Full text: Adreß- u. Einwohnerbuch der Stadt Cassel (Jg. 90.1926)

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Sehenswürdigkeiten Theater Konzerte 
1. Teil 
b) Naturalienmuseum u n d ethnographische 
Sammlung. Im Kunsthaus Papinplatz 2. Vorsteher: 
Studienrat Kunze. Geöffnet Dienstag und Freitag 3—5 Uhr. 
Das 1696 unter Landgraf Karl an Stelle des hier 1606 
errichteten ersten deutschen festen Theaters erbaute Kunsthaus 
am Steinweg enthielt ursprünglich die fürstliche Kunstkammer, 
diente dann nacheinander als Ooilegium Oarolinum, Ka 
dettenhaus und Steuerkollegium und vereinigt jetzt als Na 
turalienmuseum botanische, zoologische, geologische, ethno 
graphische und andere Samlungen. Hervorzuheben ist eines 
der ältesten deutschen Herbarien aus dem 16. Jahrhundert, 
eine Sammlung paläarktischer Käfer, Eier paläarktischer 
Vögel, sowie eine Holzbibliothek. Der in das Dach eingebaute 
Raum enthielt die Anatomie, in der Goethe 1783 mit Sömme- 
ring Versuche mit einem Luftballon anstellte. 
c) Gläßner ' sehe Sammlungen. Waffen, hessische Regenten 
bilder und hochbedeutende Münzsammlung, namentlich hes 
sische Münzen, jetzt im Landesmuseum. Die Mineralien 
sammlung befindet sich in dem Naturalienmuseum (Stein 
weg 2). 
d) Bose-Museum u n d st ä d t i s ch e Galerie im 
Schloß am Friedrichsplatz enthalten Erinnerungen an hessische 
Fürsten, sowie Gemälde und Graphik moderner hessischer 
Künstler. Besichtigungszeit am Eingang Königstor ersichtlich. 
Die am 17. Juli 1921 eröffnete städtische Galerie befindet 
sich im zweiten Stock des 1769 für den Minister von Jungten 
erbauten, 1772 für die Zwecke der Landstände angekauften und 
von diesen 1831 dem Kurfürsten geschenkten Eckpalais am 
Friedrichsplatz, das dem letzten hessischen Kurfürsten bis zu 
seiner Entthronung 1866 zum Wohnsitz diente. In der Ge 
mäldegalerie sind hervorzuheben Stücke vom älteren Tisch 
bein, von Martin von Rohden, Fohr, Rottmann, Spitzweg, 
Peter Heß, Waldmüller und eine Reihe Kopien, vorwiegend 
nach Raphael, daneben Gemälde hessischer Künstler aus der 
Wende des vorigen Jahrhunderts und der Gegenwart: Bantzer, 
Thielmann, Baum, Heinrich Otto, Fennel und Ilbbelohde. 
v) T a p e t e n - M u s e u m im Schloß am Friedrichsplatz. 
Kulturhistorische Sammlung von Tapeten aller Länder. 
Geöffnet von 3—4 Uhr. Wenn geschlossen, durch »-♦ 782. 
Direktor: H. Apell. 
k) Spohr-Museum in der M u r h a r d s ch e n Bibliothek. 
Bilder, Musikinstrumente, Manuskripte, Notendrücke von 
Louis Spohr, sowie sonstige Spohr-Erinnerungensgegenstände. 
Besichtigung wird vermittelt durch die Beamten der Mur- 
hardschen Bibliothek während der Dienststunden. 
g) Kaupert-Museu m im Orangerieschloß (Karls-Au). 
Noch nicht wieder geöffnet. 
Kunstverein zu Cassel. Ständige Ausstellung von Werken der 
Malerei, Plastik, Graphik im Kunsthaus, Ständeplatz 16%. 
Besuchszeiten: Sommerhalbjahr: Werktags 10—1, 3—5 Uhr, 
Sonntags 11—1 Uhr; Winterhalbjahr: Werktags 10—4 Uhr, 
Sonntags 11—1 Uhr. Karfreitag, 1. Weihnachts-, Ostern- und 
Pfingsttag geschlossen. 
„Ständige Kunst-Ausstellung — Messing" ist täglich von 8 Uhr un 
unterbrochen bis 7 Uht abends geöffnet. Während des Winter 
halbjahres Sonntags von 11—1 Uhr. Die Besuche sind 
kostenlos. 
Bibliotheken. 
a) Landesbibliothek, Friedrichsplatz 18 (ehemals Mu 
seum Fridericianum). Direktor: Dr. Hopf. Bibliotheksräte: 
Dr. Israel, Dr. Struck. Hilfsbibliothekar: z. Zt. unbesetzt. — 
Geöffnet werktäglich 9—1 Uhr und nachm, (außer Sonnabend) 
4—7 Uhr. — Ausleihezeit: 4 Wochen. — Besichtigung 
der Ausstellungs eltenerHandschriften und 
Drucke: Montag und Donnerstag 11—12% Uhr unentgelt 
lich; sonst gegen Eintrittsgeld. 
b) Murhardfche Bibliothek der Stadt Cassel, 
Weinbergstraße 6. Öffentliche wissenschaftliche Bibliothek. 
Öffnungszeit wochentäglich: Lesesaal und Zeitschriftenzimmcr 
(rund 250 wissenschaftliche Zeitschriften) vorm. 9—1, nachm. 
4—7 Uhr; Katalogzimmer und Bücherausgabe vorm. 11—1 
Uhr, nachm. 5—7 Uhr. Sonnabend nachmittag geschloffen. 
Direktor: Prof. Dr. Steinhaufen; Bibliothekar: Dr. Schnurre; 
Hilfsbibliothekar: Heidelbach. 
c) Städtische Volksbücherei I mit Lesehalle, Wolf 
hager Str. 1, geöffnet an Wochentagen abends von 6—9 Uhr. 
ck) Städtische Volksbücherei und Lesehalle III 
Gräfestr. 18, geöffnet an Wochentagen von 6—9 Uhr abends, 
außer Donnerstag. 
Das Rathaus, in den Jahren 1905—1909 nach den Entwürfen von 
Karl Roth (Darmstadt) erbaut. Prachtvoller Monumentalbau 
im Barockstil. Sehenswert sind vor allem im Hauptgeschoß 
die Sitzungssäle und im Erdgeschoß der Trausaal. Vom Rat 
hausturm herrlicher Blick auf Cassel und Umgebung. Sehr 
stark besuchter Ratskeller. 
Die Stadthalle im Westen Cassels ist von den Architekten Hummel 
und Rothe entworfen und am 1. April 1914 fertiggestellt wor 
den. Der monumentale Prachtbau enthält sehenswerte Säle 
und Gesellschaftsräume, die mehr als 3000 Personen Platz 
bieten und einen vornehmen Mittelpunkt abgeben für gesell 
schaftliche und künstlerische Veranstaltungen. Die im Festsaal 
befindliche Konzert-Orgel umfaßt 72 Register. An die Stadt 
halle schließt sich ein etwa 4000 Personen fassender, kunstvoll 
angelegter Konzertgarten an. Anträge auf Überlassung der 
Säle und des Gartens nimmt das Städtische Verkehrsamt 
(Abt. Stadthallenverwalt. Rathaus Rathaus) entgegen. 
In dem angegliederten Restaurant — Pächter Georg Hafer, 
K 1781 — kommen neben gepflegten Bieren die beliebten 
Regieweine der Stadtkellerei zum Ausschank. 
Gewerbehalle. Vors.: Bürgermeister C. Brunner, Stellvertreter: 
Direktor Prof. Dr. phil. H. Liier, Vorsitzender der Handwerks 
kammer Zimmermstr. Zimmermann, gew. vom Handels- und 
Gewerbeverein; Museumsdirektor Geh. Regierungsrat Dr. 
B o e h l a u von Amts wegen. Bibliotheksgefchäfte: W.Hauck. 
Marmorbad in der Karlsaue. Marmorskulpturen von P. S. Mon- 
not; Motive aus der griechischen Mythologie. Erbaut 1720 
bis 1728 von Landgr. Karl. Besuchszeiten des Marmorbades: 
Vom 1. April bis 31. Oktober Sonntag, Montag, Mittwoch 
und Sonnabend von 10—1 Uhr, Dienstag, Donnerstag und 
Feitag v. 3—5 Uhr; vom 1. Nov. bis 31. März Sonntag, 
Montag, Mittwoch und Sonnabend von 11—1 Uhr. Auch 
außer der Besuchszeit ist das Marmorbad zu besichtigen; 
man bittet, an der Tür des Marmorbades zu schellen. 
Orangerieschloß in der Karlsau, unter Landgraf Karl erbaut 1701 
bis 1711 im reinsten Rokokostil. 
Residenz-Schloß am Friedrichsplatz, Eingang Königsstraße, Residenz- 
Paläste der früheren Kurfürsten von Hessen. Prunkvolle 
innere Ausstattung. Die Räume des Palais sind jetzt wieder 
mit den feit dem Kriege verschlossen gehaltenen Kunstgegen 
stände ausgestattet und daß die Zimmer mit ihren Äus- 
stattungsgegenständen z. Zt. ohne die gewöhnlichen Schutz- 
bezüge gezeigt werden. Besichtigung: Sonntags von 9—2 Uhr. 
Wochentags: im Winter täglich von 9 —4; im Sommer täg 
lich von 9—5 Uhr. Eintrittskarten sind bei dem Schloß-Ober- 
Jnfpektor zu haben. Geschlossene Führungen von Schulklassen 
zahlen ermäßigte Preise. 
Türme der St. Martinskirche. Herrliche Aussicht, täglich zugänglich. 
Martinskirche erbaut etwa seit 1300. 
Denkmäler. 
a) Denkmal des Landgrafen Friedrich II. auf dem Friedrichsplatz; 
b) Denkmal des Landgrafen Karl auf dem Karlsplatz; 
e) Hessendenkmal zur Erinnerung an die Opfer der französischen 
Fremdherrschaft in der Karls-Au unterhalb der „Schönen 
Aussicht"; 
cl) Autor am Justizgebäude; 
e) Schomburgdenkmal am Ständeplatz; 
k) Spohrdenkmal, gegenüber dem Friedrichsplatz; 
g) Möllerdenkmal vor der Bildergallerie, in der Straße zur 
Schönen Aussicht; 
b) Denkmal der Einigung Deutschlands am Wilhelmshöher Platz;
	        

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