 m, 
Flächeninhalt mit Straßen 492,5 ar, ohne Straßen 305,8 ar. 
Königsplatz: Durchmesser mit Straßen 130 m, ohne 
Straßen 100 m, Flächeninhalt mit Straßen 132,7 ar, ohne Straßen 
78,5 ar. — karlsaue (einschließlich rund 18 ha Wasserfläche) 
150 ha. 
Höhenangaben 
Fuldaspiegel 136 m, Friedrichsplatz 162 m, j Oktogons 525 m, Scheitel des Herkules 596 m über 
Bahnhof 183 m, Wasserbehältern ufdem Kratzen- Normal Null, d. h. über dem Mittelwasser der Nordsee, 
b e r g 211 m, W i l h e l m s h ö h e r Schloß 287 m, F u ß d e s 
Städtische indirekte Stellern 
Verwaltung: Stadt-Steueramt. 
Geschäftsstelle: Kölnische Str. 73-2. *-« Nathaus-Bermittlung. 
1. Bier- und Essigsteuer. 
Die Versteuerung des von auswärts in den Stadtbezirk ein 
gehenden sowie des innerhalb des Stadtbezirks bereiteten Bieres, 
Essigs, Effigfprits, Essigessenz hat bei dem Stadtsteueramt, Rat- 
Haus Zimmer 23, zu erfolgen. 
Es beträgt: 
1. Die Biersteuer 7% des Herstellerpreises; 
2. die Verbrauchsabgabe vom Essig mit einem Gehalt von 5 v. H. 
wasserfreier Essigsäure für 1 Liter 1,3 Neichspfennig. 
Der Empfänger der mit der Post eingehenden steuerpflichtigen 
Sendungen ist zur unverzüglichen Versteuerung beim Stadt-Steuer 
amt verpflichtet. 
Einbringer und Empfänger haften gemeinsam für die Steuer. 
Unterlassene Anmeldungen'werden bestraft. 
Die nach Abs. 3 sich ergebende Steuer erhöht, sich bei einem 
für die Steuerbercchnung maßgebenden Zeitraunl 
bis zu 
1 Jahr 
2 Jahren 
3 
4 „ 
5 „ 
um 30 v. H. 
„ 25 v. H. 
„ 20 v. H. 
„ 15 v. H. 
„ 10 v. H. 
mit dev Maßgabe, daß die Steuer 30 v. H. des Wertzuwachses nicht 
übersteigen darf. Der Steuersatz (Abs. 2 und 3) ermäßigt sich für 
das 7. und jedes vollendete weitere Jahr um je 1 v. H. 
Die zu erhebenden Steuerbeträge werden auf volle Neichsmark 
nach unten abgerundet. 
3. Grunderwerbssteuer. 
An Grunderwerbssteuern werden vom 1. 4. 1927 ab 3 Prozent 
Neichssteuern und 2 Prozent Gemcindezuschläge erhoben. 
2. Wertzuwachssteuer. 
Bei Verkauf von Grundstücken, deren Erwerb in der Zeit nach 
^em 31. Dezember 1918 erfolgt ist, wird eine Wertzuwachssteuer 
erhoben. 
Die Steuer beträgt 30 v. H. des Wertzuwachses, wenn die Ver 
äußerer oder ihre Nechtsvorgänger das Eigentum an dem Grund 
nick in der Zeit vom 1. Januar 1919 bis 31. Oktober 1923 er 
worben haben. 
Für die übrigen Wertzuwachssteuerfälle beträgt die Steuer 
K>% des Wertzuwachses bei einer Wertsteigerung bis einschließlich 
3» v. H. des Erwerbspreises zuzüglich der Anrechnungen 
ll v. H. bei 
einer Wertsteigerung von 30 
bis ausfchl. 
55 v. H 
12 v. H. „ 
„ 55 
80 v. H 
13 v. H. „ 
„ 80 
105 v. H 
14 v. H. „ 
„ „ 
„ 105 
„ „ 
125 v. H 
1b v. H. „ 
„ „ 
„ 125 
„ „ 
145 v. H 
16 v. H. „ 
„ „ 
„ 145 
„ „ 
165 v. H 
17 v. H. „ 
„ 
„ 165 
180 v. H 
18 v. H. „ 
„ 180 
190 v. H 
19 v. H. „ 
„ „ 
„ 190 
„ ,/ 
200 v. H 
20 v. H. „ 
„ „ 
„ 200 
210 v. H 
21 v. H. „ 
„ 210 
ff ff 
220 v. H 
22 v. H. „ 
„ 
„ 220 
230 v. H 
23 v. H. „ 
„ 230 
ff ff 
240 v. H 
24 v. H. „ 
„ 240 
250 v. H 
25 v. H. „ 
„ „ 
„ 250 
260 v. H 
26 v. H. „ 
„ 260 
270 v. H 
27 v. H. „ 
„ 270 
280 v. H 
28 v. H. „ 
„ 280 
290 v. H 
29 v. H. „ 
„ 290 
300 v. H 
30 v. H. „ 
„ „ 
„ 300 v. H. und mehr. 
4. Vergnügungssteuern. 
§1. SteuerpflichtigeBcranstaltungen. 
Alle im Stadtbezirke veranstalteten Vergnügungen unterliegen 
einer Steuer nach den Bestimmungen dieser Steuerordnung. 
Als steuerpflichtige Vergnügungen im Sinne des Abs. 1 gelten 
insbesondere folgende Veranstaltungen: 
1. Tanzbelustigungen, Kostümfeste, Äostümbazare, Maskenbälle, 
Narrenabende, Rummelplatzveranstaltungen; 
2. Volksbelustigungen, wie Karusselle, Velodrome u. dergl., 
Schaukeln, Rutsch- und ähnliche Bahnen, Hippodrome, Schieß- 
buden, Geschicklichkeitsspiele, Würfelbuden, Veranstaltungen 
zum Ausspielen von Geld oder Gegenständen, Glücksräder, 
Schaustellungen jeglicher Art sowie Ausstellungen u. Museen, 
soweit sie Erwerbszwecken dienen, Figuren-Kabinette, Pano- 
ramen, Panoptiken, Vorführungen abgerichteter Tiere, Me 
nagerien, Vorführung eines Kasperletheaters auf Messen und 
Rummelplätzen u. dergl., 
3. Zirkus-, Spezialitäten. Variötö-, Tingeltangel-Vorstellungen, 
Kabarette; 
4. Vorrichtungen zur mechanischen Wiedergabe musikalischer 
Stücke oder Deklamationen; 
5. Rundfunkcmpfangsanlagen; 
6. sportliche Veranstaltungen; 
7. Vorführung von Licht- und Schattenbildern, soweit sie Er 
werbszwecken dienen, Puppen- und Marionettentheater; 
8. Vorführung von Bildstreifen; 
9. Theatervorstellungen, Ballette; 
10. Konzerte und sonstige musikalische und gesangliche Auffüh 
rungen, Vorträge, Vorlesungen, Deklamationen, Rezitationen, 
Vorführung d. Tanzkunst, Vereinsuntcrhaltungen, Kommerse 
und dergleichen.
	        

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