Volltext: Einwohnerbuch der Stadt Cassel sowie der Ortschaften Harleshausen, Ihringshausen, Niedervellmar, Niederzwehren, Oberzwehren, Sandershausen, Waldau, Wilhelmshöhe, Wolfsanger, Gartenstadt Brasselsberg und Gutsbezirk Fasanenhof (Jg. 85. 1919/20)

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Stiftungen. 
Teil 11 
welche in der Stadt oder dem Landkreise Cassel 
geboren und ansässig sind, zum Zwecke einer 
besseren Ausbildung vergeben werden. 
11. Stiftung des Fabrikanten G. Engelhardt. 
Die Zinsen (jährlich 1000 Mk.) sollen zur 
Förderung der Volkswohlfahrt, in Sonderheit 
der Jugendpflege verwendet werden. 
12. Frau Elisabeth Benz-Herzog-Stiftung. 
Die Zinsen (jährlich 2200 Mk.) sind mit 
600 Mk. zur Verteilung an Lungen-, Krebs- 
und Herzkranke, mit 1000 Mk. zur Verteilung 
an bedürftige Personen des 4. Armenbezirks 
und mit 600 Mk. für die Casseler Ferienkolonie 
bestimmt. 
II. Stiftungen unter Verwaltung be 
sonderer Kuratorien usw. 
1. Ottilie Kellerinann-Stiftungf. Lehrerinnen. 
Die Zinsen werden als lebenslängliche Pensiön 
(z. Zt. jährlich 100 Mk.) an würdige und be 
dürftige ehemalige Lehrerinnen, die an einer 
hiesigen Privatunterrichtsanstalt mindestens 10 
Jahre lang als Lehrerinnen oder Vorsteherinnen 
tätig gewesen sein müssen, verliehen. Wird die 
Pension nach Ableben derjeweiligenEmpfängerin 
frei, so erfolgt deren öffentliche Ausschreibung. 
2. Stillung der Ehegattin des Obersten a. 1). 
Kellermann, Marie Elisabeth geb. Liebehenz 
zur Heilung oder Pflege Geisteskranker. 
Die Zinsen (jährlich rd. 3550 Mk.) werden 
jährlich als Zuschüsse zu den Verpflegungs 
kosten von in Anstalten oder in Familienpflege 
untergebrachten Geisteskranken der Stadt Cassel 
an bedürftige Anverwandte vergeben. Gesuche 
sind bis zum 15. Februar jeden Jahres einzu 
reichen. 
3. Pfeiffer’sche Stiftung. 
Zweck der Stiftung, die aus der Hinterlassen 
schaft des im Jahre 1893 verstorbenen Dr. 
ined. Theoder Pfeiffer zu Cassel gegründet 
worden ist, ist die Unterstützung von Witwen 
und Waisen solcher Ärzte und anderen Personen 
in ähnlicher sozialer Lebensstellung, die in 
dem, dem früheren Kurfürstentum Hessen ent 
sprechenden T$ile der Provinz Hessen-Nassau 
tätig gewesen sind. 
, 4. Luise Reiss-Stiftung. 
Die Stiftung hat den Zweck, bedürftigen 
Witwen und Waisen ehemaliger Mitglieder des 
Königlichen Theaterorchesters zu Cassel laufende 
Geldunterstützungen zu gewähren. 
Vorstand: Vorsitzender: Stadtsyndikus Loeber, 
Cassel; Schatzmeister und Rechnungsführer: 
Dr. Ludwig Pfeiffer, Cassel; weitere Mitglieder: 
Amtsgerichtsrat Dr. W. Reiss, Staßfurt, Kammer 
virtuos W. Deyerberg, Cassel. 
5. Vermächtnis des Generalleutn. Schirmer 
zur Unterstützung unbemittelter Witwen u. 
Waisen von Militärpersbnen. 
Die Zinsen z. Zt. (jährl. rd. 1600 Mk.) sollen nur 
an Witwen und Waisen solcher ehemaligen kur 
hessischen Militärpersonen, die bis zu ihrem 
Tode entweder aktive Soldaten oder Mi 
litärpensionäre waren, verliehen werden. 
Ausschreibung erfolgt im August jeden Jahres. 
6. Stiftung der Brüder George und Conrad 
Lenoir zur Erziehung von Waisen in Cassel. 
Die Stiftung hat den Zweck, Waisenkinder, 
und zwar zunächst nur Mädchen, zu erziehen. 
Die Waisenanstalt ist am 1. April 1909 auf dem 
Stiftsgut Teichhof bei Fürstenhagen eröffnet 
worden. Voraussetzungen der Aufnahme sind: 
Gänzliche Mittellosigkeit des Kindes, geistige 
und körperliche Gesundheit und ein Alter von 
6, höchstens 10 Jahren. 
7. Tausendjahrfeierstiftung des Großen 
Casseler Bürgervereins zur Unterstützung 
armer pflegebedürftiger Kinder. 
8. Louis Moritz und Alwine Cleve-Stiftung, 
zu gemeinnützigen wohltätigen Zwecken. 
Aus der Stiftung sollen in Cassel wohnende 
Personen, die über 70 Jahre alt und bedürftig 
sind, am 4. Dezember jeden Jahres, Unter 
stützungen erhalten. 
Das Ausschreiben zur Bewerbung um Unter 
stützungen wird alljährlich im Monat September 
erlassen. 
9. Brendina-Rinald’sche Stiftung zu gemein 
nützigen wohltätigen Zwecken. 
Zweck der Brendina-Rinald’schen Stiftung ist 
die Ausübung reiner bürgerlicher Wohltätigkeit 
zum Besten der Stadt Cassel, und zwar sollen 
alle die untergeordneten Beamten und Arbeiter, 
die dem öffentlichen Wohle, der Ordnung und 
der Sicherheit in der Residenzstadt Cassel dienen, 
in Fällen von Bedrängnis, soweit möglich unter 
stützt werden. Dahin gehören also die Polizei 
schutzleute, die den Straßen- und Sicherheits 
dienst zu verrichten haben, die Leute der Feuer 
wehren, Krankenträger und alle städtischen Ar 
beiter, die von dem Magistrat in den Betrieben 
oder auf den Straßen der Residenz Cassel be 
schäftigt werden. Es kommen auch Fälle von 
sonstiger bitterer Not, sowohl dem Herrn Polizei 
präsidenten, wie dem Herrn Oberbürgermeister, 
zur Kenntnis, ohne daß gerade Mittel zur Linde 
rung vorhanden sind. Auch solche Fälle sollen 
Unterstützung finden. In allen Fällen soll weder 
nach Geschlecht, noch nach Religion, noch nach 
Vergangenheit gefragt werden, sondern es soll 
nur die größere Not entscheiden. 
10. Fritz Vogt-Stiftung zur Unterstützung 
von Kriegsteilnehmern, insbesondere Kriegs 
beschädigten. 
Die Stiftung bezweckt die Unterstützung von 
Kriegsteilnehmern, insbesondere Kriegsbeschä 
digten, die in Cassel ihren Wohnsitz haben und 
deren Verhältnisse die Gewährung einer Unter-
	        

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