Full text: Adreß- u. Einwohnerbuch der Stadt Kassel sowie sämtlicher Ortschaften des Landkreises Kassel (Jg. 93.1929)

Altar aus bcm Ahnaberger Kloster in Kassel um 1410 
Arbeit aus der Malerschule des Äonrad von Soest. 
Auf dem Untersast das hessische und das braunschweigische Wappen des fürstlichen Stisterpaares. 
Das Hessische Landesmuseum 
Von Ur. Rudolf Hallo. 
Wir laden die Bürger Kassels zu einer Führung 
ein. Die Besucher kommen, angezogen von dem mäch 
tigen Museumsturm, der so wegweisend auf dem 
Scheitelpunkt der Hauptachsen unserer Stadt, Königs 
straße und Wilhelmshöher Allee, steht, vor das Haus, 
steigen die breiten Treppen des Fischer'schen Baus 
hinauf und sammeln sich in der weiten Vorhalle 
zwischen den ruhenden Figuren von Friß Klimsch. 
Wir fordern sie auf, durch den warmumfangenden 
Durchgang in den festlich erschloffenen Antikensaal des 
Hauses einzutreten und beginnen die Führung; denn 
führen muß man in diesem großen vielfältigen Hause 
mit seinen vielerlei Sammelgebieten, die es dem an 
die wundervolle Einheitlichkeit der Gemäldegalerie Ge 
wöhnten nicht leicht machen, den alles zusammen 
zwingenden Sinn der Teile zu ersoffen. Es liegt in 
der Art der Entstehung dieses seinem Alter nach vor 
nehmsten Museums des nördlichen Europa, das bis in 
die Zeiten Wilhelms des Weisen (1567—1592) und 
Moriß des Gelehrten (1592—1627), in einzelnen Be 
ständen gar noch in vorrcformatorische Jahrhunderte 
zurückgeht, daß es so schwer — und eben dadurch 
so doppelt fruchtbar — zu erringen ist. Es ist eben 
nicht auf seinem alten kostbaren Bestände stehen ge 
blieben, sondern es hat diesen unvergleichlichen landes 
fürstlichen Schätzen in neuer und neuester Zeit mannig 
fachste Aufgaben und Forschungsgebiete hinzugefügt, 
mit denen es weit über die Vergangenheit hinaus ins 
Heutige hineingewachsen ist. Gerade in diesem Jahr, 
in dem der jahrzehntelange Verwalter und Mehrer 
unserer Sammlungen, Geheimrat I>r. Boehlau, aus 
seinem Dienst am Museum ausscheidet, geziemt es sich, 
dieser Tatsache zu gedenken. 
Stehen wir in dem Antiken-Raum, so sind wir 
im Herzen der alten Sammlung, im Herzen des 
Museums überhaupt. Richt nur, daß hier als Beute 
der hessischen Truppen aus den Venezianerkämpfen 
von 1668 um Athen die frühesten nach Kaffel gelangten 
Marmorwerke stehen — einem anderen Türkenkriege, 
vor Belgrad unter Prinz Eugen 1717, entstammen
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.