Full text: Einwohnerbuch (Adreßbuch) der Stadt Cassel sowie der Ortschaften Harleshausen, Ihringshausen, Niedervellmar, Niederzwehren, Oberzwehren, Sandershausen, Waldau, Wilhelmshöhe, Wolfsanger, Gartenstadt Brasselsberg (Jg. 89.1925)

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Aus der Geschichte Cassels. 
Von Paul Heidelbach. 
Cassel gehört nicht zu den alten Städten. Trotzdem liegt seine Entstehung noch 
im Dunkel. In die Geschichte tritt es als fränkischer Königshof, in dem Konrad I. im 
Jahre 918 zwei Urkunden ausstellte. Höchstwahrscheinlich hielt Kaiser Otto I. 948 an 
demselben Königshof eine feierliche Tagsitzung ab, und 1008 überschrieb Kaiser Heinrich II. 
diesen seinen Eigenhof zu Cassel dem von seiner Gemahlin Kunigunde gestifteten nahen 
Kloster Kaufungen. Die Lage dieses Hofes mit seinen Wirtschaftsgebäuden ist noch 
umstritten; vermutlich lag er in der Gegend des jetzigen Renthofes und dessen aller 
nächster Umgebung. Seinen Namen erhielt Cassel nach dem steinernen Haus (chastella) 
eines sächsischen Edlen, das auf dem Grundstück der späteren landgräflichen Burg und 
des heutigen Justizpalastes gelegen war. Der Klärung bedarf auch noch der Anfall Hessens 
und mit ihm Cassels an die thüringischen Landgrafen. Gegen Ende des 12 . Jahrhunderts 
erhielt dann Cassel Stadtrecht und damit seine Mauern, unter deren Schutz sich Handel 
und Wohlstand der Bürger entwickeln konnten. Als dann 1247 der Mannesstamm der 
Landgrafen von Thüringen erloschen war, wurde Heinrich I. aus Brabanter Stamm, ein 
Abb. 1 . Altstädter Rathaus am Altmarkt. 
Enkel der heiligen Elisabeth, als erster Landgraf von Hessen anerkannt. Er machte 
Cassel zu seiner Residenz und legte um 1277 den Grund zu einem neuen Schloß, das 
fast zwei Jahrhunderte hindurch als Residenz diente. Die dem hl. Cyriakus geweihte 
älteste Kirche der kleinen Stadt lag auf dem Marställer Platz. Noch heute zeigt uns 
der Graben den Lauf der damaligen Stadtmauer, die sich vom Schloß bis oberhalb des 
Bnnks und von da bis zum späteren Packhof hinabzog und durch drei Tore, am Weißen
        

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